Unseren neuen Kommentar für den 07.12.16 finden Sie hier.


Heizölpreise: Der Dollar gegen den Rest der Welt

Internationaler Markt

Die Drosselung der US-Notenpresse, wie sie gestern beschlossen wurde, führt zu einem Erstarken des Dollars und drückt etliche Währungen nach unten. Insbesondere die Währungen der sogenannten Schwellenländer leiden zurzeit unter dem Druck des Dollars. Bisher galt ein niedriger Wechselkurs als Motor für die inländische Konjunktur. Warum ist die Entscheidung der US-Notenbank aber eine Gefahr für die Volkswirtschaften dieser Länder? Die Antwort liegt in einem korrespondierenden Zinsniveau. Das Zinsniveau in den USA und Europa war viel niedriger als in den Schwellenländern. Das bedeutete, dass sich die Staaten, aber auch die Unternehmen Geld im Ausland borgten. Sie erwirtschaften aber zumeist das Geld im Inland in der eigenen Währung. Das führt dazu, dass die Schulden im Ausland in dem Maße wachsen, wie die eigene Währung an Wert verliert. So verlor die türkische Lira im letzten Jahr ca. 26 Prozent gegenüber dem Euro an Wert. Je nachdem, ob die Wirtschaftsleistung durch z.B. Export oder Tourismus diesen Wertverlust wieder auffangen kann, ist alles in Ordnung. Kippt die Leistungsbilanz, ist die Zahlungsunfähigkeit nicht mehr weit.

Der Euro verlor gestern ebenfalls gegenüber dem Dollar. Dies war aber nicht einer Kapitalflucht geschuldet, sondern den guten Konjunkturdaten aus den USA. Zwar gab es auch weniger gute Nachrichten vom Arbeitsmarkt und vom Immobilienmarkt, aber diese wichen hinter der geldpolitischen Entscheidung der US-Notenbank zurück. Die Fed hatte ihre Änderung der Geldpolitik auch damit begründet, dass sie die Konjunktur der USA positiv einschätze. Dies schien heute bestätigt zu werden. Der Dollar stieg angesichts dieser schönen und stimmigen Erzählung an.

Die Ölnotierungen verblieben auf dem erhöhten Niveau vom Vortag. Weitere Steigerungen wurden durch den Anstieg des Dollars gedeckelt, obwohl es durch die preistreibenden Daten über die US-Bestände einen Hang zum Anstieg gab.

Nationaler Markt

Unsere Heizölpreise steigen. Sie werden durch den Dollar nach oben gezogen. Der Binnenmarkt hält sich wegen einer der Jahreszeit nicht entsprechenden Kaufzurückhaltung mit Preissteigerungen zurück. Die Heizölpreise erfahren dadurch eine gewisse Dämpfung. Dieser Zustand kann wegen der geringen Margen im Markt aber nicht lange andauern. Die Heizölpreise bewegen sich zurzeit noch im kurzfristigen Abwärtstrend. Aufgrund der guten Gesamtbestände kann dies auch so bleiben. Die Entwicklung des Dollars lässt aber auch Preisgefahren aufkommen. Mittel- und langfristig sind die Heizölpreise weiter in der Abwärtsbewegung. Im Vergleich zu den letzten zwei Jahren steht der Heizölpreis hervorragend. Wer also kurzfristig Heizöl benötigt, ist aus unserer Sicht mit dem aktuellen Preisniveau gut bedient. Wer noch Zeit hat, kann noch warten. Die Turbulenzen um den Dollar könnten auch bald wieder nachlassen. Im Übrigen sind wir der Meinung, dass wir alle verbrauchsreduzierende Maßnahmen und Verhaltensweisen entwickeln müssen, um zukunftsfähig zu sein. Die freundliche Marktausrichtung ist kein Dauerzustand.

Der Markt in Stichworten

preistreibende (bullische) Einflüsse auf Heizöl: Kältewelle in den USA
US-Bestandsdaten
Libyen liefert weiterhin kaum Öl
US-Notenbank pumpt weiterhin viel Geld in den Markt

preisdrückende (bärische) Einflüsse auf Heizöl: Konjunkturdaten aus China schwach
US-Öl über neue Pipeline besser verfügbar
Angekündigte Liefermengen aus der Nordsee
Weitere Steigerung des globalen Rohölangebots erwartet

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