Unseren neuen Kommentar für den 09.12.16 finden Sie hier.


Heizölpreise: Charttechnisches Geplänkel

Internationaler Markt

Den Ölnotierungen kann man je nach Betrachtungszeitraum unterschiedliche Trends zuordnen. In den letzten Tagen ging es stetig abwärts. Der Februartrend zeigt allerdings aufwärts. Eine komplette Dreimonatsdarstellung tendiert wiederum schwach abwärts. In die Jahresansicht kann man einen sogenannten Wimpel hineininterpretieren. Das ist ein Dreieck, bei dem der untere und der obere Trendrand zusammenlaufen und die Preisbewegung gleichsam blockieren. Kurz vor dem endgültigen Stillstand kommt es zu einem Ausbruch, dessen Richtung aus der Vergangenheit abgeleitet wird. Im Jahreschart ist die Vergangenheit eine Seitwärtsbewegung. Im Dreijahreschart ist sie ein schwacher Abwärtstrend.

Diese Erklärungen zur Charttechnik lassen erahnen, dass es sich um so etwas wie Kaffeesatzlesen handelt. Solche Praktiken haben Menschen seit jeher beeinflusst. Heute beeinflussen sie gigantische Geldbewegungen. Im Sinne einer Prognose macht uns die Darstellung nicht schlauer. Die banale Statistik legt einen schwachen Abwärtstrend nahe. Der scheint durch die physische Lage am Ölmarkt bestätigt zu sein. Dass Zukunft als lineare Fortsetzung der Vergangenheit stattfindet, setzt allerdings das Ausbleiben jedweder gesellschaftlichen Verwerfung voraus. Die Gegenwart vermittelt nicht unbedingt die entsprechende Stabilität. Und dann ist da noch der Dollar. Er geht gerade aus einem Abwärts- in einen Seitwärtstrend über. Mit dem Ende des munteren Geldschöpfens in den USA liegt der Übergang in einen Aufwärtstrend nahe.

Nationaler Markt

Unsere Heizölpreise geben erneut nach. Sie folgen dabei den Ölnotierungen am Weltmarkt. Der Binnenmarkt bleibt weiterhin ein Käufermarkt. Anbieter bemühen sich um die wenigen kaufbereiten Kunden durch Margenverzicht, im Volksmund auch Rabatt genannt. Trotz der freundlichen Preisentwicklung in den letzten Tagen sehen wir die Gegenwart beim Öl noch ein wenig durchwachsen. Mittelfristig können wir uns aber durchaus weiteren Preisnachlass vorstellen. Wer darauf spekulieren will, braucht Risikobewusstsein, Geduld, eine ausreichende Restmenge Heizöl im Tank und unsere zeitnahen Informationen. Große Einsparungen sollte man dabei nicht erwarten, zumindest nicht solange kein Crash auf dem Programm steht. Wer Heizöl umgehend braucht, ist in einer komfortablen Lage. Die Preise sind bereits gut und die Händler sind lieferbereit. Im Übrigen sind wir der Meinung, dass wir alle verbrauchsreduzierende Maßnahmen und Verhaltensweisen entwickeln müssen, um zukunftsfähig zu sein. Die freundliche Marktausrichtung ist kein Dauerzustand.

Der Markt in Stichworten

preistreibende (bullische) Einflüsse auf Heizöl: Libyen liefert weiterhin kaum Öl
Produktionsausfälle im Südsudan
Unruhen in Venezuela
US-Heizölvorräte knapp

preisdrückende (bärische) Einflüsse auf Heizöl: Rohölnachfrage der Raffinerien sinkt zum Frühjahr
US-Öl über neue Pipeline besser verfügbar
Atomverhandlungen mit dem Iran laufen wieder
OPEC wird kurzfristig mehr Öl liefern

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