Unseren neuen Kommentar für den 10.12.16 finden Sie hier.


Heizölpreise: Abgang eines großen Ölproduzenten

Internationaler Markt

Libyen trug vor einigen Jahren 2,2 Prozent zur globalen Ölproduktion bei. Die Exportmengen landeten im Wesentlichen in Europa. Seit den Tagen des Gaddafi-Sturzes geht es in dem Land drunter und drüber. Die Ölproduktion sank zeitweise gegen null. Vor zwei Jahren schien die für Libyen so wichtige Ölindustrie Fuß zu fassen. Sie kämpfte sich mit einem Beitrag von 1,8 Prozent wieder in die Gruppe der wichtigen Ölproduzenten vor. Die Öleinkommen halfen aber nicht, politisch stabile Verhältnisse zu schaffen. Im Gegenteil, rivalisierende Bevölkerungsgruppen begannen um die Verteilung des Reichtums zu streiten. Dabei zerstörten sie ihn erneut. Heute wird nur noch wenig Rohöl geliefert. Versuche und Beteuerungen, das Desaster in den Griff zu bekommen, scheiterten allesamt. Die Aussichten für das Land und für uns als Käufer libyschen Öls sind schlecht. Dieser Umstand stellt den Ölpreis in Europa mal wieder in ein bullisches Licht. So schlimm wie während der ersten Zerstörungswelle der libyschen Ölindustrie wird es für uns nicht werden, da der Weltmarkt mittlerweile gut aus anderen Quellen versorgt ist. In Libyen werden sich allerdings immer neue Abgründe auftun.

Nationaler Markt

Unsere Heizölpreise zeigen wenig Bewegung. Die Aufwärtskomponente von den Ölbörsen wird vom Dollar und von Rabatten im Binnenmarkt annulliert. Es ist das seit Wochen gleiche Bild. Die Heizölpreise treten auf der Stelle. Das kommt in dieser Zeit nicht unerwartet. Mittelfristig sollten sie abtreten, in Maßen versteht sich, da kein Crashszenario in Aussicht ist. Wer auf den Abgang spekulieren will, braucht Risikobewusstsein, Geduld, eine ausreichende Restmenge Heizöl im Tank und unsere zeitnahen Informationen. Die aktuellen Preise sind allerdings schon ziemlich gut. Wem der Spatz in der Hand also lieber ist als die Taube auf dem Dach, soll wissen, dass Heizöl ungefähr soviel kostet wie vor drei Jahren. Einen derartigen Preisrückgang hat momentan kein anderer Energieträger zu bieten. Im Übrigen sind wir der Meinung, dass wir alle verbrauchsreduzierende Maßnahmen und Verhaltensweisen entwickeln müssen, um zukunftsfähig zu sein. Die freundliche Marktausrichtung ist kein Dauerzustand.

Der Markt in Stichworten

preistreibende (bullische) Einflüsse auf Heizöl: Libyen liefert weiterhin kaum Öl
Öllieferungen aus der Nordsee sollen sinken
Stress vor den Atomverhandlungen mit dem Iran
US-Notenbank pumpt immer noch viel Geld in den Markt

preisdrückende (bärische) Einflüsse auf Heizöl: US-Öl über neue Pipeline besser verfügbar
US-Notenbank drosselt die Geldpumpe weiter
Weitere Steigerung des globalen Rohölangebots erwartet

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