Unseren neuen Kommentar für den 06.12.16 finden Sie hier.


Heizölpreise: Alle suchen nach Rat

Internationaler Markt

Die niedrigen Preise bremsen die Ölindustrie. In den USA werden weniger Bohrtürme aufgestellt, weil viele Investments mittlerweile Verlustgeschäfte sind. Auswirkungen auf die aktuelle Förderung hat das nicht. Die soll bis zum Sommer immer noch wachsen, nicht nur in den USA, sondern auch andernorts in der Welt. Im ersten Halbjahr 2015 bleibt der Markt also mit Öl geflutet. Danach könnte sich die Lage ändern. Ebbe wird noch nicht so schnell eintreten.

Wenn man willens ist, das, was täglich über Wirtschaft durch die Medien flutet, ernst zu nehmen, müsste man Deiche bauen, um nicht im Öl zu ersaufen. Denn neben dem exorbitanten Angebot soll es eine gewaltige Nachfrageschwäche geben. China wird mit seinen 7,4 Prozent Wirtschaftswachstum zum kranken Mann der Welt erklärt. Das hört sich so an, als würden die Chinesen nun nicht mehr nach Öl baggern. Europas Wirtschaft ist bereits abgeschrieben. Der Ölverbrauch wird hier schrumpfen. Und Russland ist klinisch tot. Nur die USA weisen eine Wirtschaft auf, die das Wort verdient. Dort soll wieder mehr Öl durch die Vergaser der dicken Autos fließen.

Das Bild ist lächerlich. Dass China von den hohen Wachstumszahlen runterkommt, ist vollkommen normal, weil es sich seinen natürlichen Grenzen nähert. Gleichwohl wird sich das Land bis 2030 mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit zum größten Ölverbraucher der Welt entwickeln. Die südlichen Länder Europas haben in der Tat gewaltige Wirtschaftsprobleme, die sie lösen müssen. Dass in der EU weniger Öl verbraucht wird, hat damit nichts zu tun. Das ist Programm, wenn man es richtig macht sogar ein Konjunkturprogramm. Und selbst die USA werden politisch gewollt nicht wieder zum Öl saufenden Monster werden. Es gibt aber genug andere Länder auf der Erde, die mehr Öl benötigen. Aktuell kann man nur konstatieren, dass trotz eines vergleichweise geringen Wirtschaftswachstums immer mehr Öl verbraucht wird.

Die Ölpreismacher stecken mit ihren Ideen, wohin die Reise nun gehen soll, fest. Sie trauen sich nicht mehr zu verkaufen. Zum Kaufen haben sie angesichts der Überversorgung des realen Marktes aber auch keinen Mut. So dümpeln die Notierungen an den Ölbörsen heute Morgen vor sich hin. An den Devisenbörsen gibt der Dollar gerade etwas nach. Die Tonne Gasöl kostet aktuell 470,25 Dollar . Das Barrel Rohöl wird in New York zu 46,87 Dollar und in London zu 48,25 Dollar gehandelt. Der US-Dollar kostet 0,8643 Euro . Damit kostet der Euro 1,1569 Dollar .

Nationaler Markt

Unsere Heizölpreise zeigen wenig Bewegung. Sie laborieren am oberen Rand des Abwärtstrends, wie dem 3-Monats-Chart der aktuellen Heizölpreis-Tendenz zu entnehmen ist. Das Bild spiegelt die Einstellung der Finanzjongleure zu den Ölpreisen wider. Sie ist derzeit unklar.

Im Binnenmarkt geht das Kaufinteresse etwas zurück. Weil frühere Aufträge noch geliefert werden müssen, ist der Handel weiterhin hart gefordert. Er kommt mit der Lage recht gut zurecht. Ganz ohne längere Lieferzeiten geht es aber nicht.

Unser Schwarm-O-Meter für Heizöl, das das Kaufverhalten der Kunden ins Verhältnis zu ihren Preisanfragen setzt, steht nur auf einem mittleren Wert. Es gibt zwar viele Käufer aber noch mehr Beobachter, die auf tiefere Preise spekulieren. Der Glaube an günstigeres Heizöl steht wieder recht hoch, wie die Lesereinschätzung zeigt.

Die Beobachter fühlen sich möglicherweise vom mathematischen Tiefpreis-System bestätigt. Es gibt keine Kaufsignale mehr. Man kann das mutig sehen und einfach vertrauensvoll auf das nächste Signal warten. Es kommt bestimmt. Ob der Preis dann tiefer liegt als heute, ist allerdings nicht gewiss.

Die Preistrends weisen in allen Bereichen abwärts. Die Konstellation ist natürlich eine Einladung zur Spekulation auf noch mehr Abgang. Nach Lage der Dinge könnte das im weiteren Verlauf des Winters auch möglich sein. Es ist aber Respekt vor dem Wahnsinn der Börsen geboten. Der tiefe Fall der Ölpreise kann starke Gegenreaktionen hervorrufen. Die größte Gefahr, dass die Trends nun irreführend sind, geht aus unserer Sicht aber vom Dollar aus. Dessen Aufstieg ist furchteinflößend.

Unser simpler Rat an alle Unentschlossenen lautet: Wenn Ihr Tank demnächst eine Füllung verlangt, sollten Sie nun kaufen. Seien Sie einfach mit dem gewaltigen Preissturz, der bisher aufgelaufen ist, zufrieden. Wenn Sie genügend Heizöl für diesen Winter im Tank haben und über ein gutes Nervenkostüm verfügen, sollten Sie auf noch bessere Preise spekulieren.

Im Übrigen sind wir der Meinung, dass wir alle verbrauchsreduzierende Maßnahmen und Verhaltensweisen entwickeln müssen, um zukunftsfähig zu sein. Die freundliche Marktausrichtung ist kein Dauerzustand.

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