Unseren neuen Kommentar für den 09.12.16 finden Sie hier.


Heizölpreise: Überraschend gut

Internationaler Markt

Die Ölvorräte der USA fallen überraschend deutlich. Das geht aus den jüngsten Daten von DOE (Department of Energy) und API (American Petroleum Institute), den beiden für die Erhebung zuständigen Institutionen, hervor. Das Plus in den Rohöllagern liegt unter den Erwartungen. Es kann das deutlich größere Minus bei den Produkten, das auf eine unerwartet hohe Nachfrage hindeutet, nicht kompensieren. Die Veränderungen zur Woche lauten im Einzelnen wie folgt:

Rohöl: +1,6 Mio. Barrel (DOE) bzw. +0,9 Mio. Barrel (API)
Heizöl und Diesel: -4,9 Mio. Barrel (DOE) bzw. -2,8 Mio. Barrel (API)
Benzin: -3,8 Mio. Barrel (DOE) bzw. -4,3 Mio. Barrel (API)

In Summe ergibt sich ein Abbau von 6,1 (DOE) bzw. 6,2 (API) Mio. Barrel. Die Raffinerieauslastung beträgt weiterhin 87 Prozent. Die Zahlen sind klar bullisch. So klar ist der Fall für die Finanzjongleure allerdings nicht. Sie schickten die Ölnotierungen gestern nicht aufwärts, sondern abwärts. Das lässt uns staunen und nach Erklärungen suchen. Es gab sie reichlich und phantasievoll. Die schönste ist für uns diese hier:

Die USA überließen dem Weltmarkt durch eine gewisse Importzurückhaltung mehr Rohöl als üblich. Dadurch verteilt sich ihr struktureller Überfluss besser im globalen System und drückt auf die Preise.

Das klingt skurril, erhält aber durch den Umstand, dass die US-Rohölnotierungen WTI (West Texas Intermediate) als einzige unter den Ölpapieren stiegen, einen plausiblen Anstrich. Ein anderes Argument für die ungewöhnliche Börsenreaktion ist die absolute Höhe der US-Rohölvorräte. Sie befinden sich auf einem saisonalen Allzeithoch.

Die gestrige Preisbewegung hält einen weiteren Rückgang charttechnisch offen, mehr noch, sie macht einen neuen Abwärtstrend möglich. Mit einer frohlockenden Prognose halten wir uns angesichts der nach Anlage suchenden Geldmassen allerdings zurück. Immerhin, heute Morgen deutet sich eine Fortsetzung der Bewegungsrichtung an. Die Tonne Gasöl kostet aktuell 897,00 Dollar. Das Barrel Rohöl wird in New York zu 94,71 Dollar und in London zu 104,91 Dollar gehandelt. Der US-Dollar kostet 74,00 Eurocent.

Nationaler Markt

Unsere Heizölpreise laufen wunderbar im Abwärtstrend. Aktuell werden sie durch die Vorgaben der Ölnotierungen auf Spur gehalten. Es ist gut möglich, dass der Dollar in den nächsten Tagen wieder zum Aderlass übergeht und seinen Teil zum Trend beiträgt. Insofern bestehen gute Aussichten auf noch bessere Kaufmomente. Spekulativ eingestellte Kunden sollten sich ermutigt fühlen, nach ihnen zu suchen. Die Instrumente dazu finden Sie hier und auf unserer Smartphone-App. Aber Vorsicht vor Übermut. Die Finanzszene hat einen bullischen Urinstinkt und sehr viel Geld. Damit kann sie die Börse unerwartet drehen. Wer es lieber sicher mag, darf sich in diesem Moment darüber freuen, dass 3.000 Liter Heizöl dreizehn Prozent weniger als vor 12 Monaten und sieben Prozent weniger als vor 24 Monaten kostet. Der Binnenmarkt ist relativ ruhig, so dass es weder unangenehme Preiseinflüsse noch nennenswerte Lieferterminprobleme gibt. Im Übrigen sind wir der Meinung, dass es schlau ist, sich um die Reduzierung des eigenen Verbrauchs zu kümmern. Dazu empfehlen wir in einem ersten Schritt unseren e-Peilstab. Mit ihm lässt sich der Heizölverbrauch messen. Auf esytrol entsteht aus den Messungen ein Bild zur Energieintensität des eigenen Hauses. Wenn das bekannt ist, können Handlungen folgen.

Der Markt in Stichworten

preistreibende (bullische) Einflüsse auf Heizöl: China bleibt auf wirtschaftlichem Expansionskurs
Entwicklung in Libyen
Fortsetzung der lockeren Geldpolitik
US-Bestandsdaten

preisdrückende (bärische) Einflüsse auf Heizöl: Geringe US-Ölimporte
Gute Aussichten für Beendigung des Ölboykotts gegen den Iran
Diverse Länder melden steigende Ölproduktion
Welt ist gut mit Öl versorgt

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