Unseren neuen Kommentar für den 04.12.16 finden Sie hier.


Heizölpreise: Ölnotierungen und Dollarkurs heben sich auf

Internationaler Markt

Technische Verkaufsorders ließen gestern die Ölnotierungen fallen. Verstärkt wurde die Abwärtsbewegung durch die Veröffentlichung der wöchentlichen US-Bestandsdaten des DOE (Department of Energy). Zwar waren die Daten des API (American Petroleum Institute) gegenläufig, aber dem DOE wird mehr Gewicht zugesprochen. Die Zahlen lauten wie folgt:

Rohöl: +6,8 Mio. Barrel (DOE) bzw. +2,8 Mio. Barrel (API)
Heizöl und Diesel: -3,1 Mio. Barrel (DOE) bzw. -1,1 Mio. Barrel (API)
Benzin: +0,1 Mio. Barrel (DOE) bzw. -2,8 Mio. Barrel (API)

In Summe ergibt sich ein Aufbau von 3,8 (DOE) bzw. ein Abbau von 1,1 (API) Mio. Barrel. Die Raffinerieauslastung fiel auf 86 Prozent. Der Wert ist schlechter als zuletzt gewohnt, aber auf einem ähnlichen Niveau wie im letzten Jahr. Die Benzinnachfrage ist leicht gestiegen, bewegt sich aber ebenfalls auf Vorjahresniveau. Da in den vergangenen Wochen zu wenig abgefragt wurde, werden nun die Aufbauten beim Rohöl als zu stark empfunden, zumal ein viel geringerer Aufbau erwartet wurde.

Trotz der weiterhin fehlenden Einigung im US-Haushaltsstreit gewann der Dollar gegenüber dem Euro. Zunächst ist man auch hier von technisch motivierten Bewegungen ausgegangen. Die Bekanntgabe, dass die jetzige Vizepräsidentin der Fed für den Chefposten nominiert werden würde, lies den Dollar weiter steigen. Das ist erstaunlich, da Janet Yellen dafür bekannt ist, dass sie Befürworterin der lockeren Geldpolitik ihres Vorgängers ist. Das bedeutet klassischerweise, dass der Dollar geschwächt wird. Marktbeobachter gehen davon aus, dass der Vorschlag von der Mehrheit der Devisenhändler goutiert wurde und mit einer erhöhten Risikobereitschaft bestätigt wurde, was deren erhöhtes Engagement erklärt. Mittelfristig sollte man davon ausgehen, dass die US-Geldpolitik nicht geändert wird. In Fachkreisen wird sogar bezweifelt, dass eine Abkehr überhaupt noch möglich ist. Nach der Kehrtwende Ben Bernankes in der Frage der Drosselung der Staatsanleihenkäufe, gilt die Fed als wenig glaubwürdig. Leider ist der US-Dollar nicht nur die internationale Leitwährung, sondern die US-Geldpolitik hat ebenso eine gewisse internationale Leitwirkung. So ist es kaum vorstellbar, dass die EZB im Alleingang die Abkehr vom billigen Geld vornimmt. Unterm Strich wird also wenig von der Negativwirkung des amerikanischen Gelddruckens übrig bleiben.

Heute Morgen erholen sich die Ölnotierungen von den gestrigen Verlusten. Die Tonne Gasöl kostet aktuell 930,50 Dollar. Das Barrel Rohöl wird in New York zu 101,84 Dollar und in London zu 109,54 Dollar gehandelt. Der US-Dollar kostet 74,13 Eurocent.

Nationaler Markt

Unsere Heizölpreise bewegen sich nur wenig. Die Verluste der Ölnotierungen werden von den Gewinnen des Dollarkurses geschluckt. Der stabile Binnenmarkt lässt die Margen und Lieferzeiten leicht anziehen. Die negativen Auswirkungen des US-Haushaltsstreits halten sich überraschenderweise in Grenzen. Einige Experten gehen davon aus, dass jetzt mehr Gründe für niedrige Preise gegeben sind, als sie sich derzeit realisieren lassen. Ist der US-Haushalt erst einmal in trockenen Tüchern, rechnen diese Experten mit einem Anstieg der Ölpreise. Wegen der Bedeutung aktueller Informationen, möchten wir auf unsere Heizölpreise-App für Smartphones hinweisen, die Ihnen überall und jederzeit einen Überblick über die Preise liefert. Im Übrigen sind wir der Meinung, dass es schlau ist, sich um die Reduzierung des eigenen Verbrauchs zu kümmern. Wer nicht in den zukünftigen Minderverbrauch investieren mag, könnte mit dem Kauf von Zertifikaten den CO2-Ausstoß des verfeuerten Heizöls kompensieren.

Der Markt in Stichworten

preistreibende (bullische) Einflüsse auf Heizöl: Fortsetzung der lockeren Geldpolitik bestätigt
Einige kleinere Infrastrukturstörungen
Politische Spannungen im Nahen Osten und Nordafrika

preisdrückende (bärische) Einflüsse auf Heizöl: Iran will über sein Atomprogramm reden
Libyen wird Teile der üblichen Lieferungen wieder aufnehmen
Irak hat neues Ölfeld in Betrieb genommen
Diverse Länder melden steigende Ölproduktion
US-Bestandsdaten
US-government shutdown
Globale Rohölnachfrage soll im vierten Quartal sinken

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