Unseren neuen Kommentar für den 04.12.16 finden Sie hier.


Heizölpreise: Deeskalation in der Ukraine

Internationaler Markt

An den Ölbörsen entspannte sich gestern die Lage. Die Gewinne der Vortage wurden weitestgehend wieder abgegeben. Auslöser war die Pressekonferenz des russischen Präsidenten Putin, der eine militärische Intervention zum jetzigen Zeitpunkt ablehnte. Auch der Test einer russischen Interkontinental-Rakete konnte die Kurse nicht erneut zünden. Der Test war bereits vor der sog. Krim-Krise angekündigt. Zwar wird in den Medien vereinzelt von einer unglücklichen Wahl des Zeitpunktes geschrieben, aber man bekommt den Eindruck, dass hier ein plumper Fall von Skandalhascherei in den entsprechenden Medien vorliegt. Einen Einfluss auf die Entwicklung in der Ukraine hat dieser Test nicht. Wieder einmal wird die Welt von Putin bewegt. Eine Äußerung von ihm reicht, um Märkte aufzuwirbeln oder zu beruhigen. Politiker westlicher Manier werden in der Regel ignoriert. Putin muss deswegen möglicherweise eher die Wirtschaft fürchten, denn die westliche Politik. Russische Superreiche hatten am Montag über 10 Mrd. Dollar verloren.

Der Euro konnte sich wieder erholen. Die Flucht in den Dollar kehrte sich um und die Verhältnisse normalisierten sich wieder. Der Devisenhandel bleibt aber volatil und ist von der Krise in der Ukraine getrieben. Andere Impulse dringen nicht durch.

Die Tonne Gasöl kostet aktuell 920,00 Dollar. Das Barrel Rohöl wird in New York zu 103,42 Dollar und in London zu 109,15 Dollar gehandelt. Der US-Dollar kostet 72,84 Eurocent. Hier ist der Pulverdampf schon mal raus. Nun sollte die Politik folgen.

Nationaler Markt

Unsere Heizölpreise fallen. Dies ist durch den Abgang an den Ölbörsen möglich. Die heiße Luft, die in den Medien produziert wird, wirkt sich immer weniger auf die Märkte aus. Der Binnenmarkt gewinnt an Fahrt. In den letzten Tagen haben besorgte Käufer Heizöl geordert, bevor sich die Gefahr krisenbedingter Preissteigerungen realisieren konnte. Die Rabatte im Inland sind weitgehend eingestellt. Wir gehen aber davon aus, dass sie wiederkommen, sobald sich auch in den Medien die Krise beruhigt hat und die Nachfrage wieder nachlässt. Kurzfristig erwarten wir weitere Unruhe im Seitwärtstrend. Mittelfristig hoffen wir auf politische und wirtschaftliche Vernunft und damit auf weiter nachgebende Heizölpreise. Allerdings braucht es für eine Spekulation auf einen niedrigeren Heizölpreis Geduld, starke Nerven, eine ausreichende Restmenge Heizöl im Tank und unsere zeitnahen Informationen. Wem das zu unsicher ist, sei gesagt, dass die Heizölpreise heute immer noch und schon, je nach Sichtweise, gut sind. Man macht nichts falsch, wenn man jetzt Heizöl (online) kauft. Im Übrigen sind wir der Meinung, dass wir alle verbrauchsreduzierende Maßnahmen und Verhaltensweisen entwickeln müssen, um zukunftsfähig zu sein. Die freundliche Marktausrichtung ist kein Dauerzustand.

Der Markt in Stichworten

preistreibende (bullische) Einflüsse auf Heizöl: Ukraine-Russland-Konflikt
Libyen liefert weiterhin kaum Öl
Produktionsausfälle im Südsudan
Unruhen in Venezuela
US-Heizölvorräte knapp

preisdrückende (bärische) Einflüsse auf Heizöl: Rohölnachfrage der Raffinerien sinkt zum Frühjahr
US-Öl über neue Pipeline besser verfügbar
Atomverhandlungen mit dem Iran laufen wieder
OPEC wird kurzfristig mehr Öl liefern

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