Unseren neuen Kommentar für den 10.12.16 finden Sie hier.


Heizölpreise: Über die Angst der Produzenten

Internationaler Markt

Nach mehreren positiven Runden gibt es in dieser Woche schlechte Nachrichten von der US-Arbeitslosenfront. Die Fallzahl steigt wieder. Die Wendung kommt der Finanzszene vor dem nächsten Offenmarktgespräch über die weitere US-Geldpolitik, die Notenbanker tagen kommenden Dienstag und Mittwoch, sicher gelegen. Sie liefert ein gutes Argument, das lockere Gelddrucken fortzusetzen. Ölverbraucher müssen es derzeit nicht fürchten, da erhöhter Arbeitslosigkeit eine sinkende Nachfrage angedichtet wird. Die gibt es nach Lage der Dinge sowieso. Alle alten Industrienationen befinden sich in einem Ölverbrauchsreduktionszyklus (Deutsch erlaubt herrliche Wortbildungen). Die Lieferseite ist auf Mengenexpansionskurs. In Summe läuft das auf einen Käufermarkt hinaus. Lieferanten sehen sich schon in einer unangenehmen Lage. Saudi Arabien, die selbsternannte Ausgleichsinstanz zur Mengenstabilisierung, kündigt präventiv an, diese Rolle nicht mehr allein spielen zu wollen. Nun, da es absehbar nicht um Mehr-, sondern um Minderlieferungen geht, sollen sich die OPEC-Partner beteiligen. Die Situation gab es vor 30 Jahren schon einmal. Sie endete mit einem Wutausbruch Saudi Arabiens, nachdem alle Versuche, die Partner zur Mengenzurückhaltung zu bewegen, nicht fruchteten. Man überschwemmte den Markt kurzerhand mit Öl und bescherte allen Beteiligten dadurch einen schmerzhaften Preisverfall. Soweit wird es in Zukunft vermutlich nicht mehr kommen.

Nationaler Markt

Unsere Heizölpreise nähern sich still und leise der 80-Cent-Marke für die Referenzmenge von 3.000 Liter. Gestern kamen die Vorgaben von den Ölnotierungen. Der Dollar hielt unzureichend dagegen. Der Binnenmarkt gibt keine eigenen Preiseinflüsse dazu. Die freundliche Entwicklung läuft unseren Erwartungen voraus. Ihr Potenzial ist noch nicht ausgeschöpft. Ob das im Zuge dieser Bewegung der Fall sein wird, ist ungewiss. Nach unserer Einschätzung sollte noch Preissenkungsphantasie für die kommenden Monate erhalten bleiben. Spekulativ eingestellten Käufern empfehlen wir, den Markt mit unseren Informationsinstrumenten am PC oder mit dem Smartphone eng zu verfolgen. Wer Spekulieren doof findet, sollte sich über die aktuellen Preise einfach freuen und kaufen. Heizöl ist billiger als vor 12 und vor 24 Monaten. Im Übrigen sind wir der Meinung, dass es schlau ist, sich um die Reduzierung des eigenen Verbrauchs zu kümmern. Dazu empfehlen wir in einem ersten Schritt unseren e-Peilstab. Mit ihm lässt sich der Heizölverbrauch messen. Auf esytrol entsteht aus den Messungen ein Bild zur Energieintensität des eigenen Hauses. Wenn das bekannt ist, können Handlungen folgen.

Der Markt in Stichworten

preistreibende (bullische) Einflüsse auf Heizöl: China bleibt auf wirtschaftlichem Expansionskurs
Konjunkturaufhellung in den USA
Bestandsabbau in den USA

preisdrückende (bärische) Einflüsse auf Heizöl: Rohölangebot übertrifft Rohölnachfrage
Saudi Arabien befürchtet erhebliches Überangebot
Ölproduktenangebot der USA hoch
Geringe US-Ölimporte
US-Rohölförderung auf 24-Jahres-Hoch

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