Unseren neuen Kommentar für den 08.12.16 finden Sie hier.


Heizölpreise: Da brennt nichts an

Internationaler Markt

Täglich grüßt die Frage aller Fragen an dieser Stelle. Sie lautet: Wie werden sich die Ölpreise entwickeln? Da wir Menschen der Zeit dazu neigen, unsere Welt in Ursache-Wirkungs-Kategorien zu sehen, die in Naturwissenschaft und Technik sehr erfolgreich angewendet wurden, muss jede Antwort auf die Frage unbefriedigend sein. Niemand kann eine eindeutige Ursache-Wirkungs-Kette aus dem Geflecht von Wechselbeziehungen des globalen homo oeconomicus heraussezieren, die auch nur den Hauch von Realitätsnähe ernsthaft für sich reklamieren könnte. Dass wir uns im Wirtschaftsteil unserer Kommunikation trotzdem immer wieder derselben Frage widmen, ist Teil der Unterhaltungsmaschine, die unser Leben umspült. Sie befasst sich mit dem Markt der Möglichkeiten ganz zu unserem Plaisir.

Dieser Markt bot bis vor ein paar Tagen ein großartiges Angebot an Wachstumschancen mit schillernden Konsumfreuden rund um unseren Planeten. Der Wohlstand sollte die nächste Höhe erklimmen, für einen Teil der Bevölkerung, dem anderen winkte der Rest vom Überfluss. Damit der Markt bespielt werden kann, sollte noch mehr Energie verbraucht werden als bisher. Nun sind die Wachstumschancen vergammelt. Die US-Notenbank, der seit einiger Zeit die Rolle des Marktbetreibers zugewiesen wird, sei schuld daran. Wenn man das Stück so inszeniert sehen möchte, geht die Ansicht in Ordnung. Es gibt aber viele andere Spielarten, ohne diese US-Notenbank, auf einer geringeren Geldbasis, mit reduziertem Energieverbrauch, mit anderen Konsumfreuden, ohne Wachstum, mit besser verteiltem Wohlstand und vielen anderen Ideen. Wir Menschen denken uns das alles aus, nicht eine fremde Macht.

Einige Wohlstandsbürger sind so verärgert über die Weigerung der US-Notenbank, den umsichtigen Marktbetreiber spielen zu wollen, dass sie ihre Anteilsscheine am Spiel weggeben. Das verdirbt ihren Wert. Der erhöhte Energieverbrauch ist auch schon infrage gestellt. Die Anbieter von Energie sind nicht erfreut. Sie haben sich unter Einsatz von sehr viel Geld auf eine erhöhte Nachfrage eingestellt. Ihr Angebot steht und es ist ausbaufähig. Wenn sie es nicht loswerden, drohen weitere Wertverluste. Einen ersten Eindruck davon mussten einige große Ölgesellschaften im letzten Quartal 2013 ertragen. Aktuell halten sich die Ölpreise noch auf dem Niveau der letzten Jahre. Das kann sich sehr schnell ändern.

In den USA diskutiert man hart, ob das Verbot, Rohöl abverkaufen zu dürfen, aufgehoben werden soll. Es existiert seit bald vierzig Jahren. Die Ölgesellschaften wollen Markt machen. Bürger und Politiker sagen ihnen, dass ihr Öl früher oder später im eigenen Land sowieso gebraucht wird, denn die USA sind und bleiben Nettoimporteur von Öl, auch wenn sie mittlerweile eine große Exportmacht für Ölprodukte geworden sind.

Es gibt viele Nebenschauplätze, die für die Ölpreisbildung relevant sind, der Iran, der Irak, Libyen, Afrika als ganzer Kontinent, Venezuela, Brasilien. Überall tut sich etwas beim Angebot. Tendenziell scheint es zu wachsen. Ob es wirklich so kommen wird, weiß man genauso wenig wie bei der Nachfrage. Letztendlich können wir Menschen nur Stimmungen aufnehmen und diesen den Titel Prognose geben.

Derzeit sieht es so aus, als sei das physische Ölangebot auskömmlich vorhanden und unsere Idee von Wirtschaft in einer schweren Krise. Vor sechs Jahren schien Öl zur Neige zu gehen und die Wirtschaft war ebenfalls in einer schweren Krise. Damals wie heute geht es uns Deutschen materiell so gut wie nie zuvor. Die Prognose liegt auf der Hand, dass es uns in sechs Jahren immer noch gut gehen wird, auch wenn sich vieles verändert. Vielleicht sollten wir mit dieser Ahnung Veränderungen anpacken, die uns das Gefühl geben, etwas zum Besseren zu wenden und glücklich zu werden.

Nationaler Markt

Unsere Heizölpreise geben nach. Dieses Mal ist der Dollar Ursache des Geschehens. Er hatte einen Schwächeanfall. Der löst sich gerade wieder auf. Dass sich das nicht in den Heizölpreisen widerspiegelt, liegt an der Flexibilität der Rabatte im Binnenmarkt. Sie werden gerade nach Kräften ausgenutzt, um Kunden keine Preiserhöhungen zuzumuten. Die würden sie vermutlich mit totaler Kaufverweigerung beantworten. Die Preisaussichten sind mittelfristig nach unserer Meinung etwas besser als kurzfristig, nicht zuletzt weil die Abwärtstrends vollständig intakt sind. Wer auf sie spekulieren will, braucht Risikobewusstsein, Geduld, eine ausreichende Restmenge Heizöl im Tank und unsere zeitnahen Informationen. Viele Kunden sind der Spekulation nicht zugetan. Sie finden aktuell gute Heizölpreise vor. Kaufen Sie, wenn Sie Heizöl brauchen. Es ist günstiger als in den letzten zwei Jahren. Im Übrigen sind wir der Meinung, dass wir alle verbrauchsreduzierende Maßnahmen und Verhaltensweisen entwickeln müssen, um zukunftsfähig zu sein. Die freundliche Marktausrichtung ist kein Dauerzustand.

Der Markt in Stichworten

preistreibende (bullische) Einflüsse auf Heizöl: Kältewelle in den USA
US-Bestandsdaten
Libyen liefert weiterhin kaum Öl
US-Notenbank pumpt immer noch viel Geld in den Markt

preisdrückende (bärische) Einflüsse auf Heizöl: Konjunkturdaten aus China und den USA schwach
US-Notenbank drosselt die Geldpumpe weiter
US-Öl über neue Pipeline besser verfügbar
Weitere Steigerung des globalen Rohölangebots erwartet

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