Unseren neuen Kommentar für den 04.12.16 finden Sie hier.


Heizölpreise: Alles in Butter

Internationaler Markt

Die Wirtschaft brummt. Das Öl fließt. War da mal ein anderer Zustand? Nach Datenlage scheinen die Umstände paradiesisch zu sein. Damit hat die Finanzszene ein Problem. Sie muss befürchten, dass ihr das Spielgeld in dem Maß entzogen wird, im dem die Realwirtschaft zulegt. Dadurch würden die aufgeblasenen Börsenkurse schrumpfen. Das wäre eine gefühlte Vertreibung aus dem Paradies. Alles Spekulation. Etwas handfester sind die darstellbaren Perspektiven für den Ölmarkt.

Die OPEC wird ihre aktuelle Produktion von 30 Mio. Barrel pro Tag aufrecht erhalten, obwohl ihre Volkswirte von einem Rückgang der Nachfrage in 2014 ausgehen. Wenn der Iran und Libyen wieder normal laufen, kommen über zwei Mio. Barrel pro Tag hinzu. Darüber hinaus plant der Irak im nächsten Jahr, eine Mio. Barrel pro Tag zusätzlich in den Markt zu pumpen. Verbraucher wird die unausweichliche Preisreaktion sicher freuen.

Die US-Bestandsdaten zeigen sinkende Vorräte. Das kommt in diesen Tagen erwartungsgemäß und wirkt nicht zwangsläufig bullisch. Am Jahresende sollen die Lager möglichst leer sein, um unnötige Steuerzahlungen zu vermeiden. In den Daten des API (American Petroleum Institute) tut sich gleichsam ein Loch auf. Das seriöser eingeschätzte DOE (Department of Energy) kommt mit weniger spektakulären Veränderungen zur Vorwoche heraus. Die Zahlen im Einzelnen:

Rohöl: -5,6 Mio. Barrel (DOE) bzw. -12,4 Mio. Barrel (API)
Heizöl und Diesel: +2,6 Mio. Barrel (DOE) bzw. +0,5 Mio. Barrel (API)
Benzin: +1,8 Mio. Barrel (DOE) bzw. -0,1 Mio. Barrel (API)

In Summe ergibt sich ein Abbau von 1,2 (DOE) bzw. 12,0 (API) Mio. Barrel. Die Raffinerieauslastung stieg auf 92 Prozent. Dieser Umstand führt bei gleichzeitigem Nachfragerückgang in den USA zu steigenden Mengen in den Heizöl-, Diesel- und Benzinlagern. Sie werden auf dem Weltmarkt angeboten. Mit der üppigen und preiswerten Rohölproduktion Nordamerikas im Rücken, werden die US-Raffineriegesellschaften den internationalen Ölmarkt in Zukunft ordentlich aufmischen, solange ihre Anlagen durchhalten.

Die wohl klingenden Umstände sind real. Das heißt aber nicht, dass die Preisbildung am Ölmarkt reell ist. Sie wird immer wieder durch politische und mehr noch durch spekulative Tendenzen gestört werden.

Gestern gaben die Ölnotierungen konsequenterweise nach. Heute Morgen deutet sich ein weiterer Preisrückgang an. Die Tonne Gasöl kostet aktuell 941,75 Dollar. Das Barrel Rohöl wird in New York zu 97,25 Dollar und in London zu 111,55 Dollar gehandelt. Der US-Dollar kostet 73,37 Eurocent.

Nationaler Markt

Unsere Heizölpreise bewegen sich am frühen Morgen noch gering. Die Vorgaben der Börsen sind zwar freundlich. Der Binnenmarkt hat aber Korrekturbedarf nach sehr starken Preiszugeständnissen der letzten Tage. Die lassen sich nur durchsetzen, wenn die Nachfrage stimmt. Und das wird vermutlich nicht der Fall sein, so dass im Laufe des Tages Preisrückgang zu erwarten ist. Die weiteren Aussichten hellen sich auf. Gemäß Realmarktlage sollte Heizöl in den kommenden Wochen günstiger werden. Große Erwartungen an einen Rückgang sind allerdings unangebracht. Wer dennoch spekulieren will, sollte die Entwicklung eng verfolgen, am PC oder mit unserer Smartphone-App. Wer wegen eines knappen Tankvorrats bestellen muss, hat keinen Grund, sich zu ärgern. Heizöl ist billiger als vor 12 und vor 24 Monaten. Im Übrigen sind wir der Meinung, dass es schlau ist, sich um die Reduzierung des eigenen Verbrauchs zu kümmern. Dazu empfehlen wir in einem ersten Schritt unseren e-Peilstab. Mit ihm lässt sich der Heizölverbrauch messen. Auf esytrol entsteht aus den Messungen ein Bild zur Energieintensität des eigenen Hauses. Wenn das bekannt ist, können Handlungen folgen.

Der Markt in Stichworten

preistreibende (bullische) Einflüsse auf Heizöl: China bleibt auf wirtschaftlichem Expansionskurs
Fortsetzung der lockeren Geldpolitik

preisdrückende (bärische) Einflüsse auf Heizöl: Rohölangebot übertrifft Rohölnachfrage
Ölproduktenangebot der USA hoch
Geringe US-Ölimporte
US-Rohölförderung auf 24-Jahres-Hoch
US-Rohölbestände sehr hoch

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