Unseren neuen Kommentar für den 08.12.16 finden Sie hier.


Heizölpreise: Ölmarkt schwach, Euro schwach

Internationaler Markt

Als Ben Bernanke, der Chef der US-Notenbank, letzte Woche wie erwartet die Gelddruckmaschine weiter laufen ließ, musste man ebenfalls erwarten, dass die Aktienmärkte steigen und der Dollar fallen würde. Dies war aber nicht der Fall. Der Grund hierfür ist psychologischer Natur. Zwar lässt das billige Geld dem Anleger kaum eine andere Chance als in Aktien zu investieren (Öl einmal ausgenommen), denn auf Staatsanleihen kann man sich nicht mehr verlassen und durch das Ankaufprogramm der US-Notenbank sind Staatsanleihen unattraktiv geworden. Das gleiche gilt für den Sparer als solchen, denn die Zinsen sind zu niedrig, um sein Geld einfach nur zur Bank zu tragen. Die US-Wirtschaft wird also weiter mit viel Geld versorgt. Aber die Kehrseite der Medaille, die Gelddruckmaschine anzuwerfen, weil es den USA gar so schlecht geht, ist, dass die Einschätzung des Oberindianers Ben Bernanke auf die Stimmung der notorisch optimistischen amerikanischen Anleger drückte. Also liefen die Aktienmärkte nicht gut und das Geld wanderte in den Dollar.

Diese verdrehte Weltsicht drehte sich gestern weiter, denn aus den USA konnte man positive Wirtschaftsdaten vernehmen. Insbesondere die Dienstleistungen in den USA laufen besser als erwartet. Dies wurde nun als böses Omen gegen die Politik des billigen Geldes gewertet. Denn wenn es der US-Wirtschaft doch einmal wieder gut gehen sollte, würde der US-Notenbank-Chef seine Politik des billigen Geldes beenden. Dies wiederum käme einer Aufforderung zum Winterschlussverkauf noch im Dezember an den Aktienmärkten gleich.

Diese miese Stimmung und die Erwartung, dass die US-Ölbestände weiter gestiegen sind, ließen die Ölnotierungen weiter fallen. Es ist nicht zu erwarten, dass sich die schwachen Ölpreise in nächster Zeit nennenswert erholen werden.

Der Euro leidet derzeit unter der Erwartung, dass die EZB es den US-Kollegen gleich tun wird. Am morgigen Donnerstag steht eine Zinsentscheidung an. Im angelsächsischen Raum gibt es Spekulationen darüber, dass die EZB die Zinsen senken und/oder unkonventionelle Maßnahmen ergreifen könnte. Die Gründe für ein solches Vorgehen werden in einem schwachen Wachstum innerhalb der Eurozone und einer gesunkenen Inflationsrate gesehen. Im Euroraum sieht man dies naturgemäß anders und geht nicht von einer Änderung der Maßnahmen, möglicherweise aber von einer Änderung des Tonfalls aus. Gestern konnte der Euro die Marke von 1,35 Dollar nicht halten und fiel darunter. Wir gehen ebenfalls nicht davon aus, dass die EZB eine Zinssenkung oder andere Maßnahmen am Donnerstag verkünden wird.

Nationaler Markt

Die Heizölpreise fallen weiter. Die Vorgaben aus dem internationalen Umfeld lassen nichts anderes zu. Sie bewegen sich damit in langfristiger, mittelfristiger und kurzfristiger Betrachtung im Abwärtstrend. Im Vergleich zu den Jahren 2012 und 2011 ist Heizöl heute billiger. Zum Vorjahr beträgt der Preisvorteil mehr als 10 Prozent. Der Binnenmarkt ist dennoch relativ ruhig. Zum einen haben sich viele Verbraucher bereits eingedeckt. Zum anderen tragen die milden Temperaturen der letzten Wochen dazu bei, dass leichter auf günstigere Heizölpreise spekuliert werden kann. Wir gehen ebenfalls davon aus, dass Heizöl noch etwas billiger werden könnte. Wem das Spekulieren allerdings zu heiß ist, der kann zurzeit gar nichts falsch machen. Denn auch im Vergleich zum Jahresverlauf ist der aktuelle Heizölpreis günstig. Um jederzeit informiert zu sein und überall handeln zu können, nutzen Sie bitte unsere Heizölpreise-App für Smartphones. Im Übrigen sind wir der Meinung, dass es schlau ist, sich um die Reduzierung des eigenen Verbrauchs zu kümmern. Dazu empfehlen wir in einem ersten Schritt unseren e-Peilstab. Mit ihm lässt sich der Heizölverbrauch messen. Auf esytrol entsteht aus den Messungen ein Bild zur Energieintensität des eigenen Hauses. Wenn das bekannt ist, können Handlungen folgen.

Der Markt in Stichworten

preistreibende (bullische) Einflüsse auf Heizöl: China bleibt auf wirtschaftlichem Expansionskurs
Entwicklung in Libyen
Fortsetzung der lockeren Geldpolitik
Einige kleinere Infrastrukturstörungen

preisdrückende (bärische) Einflüsse auf Heizöl: Weiterer US-Bestandsaufbau prognostiziert
Iran und USA reden über das Atomprogramm
Diverse Länder melden steigende Ölproduktion
Welt ist gut mit Öl versogt

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