Unseren neuen Kommentar für den 03.12.16 finden Sie hier.


Heizölpreise: Abwärtstrend kommt doch nicht

Internationaler Markt

Mario Draghi stand im Mittelpunkt und die G7-Chefs machten den Preis. Der erste lieferte nicht die erwartet lockere Geldpolitik. Dafür lieferten die anderen eine unerwartet aggressive Konfliktrhetorik. Die EZB ist an den Grenzen ihrer Möglichkeiten angekommen, die G7 auch. Mit Geldpolitik lässt sich das, was in der EU zur Reparatur ansteht, nicht reparieren. Mit Sanktionen gegen Russland verschlimmern die G7 allenfalls den Missstand in der EU. Russland kann wirtschaftliche Probleme länger durchstehen als der Westen und sein Oberhaupt genießt die größere politische Akzeptanz beim eigenen Volk. Wenn die G7 den Konflikt wirklich gewinnen wollten, müssten die in den Krieg ziehen. Das macht die Lage so brisant.

Draghi verkündete die weitere Senkung des Leitzinses und die Einführung von „Strafzahlungen“ für geparkte Geldeinlagen bei der EZB. Käufe von Staatsanleihen, wie sie seit geraumer Zeit von der FED in den USA praktiziert werden, wurden nicht angekündigt. Das enttäuscht zwar die Finanzindustrie. Gleichwohl ist es verständlich. Schließlich weiß niemand, wie man aus der Nummer je wieder herauskommen soll. An den Börsen reagierten Finanzjongleure heftig auf Draghis Einlassungen, allerdings anders als erwartet. Der Euro verlor nicht an Wert, er gewann gegenüber dem Doller.

Die G7-Chefs stellen an Putin dezidierte Forderungen im Umgang mit der Ukraine. Sie betreffen die bewaffneten Separatisten, politische Gespräche mit dem neu gewählten Präsidenten und Gaslieferungen. Würde sich ein G7-Chef mit derartigen Forderungen von Russland konfrontiert sehen, müsste er diese zurückweisen, um sein Gesicht zu wahren. Die Art ist alles andere als eine diplomatische Sternstunde. Zudem mutet es eigentümlich an, wenn man Gespräche zwischen Putin und Poroschenko einfordert, eigene Gespräche mit ihm aber kategorisch ablehnt. Schließlich sind da noch die unverzichtbaren Gasgeschäfte und ihre offenen Rechnungen. In dieser Angelegenheit bleibt ehrbaren Kaufleuten nur die Möglichkeit, Schulden des zahlungsunfähigen Schuldners zu übernehmen, statt irgendwelche Forderungen in seinem Namen zu stellen.

Die erneute Entgleisung im Ost-West-Konflikt schlägt sich in den Ölnotierungen nieder. Sie legten gestern einen ordentlichen Anstieg an den Tag. Nun kann man nur hoffen, dass er von schlechten Konjunkturdaten, die immer wieder gemeldet werden, in Grenzen gehalten wird.

Heute Morgen ist noch nicht zu erkennen, wohin die Ölbörsen marschieren werden. Die Kurse zappeln seitwärts. Die Tonne Gasöl kostet 888,75 Dollar. Das Barrel Rohöl wird in New York zu 102,46 Dollar und in London zu 108,81 Dollar gehandelt. Der Euro kostet 1,3650 US-Dollar.

Nationaler Markt

Unsere Heizölpreise drehten gestern ihre Richtung. Sie erhielten starke Anstiegsvorgaben von den Ölbörsen. Der Dollar dämpfe diese ein wenig ab.

Käufer halten den Binnenmarkt sehr lebendig. Die Orderwelle rollt weiter. Entsprechend zeigt unser Heizölkauf-Barometer sehr hohe Bestellbereitschaft. Der Handel sieht sich dabei noch nicht überfordert. Er behält die attraktiven Preise bei. Sie werden von den Kunden als kaufbar gewürdigt.

Das mathematische Tiefpreis-System hat bisher nur im Süden Deutschlands Kaufsignale errechnet. Im Norden, Westen und Osten blieben diese aus. Gemäß Preisformel müsste es dort noch weiter abwärts gehen. Der Durchschnittspreis für Deutschland erreichte gestern das Niveau, auf dem zuletzt grünes Licht gegeben wurde. Leser schätzen die Aussichten auf fallende Preise weiterhin positiv ein. Wir sehen die latente Sorge vor einer erneuten Eskalation im Ost-West-Konflikt bestätigt. Unser Preisoptimismus der letzten Tage ist verflogen.

Die Preisentwicklung kommt leider doch nicht aus der Konsolidierungsphase heraus. Das sah gestern anders aus. Bleibt als positive Äußerung derzeit nur auf den Umstand hinzuweisen, dass am Ende solcher Konsolidierungen oft die Fortsetzung des ursprünglichen Trends steht. Das wäre der Abwärtstrend. Und wir erwähnen selbstverständlich, dass die aktuellen Preise eindeutig kaufenswert sind. Heizöl ist günstiger als in den letzten drei Jahren zum gleichen Zeitpunkt.

Im Übrigen sind wir der Meinung, dass wir alle verbrauchsreduzierende Maßnahmen und Verhaltensweisen entwickeln müssen, um zukunftsfähig zu sein. Die prinzipiell freundliche Marktausrichtung ist kein Dauerzustand.

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