Unseren neuen Kommentar für den 08.12.16 finden Sie hier.


Heizölpreise: Da ist sie, die Gegenbewegung.

Internationaler Markt

Die Ölnotierungen erholten sich gestern. Nach den krampfartigen Preisabgaben der letzten Tage brauchen alle Beteiligten etwas Ruhe, um nicht durchzudrehen. Ein Ende des Abwärtstrends ist damit keineswegs besiegelt, da das Überangebot im Ölmarkt fortbesteht. Der preisdrückende Kampf um Marktanteile innerhalb der OPEC hat gerade erst begonnen. Wahrscheinlich werden wir weitere heiße Preisbewegungen sehen.

Hilfreich für eine temporäre Wende waren gestern die Ölbestandsdaten aus den USA. Diese entsprechen mit ihren Nettoaufbauten zwar vordergründig der bärischen Marktlage. Die deutlichen Abbauten bei Benzin lassen aber bullische Interpretationen zur Nachfrage zu. Die Daten von DOE (Department of Energy) und API (American Petroleum Institute), den beiden für die US-Bestandserhebungen zuständigen Institutionen, lauten im Einzelnen wie folgt:

Rohöl: +8,9 Mio. Barrel (DOE) bzw. +10,2 Mio. Barrel (API)
Heizöl und Diesel: -1,5 Mio. Barrel (DOE) bzw. -0,2 Mio. Barrel (API)
Benzin: -4,0 Mio. Barrel (DOE) bzw. -3,1 Mio. Barrel (API)

In Summe ergibt sich ein Aufbau von 3,4 (DOE) bzw. 6,9 (API) Mio. Barrel. Die Raffinerieauslastung fiel auf 88 Prozent. In dieser Zahl ist die Erklärung für den Bestandsaufbau bei Rohöl enthalten. Viele Anlagen sind nun wegen der Umstellung auf Winterware außer Betrieb genommen. Das Rohöl, das sie bald wieder verarbeiten werden, staut sich in den Lagern vor den Anlagen.

Aus dem reichhaltigen Angebot von Wirtschaftsdaten wurden gestern die „guten“ gemeldet, zumindest für die USA. Während tags zuvor enttäuschende Daten für eine kräftige Talfahrt des Dollars sorgten, geschah gestern nichts. Die Geschichten zu den jeweiligen Börsenbewegungen sind eben geduldig. Das Programm irgendeines Computers am Devisenmarkt könnte nach der langen Gewinnphase für den Dollar auch einfach nur auf den Befehl „Umkehr“ gestoßen sein.

Heute Morgen lassen die Dollarnotierungen keinen Schluss über ihren Fortgang zu. Die Ölnotierungen deuten indes schon wieder etwas Abgang an. Die Tonne Gasöl kostet aktuell 734,50 Dollar . Das Barrel Rohöl wird in New York zu 82,73 Dollar und in London zu 85,82 Dollar gehandelt. Der US-Dollar kostet 0,7814 Euro . Damit kostet der Euro 1,2798 Dollar .

Nationaler Markt

Unsere Heizölpreise drehten gestern aufwärts. So eine Preiswende verkünden wir nicht gern. Nach dem vollkommen überhitzten Abgang der letzten Wochen hat sie aber doch soviel Gutes wie ein Regenguss nach einer langen Hitzephase. Man spürt einen Hauch von Normalität. Der Abwärtstrend ist mit der Drehung in keiner Weise infrage gestellt, wie in der aktuellen Heizölpreis-Tendenz zu erkennen ist.

Im Binnenmarkt geht das Kaufinteresse prompt in die Höhe. Die Fähigkeiten des Handels werden damit noch nicht überfordert. Die Lieferzeiten sind weiterhin passabel. Unser Schwarm-O-Meter für Heizöl, das das Kaufverhalten der Kunden ins Verhältnis zu ihren Preisanfragen setzt, steigt auf die zweithöchste Stufe. Die Preisdrehung hat einen spürbaren Anteil der zuvor abwartenden Beobachter zu Käufern gemacht.

Die Einschätzung zur Preisentwicklung bleibt unvermindert positiv. Die große Mehrheit unserer Leser hält an der Erwartung auf noch tiefere Preise fest. Hinter den Käufern stehen also weitere Interessenten, die ihre Chance auf einen günstigen Moment suchen.

Das mathematische Tiefpreis-System zeigt ein gefühltes Dauerkaufsignal. Das deckt sich nur teilweise mit dem Kaufverhalten der Kunden. Es deckt sich aber vollständig mit der Preiseinschätzung unserer Leser. Wer auf noch tiefere Preise setzt, sollte das Geschehen eng verfolgen, um eine ärgerliche Gegenbewegung rechtzeitig aufzuspüren.

Die Preistrends weisen in allen relevanten Bereichen abwärts. Das ist natürlich eine Einladung, weiter auf noch attraktivere Preise zu spekulieren. Viele potenzielle Käufer folgen ihr. Man sollte diese Spekulation aber nicht überziehen, sonst kann sie in einem persönlichen Misserfolg enden. Die Geschwindigkeit einer Preisbewegung funktioniert sowohl im Abwärts- als auch im Aufwärtslauf.

Im Übrigen sind wir der Meinung, dass wir alle verbrauchsreduzierende Maßnahmen und Verhaltensweisen entwickeln müssen, um zukunftsfähig zu sein. Die prinzipiell freundliche Marktausrichtung ist kein Dauerzustand.

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