Unseren neuen Kommentar für den 08.12.16 finden Sie hier.


Heizölpreise: Außer Pfingsten nichts gewesen

Internationaler Markt

Die Ölpreise legen leicht zu. Die sommerliche Fahrsaison hat in den USA begonnen. Die Preistreiber unter den Spekulanten hoffen auf einen Anstieg des Benzin-Verbrauchs. Der Euro bewegte sich wenig.

Die sommerliche Fahrsaison in den USA ist jedes Jahr wieder ein wichtiger Richtungshinweis, wohin die Ölpreise in der nächsten Zeit gehen. Aber auch dieser reale Hintergrund ist mittlerweile zu einem Event für Wetten verkommen. Es kommt vielmehr darauf an, die Erwartungen zu übertreffen, als den realen Verbrauch anzuschauen. Die Finanzhoheit über die Preisbildung stellt sogar den gesamtamerikanischen Fuhrpark in den Schatten. Nun, die Erwartungen waren hoch und galten vielerorts als überhöht. Die Realität konnte dem kaum nachkommen. Aber auch dies war erwartet worden, sodass am Ende dieser irrwitzigen Betrachtung eine Preissteigerung herauskam. Generell ist das kein gutes Zeichen für die Preisentwicklung. Der fade Beigeschmack der gekünstelten Bewertung bleibt und somit ein Rest an Hoffnung, dass der Unsinn an den Ölbörsen nicht zu kräftige Blüten schlägt.

Der Euroraum schwächelt, während das Verbrauchervertrauen in den USA gewachsen ist. Dies ist der Nährboden, auf dem der letzte Dollaranstieg vom vergangenen Freitag gedeihen konnte. Auch wenn die Fed (US-Zentralbank) die angekündigte Zinsanhebung auf den Sankt Nimmerleinstag verschoben hat, bleibt ihre Position gegenüber der mit Geld um sich werfenden EZB (Europäische Zentralbank) überlegen. Damit herrscht, trotz der relativ guten Entwicklung der letzten Zeit, ein Ungleichgewicht zugunsten des Dollars. Die Entwicklung in Griechenland und der Ausgang der Kommunalwahlen in Spanien werden zwar nicht mehr als bedrohlich für den Euro eingestuft, drücken aber dennoch auf dessen Außenwert.

Die Ölbörsen verhalten sich heute Morgen ruhig, allein der Dollar gewinnt an Fahrt. Die Tonne Gasöl kostet aktuell 600,75 Dollar . Das Barrel Rohöl wird in New York zu 59,89 Dollar und in London zu 65,64 Dollar gehandelt. Der US-Dollar kostet 0,9146 Euro . Damit kostet der Euro 1,0934 Dollar .

Nationaler Markt

Die Heizölpreise stehen kurz vor einer Abschwächung des Aufwärtstrends. Es könnte sich sogar noch ein Seitwärtstrend entwickeln. Allerdings sind die Vorgaben von den Börsen schwierig. Die 3-Monats-Ansicht der aktuellen Heizölpreis-Tendenz zeigt keinen vollen Anstieg im Aufwärtstrend. Tendenziell sehen wir in der nahen Zukunft schon einen Seitwärtstrend kommen.

Der Binnenmarkt läuft ruhig. Bestellungen werden auf leicht überdurchschnittlichem Niveau vorgenommen. Das korrespondiert mit der Hoffnung auf günstigeres Heizöl. Diese hat nachgelassen und befindet sich auf einem schwachen Wert von 68 Prozent. Unser Schwarm-O-Meter für Heizöl, das das Kaufverhalten der Kunden ins Verhältnis zu ihren Preisanfragen setzt, und die Lesereinschätzung zur Preisentwicklung zeigen die Lage entsprechend an. Das eine steht auf einem leicht überdurchschnittlichem Niveau für die Kaufbereitschaft, das andere auf einem schwachen Wert für die Erwartung an fallende Heizölpreise.

Das mathematische Tiefpreis-System steht im Westen Deutschlands auf Grün. Im Rest der Republik zeigt es keine Kaufsignale an. Dieser Umstand unterstützt die Markthaltung der Beobachter. Die Signale werden definitiv wieder kommen. Es ist gut möglich, dass die Preise dann tatsächlich tiefer liegen als heute.

Die Preistrends geben indifferente Zeichen ab. In den kurzfristigen Einstellungen weisen sie aufwärts. In den längerfristigen Ansichten zeigen sie Wimpel. Das sind Konstellationen, die auf eine bevorstehende Neuausrichtung der Ölpreise hindeuten. Danach kann es aufwärts oder abwärts gehen. Beides ist möglich. Wir sehen längerfristig wieder Preispotenzial nach unten.

Unser simpler Rat an alle Unentschlossenen lautet: Wenn Ihr Tank demnächst eine Füllung verlangt, sollten Sie kaufen. Seien Sie einfach mit dem gewaltigen Preissturz, von dem immer noch ein ordentlicher Anteil verblieben ist, zufrieden. Wenn Sie genügend Heizöl im Tank haben, über ein gutes Nervenkostüm verfügen, um unliebsame Preisentwicklungen zu ertragen, und den spekulativen Kick lieben, sollten Sie es riskieren, auf bessere Preise zu setzen.

Im Übrigen sind wir der Meinung, dass wir alle verbrauchsreduzierende Maßnahmen und Verhaltensweisen entwickeln müssen, um zukunftsfähig zu sein. Die freundliche Marktausrichtung ist kein Dauerzustand.

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