Unseren neuen Kommentar für den 08.12.16 finden Sie hier.


Heizölpreise: Aufwärts ohne Gefahr

Internationaler Markt

Die Ölpreise legten gestern ordentlich zu. Mit den Meldungen vom Vortag über einen Förderrückgang und sinkende Ölbestände in den USA scheint die Erklärung dafür offensichtlich zu sein. Mit den Vermutungen über eine höhere globale Überversorgung als bisher angenommen wurde, steht dieser Erklärung aber eine schwere Gegenanzeige gegenüber.

Freunde des vom realen Markt implizierten bullischen Arguments erwarten sehnsüchtig das Wochenende. In den USA gilt es als Beginn der sommerlichen Fahrsaison. In diesem Jahr soll dieser kurze Ferientermin die Autofahrten auf ein 10-Jahres-Hoch anschwellen lassen. Der daraus resultierende Spitzenkraftstoffverbrauch wird als richtungsweisend für die Sommernachfrage angesehen. Das ist alles nur geschätzt. In den letzten Jahren wurden derartige Prognosen regelmäßig verfehlt. Der Konsum ist nicht der, den sich Wachstumsfetischisten erträumen. Wie auch, die stetig wachsenden Geldvermögen stehen dem Gros der Bevölkerung nicht zur Verfügung.

So liegt es nahe, die gestiegenen Ölpreise nicht mit Realmarkteffekten zu begründen, sondern mit Zentralbankmaßnahmen. Just zu dem Zeitpunkt, in dem der reale Markt scheinbar bullische Signale aussendet, kommen von der FED (US-Notenbank) schwere Bedenken zu der bereits geplanten Zinserhöhung im Juni. Diese wird wohl auf unbestimmte Zeit verschoben. Somit bleibt Geld billig und schreit wieder einmal nach Anlage. Dafür sind Aktien und Öl die am besten geeigneten Positionen. Sobald das Geld anfängt zu fließen, steigen deren Preise. Die kleine Schwester der FED, die EZB (Europäische Zentralbank), brennt seit Monaten ein Feuerwerk billigen Geldes ab, mit dem jedes noch so kleine Aufkeimen von Zins niedergeschmettert wird.

Fazit: Ein Sachverhalt, zwei Meinungen. Das Ganze ist wie immer spekulative Information und informative Spekulation. Fakt ist nur der Preis oder wie der Fußballer sagt: "Wat zählt is auf'm Platz." Heute Morgen zählt man an den Ölbörsen ein wenig runter. Das heißt für den Tagesablauf noch gar nichts. Erwähnenswerter ist der Dollar. Er fällt. Das passt zur Zinsabstinenz der FED. Unseren Heizölpreisen tut es auch ganz gut. Die Tonne Gasöl kostet aktuell 607,00 Dollar . Das Barrel Rohöl wird in New York zu 60,57 Dollar und in London zu 66,35 Dollar gehandelt. Der US-Dollar kostet 0,8963 Euro . Damit kostet der Euro 1,1157 Dollar .

Nationaler Markt

Die Heizölpreise können ihren Aufwärtstrend noch nicht verlassen. Sie bekommen harte Vorgaben von den Ölbörsen, die sie auf Linie halten. Die 3-Monats-Ansicht der aktuellen Heizölpreis-Tendenz zeigt das deutlich. Einen vollen Anstieg im Aufwärtstrend erwarten wir allerdings nicht. Tendenziell sehen wir in der nahen Zukunft schon einen Seitwärtstrend kommen.

Der Binnenmarkt läuft ruhig. Bestellungen kleckern übersichtlich herein. Nur die Hoffnung auf günstigeres Heizöl ist schwungvoll. Unser Schwarm-O-Meter für Heizöl, das das Kaufverhalten der Kunden ins Verhältnis zu ihren Preisanfragen setzt, und die Lesereinschätzung zur Preisentwicklung zeigen die Lage entsprechend an. Das eine steht auf geringem Niveau für die Kaufbereitschaft, das andere auf einem ordentlichen Mehrheitswert für die Erwartung an fallende Heizölpreise.

Das mathematische Tiefpreis-System steht im Westen Deutschlands auf Grün. Im Rest der Republik zeigt es keine Kaufsignale an. Dieser Umstand unterstützt die Markthaltung der Beobachter. Die Signale werden definitiv wieder kommen. Es ist gut möglich, dass die Preise dann tatsächlich tiefer liegen als heute.

Die Preistrends geben indifferente Zeichen ab. In den kurzfristigen Einstellungen weisen sie aufwärts. In den längerfristigen Ansichten zeigen sie Wimpel. Das sind Konstellationen, die auf eine bevorstehende Neuausrichtung der Ölpreise hindeuten. Danach kann es aufwärts oder abwärts gehen. Beides ist möglich. Wir sehen längerfristig wieder Preispotenzial nach unten.

Unser simpler Rat an alle Unentschlossenen lautet: Wenn Ihr Tank demnächst eine Füllung verlangt, sollten Sie kaufen. Seien Sie einfach mit dem gewaltigen Preissturz, von dem immer noch ein ordentlicher Anteil verblieben ist, zufrieden. Wenn Sie genügend Heizöl im Tank haben, über ein gutes Nervenkostüm verfügen, um unliebsame Preisentwicklungen zu ertragen, und den spekulativen Kick lieben, sollten Sie es riskieren, auf bessere Preise zu setzen.

Im Übrigen sind wir der Meinung, dass wir alle verbrauchsreduzierende Maßnahmen und Verhaltensweisen entwickeln müssen, um zukunftsfähig zu sein. Die freundliche Marktausrichtung ist kein Dauerzustand.

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