Unseren neuen Kommentar für den 10.12.16 finden Sie hier.


Heizölpreise: Anstieg im Abwärtstrend

Internationaler Markt

Die Atomverhandlungen mit dem Iran sind in erster Instanz gescheitert. Damit werden die Sanktionen gegen das Land vorerst nicht aufgehoben. Im globalen Ölmarkt hinterlässt das derzeit keine Spuren. Er ist gut versorgt. Im Iran haben die Sanktionen längst Spuren hinterlassen. Die Einnahmen aus Ölexporten sind um die Hälfte gesunken. Dem Land fehlt Geld und das besonders zu einer Zeit, in der sein wachsendes Engagement außerhalb der Landesgrenzen gefragt ist. Die schiitischen Glaubensbrüder in Syrien, Libyen und Irak brauchen Teherans Unterstützung, um nicht unterzugehen.

Nun gehen die Atomverhandlungen ohne Pause in die zweite Instanz. Sie sollen bis November zum Erfolg geführt werden. Wie ernst dem Iran die Angelegenheit ist, erkennt man an der Umsetzung der bisher erteilten Zusagen. Die Internationale Atomenergiebehörde bestätigt, dass die Hälfte der Bestände an 20-prozentig angereichertem Uran unbrauchbar gemacht wurde. Außerdem werde Uran derzeit nur noch auf fünf Prozent angereichert. Die Maßnahmen gehen auf ein Verhandlungsergebnis aus November 2013 zurück. Der Bau einer Atombombe verlangt eine Urananreicherung auf 90 Prozent. Die zivile Nutzung der Atomenergie ist hingegen mit den geringen Anreicherungswerten möglich.

Im Gegenzug sollen die USA eingefrorene Gelder in Höhe von 2,1 Mrd. Dollar freigeben. Mehr Öl wird noch nicht fließen. Dazu müssen weitere Nüsse im Atomkomplex geknackt werden. Sollte das in dieser Instanz gelingen, wird rund eine Million Barrel Rohöl pro Tag zusätzlich am Markt angeboten werden. Man kann heute schon vermuten, dass dieses Öl nicht gebraucht wird. Deshalb wird es auf die Preise drücken. Ob sie dann günstiger sein werden als heute, ist ungewiss. Denn sie können trotz des guten Ölangebots im Eskalationsfall irgendeiner der zahlreich vorhandenen geopolitischen Gefahren steigen.

Gestern gaben die Ölnotierungen wieder nach. Charttechnisch wird zumindest der Seitwärtstrend der letzten Tage bestätigt. Bezieht man die letzten Wochen in die Betrachtung ein, liegt sogar ein Abwärtstrend vor. Am Devisenmarkt zeichnet sich seit Anfang Juli ein Aufwärtstrend für den Dollar ab. Heute Morgen ist noch nicht zu erkennen, wohin die Börsen tendieren. Die Tonne Gasöl kostet 879,75 Dollar Das Barrel Rohöl wird in New York zu 102,00 Dollar und in London zu 107,11 Dollar gehandelt. Für einen Euro erhält man 1,3466 US-Dollar .

Nationaler Markt

Unsere Heizölpreise legten gestern spürbar zu. Ursächlich ist im Wesentlichen der Dollaranstieg. Die Ölbörsen zeigen mit ihrem Auf und Ab der letzten Tage wenig Einfluss. Die Bewegung wirkt bullisch. Aus Trendsicht ist sie es aber nicht. Ein Wechsel der grundlegenden Einstellungen ist nicht in Sicht.

Der Binnenmarkt verliert an Dynamik. Der Handel wünscht sich bereits wieder mehr Geschäft, obwohl er noch mit den Aufträgen der letzten Tage zu tun hat. Da bisher keine Überforderung der Transportkapazitäten zu verzeichnen war, wird das Fehlen von Aufträgen schnell spürbar. Unser Schwarm-O-Meter für Heizöl zeigt die gesunkene Kauflaune an. In ihr kommt das Urteil „akzeptabler Kaufpreis“ zum Ausdruck.

Das mathematische Tiefpreis-System gibt nirgendwo in Deutschland ein Kaufsignal. Das heißt nicht, dass die Preise schlecht sind. Sie sind nur nicht mehr so gut wie in den Momenten, als die Kaufsignale gegeben wurden. Man muss die Preise im politischen Kontext und in Zusammenhang mit dem eigenen Heizölvorrat bewerten. Unsere Leser reduzieren ihre Erwartung an bessere Preise wieder. Die Sorge vor einer Eskalation des Ost-West-Konflikts um die Ukraine hinterlässt ihre Spuren. Wer dennoch auf günstigeres Heizöl setzt, sollte sich des Risikos der Wette bewusst sein und das Geschehen eng verfolgen.

Die aktuelle Preisbewegung findet im Rahmen der Abwärtstrends statt. Diese sind in den verschiedenen Zeitstufen unterschiedlich steil. Der kurzfristige Trend ist nahe an einer Seitwärtsbewegung. Der längerfristige Trend macht immer noch Hoffnung auf mehr Abgang. Bleibt zu erwähnen, dass die aktuellen Heizölpreise deutlich unter dem Niveau der letzten drei Jahre zum gleichen Zeitpunkt liegen.

Im Übrigen sind wir der Meinung, dass wir alle verbrauchsreduzierende Maßnahmen und Verhaltensweisen entwickeln müssen, um zukunftsfähig zu sein. Die prinzipiell freundliche Marktausrichtung ist kein Dauerzustand.

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