Unseren neuen Kommentar für den 09.12.16 finden Sie hier.


Heizölpreise: Besser als der Weltmarkt

Internationaler Markt

Liebe Finanzjongleure, gebt mir einen Anlass, nicht immer den folgenden Satz schreiben zu müssen: Der Markt ist überversorgt und Öl wird teurer. Verbraucher können das nicht verstehen, weil es wider die Logik freier Märkte ist, und ich weiß kaum noch, wie ich die Worte wählen soll, damit täglich ein neuer Kommentar herauskommt. Ihr seid peinlich und langweilig. Schade, dass man Euer Spielgeld in 2008 nicht hat verbrennen lassen. Dann wäre die Welt heute eine andere.

Als die Ölpreise Anfang Januar ganz unten waren, war eine Wette auf steigende Notierungen noch mutig. Sie setzte auf das Unerwartete, auf die sinkende Ölproduktion. Diese trat bis heute nicht ein. Dennoch folgten Euch Eure Kumpels. Das Schnellballsystem funktioniert. Ok, Ihr habt mal wieder bewiesen, dass Dummheit siegt. Euch dürfte aber auch klar sein, dass Euer System irgendwann platzt. Denn Stand heute ist, dass der Produktionsrückgang in den USA vom Produktionsanstieg der OPEC kompensiert wird. Wahrscheinlich wird er sogar überkompensiert. Die Überproduktion wird im Jahresverlauf bei ein bis zwei Million Barrel pro Tag bleiben.

Mit jedem Dollar Preissteigerung, den Ihr bewirkt, wächst die Wahrscheinlichkeit, dass selbst in den USA wieder mehr statt weniger Öl gefördert wird. Es braucht schon eine außergewöhnlich prosperierende Konjunktur mit alten, energieintensiven Geschäftsmodellen, um das viele Öl zu verfeuern, was uns derzeit zur Verfügung steht. Die von Euch so geliebten Indikatoren zeigen eher das Gegenteil an.

Wirtschaftswachstum erfordert seit Jahren immer weniger Energienachfragewachstum, nicht zuletzt weil Eure Geldgeschäfte, die keinerlei realwirtschaftliche Substanz haben, in die Wachstumsbilanz eingehen. Der stärkere Effekt dabei ist allerdings die wachsende Effizienz, mit der wir Rohstoffe ausnutzen. Also Finanzjongleure, Eure Chance auf Gewinn steht nicht gut. Die meisten von Euch scheinen das nicht zu wissen. Viel Spaß, wenn sie es bemerken.

Heute Morgen schläft die Finanzszene ruhig. An den Börsen bewegt sich so gut wie nichts. Die Tonne Gasöl kostet aktuell 603,25 Dollar . Das Barrel Rohöl wird in New York zu 59,09 Dollar und in London zu 66,41 Dollar gehandelt. Der US-Dollar kostet 0,8937 Euro . Damit kostet der Euro 1,1190 Dollar .

Nationaler Markt

Die Heizölpreise bewegen sich seitwärts. Ihr Trend weist allerdings leicht aufwärts, wie die 3-Monats-Ansicht der aktuellen Heizölpreis-Tendenz zeigt. Darin kommt das Schneeballsystem der Finanzszene zum Ausdruck, das wider die Logik realer Märkte Spekulationsgewinn und Preissteigerung produziert.

Der Binnenmarkt läuft ruhig. Bestellungen kleckern relativ bedächtig herein. Etwas lebendiger wirkt dagegen die Hoffnung auf günstigeres Heizöl. Unser Schwarm-O-Meter für Heizöl, das das Kaufverhalten der Kunden ins Verhältnis zu ihren Preisanfragen setzt, und die Lesereinschätzung zur Preisentwicklung zeigen die Lage entsprechend an. Das eine steht auf einem relativ hohen Niveau für die Kaufbereitschaft, wohlgemerkt bei niedrigem Gesamtinteresse, das andere auf einem Mehrheitswert für die Erwartung an fallende Heizölpreise.

Das mathematische Tiefpreis-System zeigt keine Kaufsignale mehr an. Dieser Umstand unterstützt die Markthaltung der Beobachter. Die Signale werden definitiv wieder kommen. Es ist gut möglich, dass die Preise dann tatsächlich tiefer liegen als heute.

Die Preistrends geben indifferente Zeichen ab. In den kurzfristigen Einstellungen weisen sie leicht aufwärts. In den längerfristigen Ansichten zeigen sie Wimpel. Das sind Konstellationen, die auf eine bevorstehende Neuausrichtung der Ölpreise hindeuten. Danach kann es aufwärts oder abwärts gehen. Beides ist möglich. Wir sehen längerfristig wieder Potenzial nach unten.

Unser simpler Rat an alle Unentschlossenen lautet: Wenn Ihr Tank demnächst eine Füllung verlangt, sollten Sie kaufen. Seien Sie einfach mit dem gewaltigen Preissturz, von dem immer noch ein ordentlicher Anteil verblieben ist, zufrieden. Wenn Sie genügend Heizöl im Tank haben, über ein gutes Nervenkostüm verfügen, um unliebsame Preisentwicklungen zu ertragen, und den spekulativen Kick lieben, sollten Sie es riskieren, auf bessere Preise zu setzen.

Im Übrigen sind wir der Meinung, dass wir alle verbrauchsreduzierende Maßnahmen und Verhaltensweisen entwickeln müssen, um zukunftsfähig zu sein. Die freundliche Marktausrichtung ist kein Dauerzustand.

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