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Heizölpreise: Auf dem Weg zum Jahreshoch?

Internationaler Markt

Die Ölpreise kletterten gestern in zwei Etappen über die Marke von 55 Dollar je Barrel: Am Vormittag gab der Monatsbericht der Internationalen Energieagentur (IEA) den ersten Push. Erneut wurden die Schätzungen zur Ölnachfrage nach oben korrigiert; für das abgelaufene zweite Quartal sogar um enorme 500.000 Barrel pro Tag. Für das Gesamtjahr 2017 erwartet die IEA nun einen sehr kräftigen Anstieg der Rohölnachfrage um 1,6 Millionen Barrel pro Tag. Die Experten der IEA stochern zwar weiter im Datennebel und überraschen immer wieder mit heftigen Korrekturen, aber der Markt war mit der optimistischen Markteinschätzung der IEA zufrieden und der Preis für Brent-Rohöl stieg.

Am Nachmittag liefen die neuen Lagerdaten der amerikanischen Energiebehörde EIA (DOE) über den Ticker. Wie erwartet stiegen die Rohölbestände, während die Produktlager (Benzin, Heizöl, Diesel) schrumpften. Die Raffineriebetreiber haben nach den Flutschäden durch den Hurrikan Harvey noch immer Probleme, die Anlagen zügig hochzufahren. Das Rohöl kann also nicht raffiniert werden. Die Ausschläge wären noch höher gewesen, wenn nicht auch der Außenhandel eingebrochen wäre. Doch im Moment kommt weniger Rohöl als gewöhnlich ins Land, während die Produkttanker, die Benzin oder Diesel nach Übersee bringen sollen, in den Häfen festsitzen. Außerdem ist die Nachfrage in Florida eingebrochen, wo das normale Leben durch den Hurrikan Irma zum Erliegen gekommen ist.

Die Veränderung der Lagerbestände in den USA in der Übersicht:

Rohöl: +6,2 Mio. Barrel (API) bzw. +5,9 Mio. Barrel (DOE)
Heizöl und Diesel: -1,8 Mio. Barrel (API) bzw. -3,2 Mio. Barrel (DOE)
Benzin: -7,9 Mio. Barrel (API) bzw. -8,4 Mio. Barrel (DOE)

Die Trader wussten im ersten Moment nicht, was sie mit diesen Daten anfangen sollten. Steigende Rohölmengen sollten den Ölpreis drücken, aber knappe Produktvorräte stützen ihn. Schließlich setzte sich die bullische Interpretation durch und der Ölpreis zog über 55 Dollar je Barrel an.

Damit bewegen sich die die Ölpreise weiter in Richtung des Jahreshochs von 57 Dollar je Barrel. Im Rückblick der letzten Tage wird deutlich, wie wichtig amerikanisches Schieferöl für die Stabilisierung der internationalen Ölpreise geworden ist. Wird die Branche vom Weltmarkt abgekoppelt, wie es jetzt durch die beiden Hurrikane geschehen ist, verlässt Brent seinen ruhigen Preiskorridor und strebt nach oben. Die Preise im amerikanischen Binnenland (WTI) bleiben dagegen vergleichsweise niedrig.

Heute morgen dämpfen schwache Konjunkturdaten aus China die Stimmung, aber die Ölpreise bleiben hoch: Das Barrel der US-Rohölsorte West Texas Intermediate (WTI) kostet im Moment 49,22 Dollar . Die Nordseesorte Brent steht weit darüber bei 54,96 US-Dollar je Barrel . Eine Tonne Gasöl wird bei 524,50 Dollar gehandelt .

Der US-Dollar erholt sich weiter auf 0,8414 Euro . Damit kostet der Euro 1,1880 Dollar . Die Pfeile zeigen die Veränderung der Preise im Vergleich zum Handelsauftakt des Vortages an.

Nationaler Markt

Die Heizölpreise ziehen an. Sie folgen den höheren Rohölpreisen und dem schwachen Euro. Über Wochen hinweg hatte die Schwäche des Dollars einen steileren Preisanstieg verhindert, doch dieser Schutz fällt nun weg. Andererseits sind die Verwerfungen im Gasoil-Markt nicht mehr so stark wie in der letzten Woche. Die schrumpfenden Margen in Rotterdam halten die Heizölpreise etwas im Zaum.

Der Binnenmarkt für Heizöl ist im Moment sehr aktiv. Das Schwarm-O-Meter für Heizöl, das die Zahl der Käufe und Preisanfragen analysiert, zeigt sehr hohe Werte. Der Preisoptimismus steigt hingegen wieder: Immer mehr Kunden rechnen aktuell mit fallenden Heizölpreisen.

Die Preischarts zeigen widersprüchliche Trends. Im kurzfristigen Zeitintervall (3 Monate) steigt der Heizölpreiskorridor an. In den längeren Zeitintervallen fallen die Preisspitzen, aber auch die Preistäler werden flacher. Der Preiskorridor wird enger. Unter dem Strich ist das technische Bild also nicht mehr so günstig wie im Sommer.

Der Rat an alle Unentschlossenen lautet: Die Preise sind derzeit noch vergleichsweise niedrig und die kalte Jahreszeit ist bereits spürbar. Zumindest eine Deckung des Bedarfs mit einer Teilmenge (1.000 bis 1.500 Liter) erscheint sinnvoll. So bleibt die Chance erhalten, einen möglichen Preisrückgang zu nutzen, aber auch die Freiheit, auf einen plötzlichen Preisanstieg nicht sofort reagieren zu müssen.

Um die Heizölpreisentwicklung optimal ausnutzen zu können, sollten Sie genau wissen, wie viel Platz in Ihrem Tank ist. Der esyoil e-Peilstab hilft Ihnen dabei. Mit ihm können Sie Ihren nächsten Heizölkauf noch besser planen.

Im Übrigen sind wir der Meinung, dass wir alle verbrauchsreduzierende Maßnahmen und Verhaltensweisen entwickeln müssen, um zukunftsfähig zu sein.

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Heizölpreise-Chart vom

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