Unseren neuen Kommentar für den 07.12.16 finden Sie hier.


Heizölpreise: Aufregung in der Straße von Hormus

Internationaler Markt

Gestern schossen die Ölpreise am Nachmittag in die Höhe. Was war passiert? Ein iranisches Patrouillenboot hatte einen Frachter aufgefordert, ihm in einen Hafen zu folgen. Das lehnte dieser zunächst ab, lenkte nach ein paar Warnschüssen aber doch ein. Die USA haben einen Zerstörer und einen Kampfjet zur Beobachtung entsandt. Die Marshall-Inseln, unter deren Flagge der Frachter fährt, hat ein Beistandsabkommen mit den USA. Die Börsen beruhigten sich im Laufe des späten Handels wieder. Die USA sprechen von einer Provokation. Tatsächlich macht das Geschehen keinen politischen Eindruck. Der Frachter war in iranischen Gewässern. Mögliche polizeiliche Untersuchungen des Irans stehen noch aus. Davor lief der Handelstag relativ ruhig und ohne richtungsweisende Impulse.

Nach enttäuschenden US-Wirtschaftsdaten konnte der Euro erneut gegenüber dem Dollar zulegen. Insbesondere das Verbrauchervertrauen in den USA, das schlechter zu sein scheint als es erwartet wurde, schwächte den Dollar und ließ die Gemeinschaftswährung steigen.

Heute Morgen werden die Daten von gestern Abend bestätigt. Allein der Dollar nimmt wieder etwas Fahrt auf. Die Tonne Gasöl kostet aktuell 583,00 Dollar . Das Barrel Rohöl wird in New York zu 56,94 Dollar und in London zu 64,54 Dollar gehandelt. Der US-Dollar kostet 0,9122 Euro . Damit kostet der Euro 1,0962 Dollar .

Nationaler Markt

Die Heizölpreise bewegen sich in der 3-Monats-Ansicht der aktuellen Heizölpreis-Tendenz wieder etwas von der oberen Grenze des leicht aufwärtslaufenden Seitwärtstrends weg. Heute werden die US-Bestandsdaten erwartet, die wöchentlich für Spekulationen herhalten müssen.

Der Binnenmarkt läuft nach wie vor ruhig. Die ersten Sicherungskäufe sind bereits wieder eingestellt worden. Die Hoffnung auf günstigeres Heizöl ist von 71 Prozent um 14 Prozentpunkte auf 85 Prozent gestiegen. Das ist ein beachtlich hoher Wert. Unser Schwarm-O-Meter für Heizöl, das das Kaufverhalten der Kunden ins Verhältnis zu ihren Preisanfragen setzt, und die Lesereinschätzung zur Preisentwicklung zeigen die Lage entsprechend an. Das eine steht auf einem unterdurchschnittlichem Niveau für die Kaufbereitschaft, bei niedrigem Gesamtinteresse, das andere auf einem Mehrheitswert für die Erwartung an fallende Heizölpreise.

Das mathematische Tiefpreis-System zeigt keine Kaufsignale mehr an. Dieser Umstand unterstützt die Markthaltung der Beobachter. Die Signale werden definitiv wieder kommen. Es ist gut möglich, dass die Preise dann tatsächlich tiefer liegen als heute.

Die Preistrends geben indifferente Zeichen ab. In den kurzfristigen Einstellungen weisen sie leicht aufwärts. In den längerfristigen Ansichten zeigen sie Wimpel. Das sind Konstellationen, die auf eine bevorstehende Neuausrichtung der Ölpreise hindeuten. Danach kann es aufwärts oder abwärts gehen. Beides ist möglich. Wir sehen wieder Potenzial für abwärts.

Unser simpler Rat an alle Unentschlossenen lautet: Wenn Ihr Tank demnächst eine Füllung verlangt, sollten Sie kaufen. Seien Sie einfach mit dem gewaltigen Preissturz, von dem immer noch ein ordentlicher Anteil verblieben ist, zufrieden. Wenn Sie genügend Heizöl im Tank haben, über ein gutes Nervenkostüm verfügen, um unliebsame Preisentwicklungen zu ertragen, und den spekulativen Kick lieben, sollten Sie es riskieren, auf bessere Preise zu setzen.

Im Übrigen sind wir der Meinung, dass wir alle verbrauchsreduzierende Maßnahmen und Verhaltensweisen entwickeln müssen, um zukunftsfähig zu sein. Die freundliche Marktausrichtung ist kein Dauerzustand.

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