Unseren neuen Kommentar für den 06.12.16 finden Sie hier.


Heizölpreise: Ölstatistik macht Schwäche sichtbar

Internationaler Markt

Ökonomen und Finanzjongleure suchen die Zukunft üblicherweise in den Daten der Vergangenheit. Das ist ein anzweifelbares Unterfangen. Da Menschen träge sind, liegt aber durchaus eine akzeptable Logik in dem Ansatz, aufeinanderfolgende Veränderungen der jüngeren Historie auf die nahe Zukunft fortzuschreiben. Übertragen auf den Ölkonsum der USA ergibt sich daraus immer noch kein klares Bild, aber immerhin eine Tendenz. Das aktuellste Datum der EIA (US Energieministerium) nennt für Mai einen Rückgang von 0,8 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die gleiche Betrachtung auf die Monate Januar bis Mai ausgedehnt besagt, dass der Verbrauch konstant geblieben ist. Gegenüber der stärksten Verbrauchsperiode im Jahr 2007 ist der Verbrauch bis dato allerdings um 10,3 Prozent gesunken. Innerhalb der letzten sechs Jahr gab es nur ein Jahr mit steigender Ölnachfrage. Das war 2010. Ein weiterer Rückgang ist somit ziemlich wahrscheinlich. Die mehrheitlich durchwachsenen Wirtschaftsdaten sprechen ebenfalls dafür. Zwischenzeitliche Belebungen der Konjunktur sind möglich. Es ist aber nicht zu erwarten, dass sie den Abwärtstrend brechen können. Die Schlussfolgerung legt nahe, dass die Geldspritzen der US-Notenbank langfristig weiter verabreicht werden und dass der physische Ölmarkt recht entspannt bleiben wird. Die hoch gelobte US-Ölförderung deckte gemäß EIA im Mai übrigens knapp 40 Prozent des Verbrauchs. Aus unserer Sicht ist die Zahl eher ernüchternd als wunderbar.

Nationaler Markt

Unsere Heizölpreise geben etwas nach. Sie folgen damit den Vorgaben der Ölbörsen. Der Binnenmarkt ist im Sommerloch. Er trägt nichts zum Preisgeschehen bei. Den kurzfristigen Aufwärtstrend können wir immer noch nicht als erledigt deklarieren. Wir nähern uns aber der Formulierung an. Perspektivisch sind wir recht guter Laune. Es gibt diverse Gründe, die zumindest dafür sprechen, dass die Preise nicht nach oben ausbrechen werden. Eher sollten sie fallen. Großes sollte man davon allerdings nicht erwarten. Der Jahrestiefstpreis vom April kann als Orientierung dienen. Es sei noch erwähnt, dass Heizöl bereits jetzt deutlich billiger ist als vor einem Jahr. Im Übrigen sind wir der Meinung, dass es schlau ist, sich um die Reduzierung des eigenen Verbrauchs zu kümmern. Wer nicht in den zukünftigen Minderverbrauch investieren mag, könnte mit dem Kauf von Zertifikaten den CO2-Ausstoß des verfeuerten Heizöls kompensieren. Infos dazu gibt es hier.

Der Markt in Stichworten

preistreibende (bullische) Einflüsse auf Heizöl: Einige kleine Infrastrukturstörungen
Ägypten ist ein Problemfall
Fortsetzung der lockeren Geldpolitik
EIA-Langfristprognose
Rohölbedarf soll deutlich steigen

preisdrückende (bärische) Einflüsse auf Heizöl: Chinas Wirtschaft scheint in die Knie zu gehen
US-Ölnachfrage schwach
Alte Industrienationen brauchen immer weniger Öl
Produktenangebot soll deutlich steigen
Hohes Ölangebot am Weltmarkt

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