Unseren neuen Kommentar für den 11.12.16 finden Sie hier.


Heizölpreise: Der Dollar nervt wieder

Internationaler Markt

Rohöl aus Russland fließt nahezu unverändert. Der Anteil an den gesamten Importen nach Deutschland betrug im ersten Halbjahr 33,4 Prozent. Das ist exakt die gleiche Zahl wie ein Jahr zuvor. Das geht aus vorläufigen Berechnungen des Bundesamts für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) hervor. Aufgrund des relativ warmen Winters war die Gesamtmenge etwas geringer als im Vorjahr.

Die Juni-Importe aus Russland lagen 33 Prozent unter denen des Vorjahresmonats. Darin eine Drosselung zu vermuten, wäre allerdings ein Fehlschluss. In den Monaten schwanken die Zahlen erheblich, so dass aus einer Einzelangabe kein brauchbares Bild zur Lage abzuleiten ist. Bereits im Juni 2013 fielen die Importe aus Russland 22 Prozent geringer aus als im Juni 2012. Damals wäre niemand auf die Idee gekommen, hierin eine Abkehr von russischem Öl zu vermuten.

Zweitgrößter Rohöllieferant für Deutschland ist Norwegen mit einem Anteil von 16,8 Prozent. Im ersten Halbjahr wurden die Importe gegenüber dem Vorjahr um 34 Prozent gesteigert. Algerien lieferte im gleichen Zeitraum fast doppelt so viel Rohöl wie ein Jahr zuvor. Der Anteil beträgt 4 Prozent am Gesamtaufkommen. Bisher wurde in diesem Jahr aus 31 Ländern Rohöl bezogen.

Ein Ringen um Lieferanten gibt es derzeit nicht, da das Angebot formidabel ist, mit wachsender Tendenz. Libyen kommt tatsächlich als Lieferant zurück in den Markt. Das Land war einst ein Toplieferant für Deutschland mit einem Anteil von gut 10 Prozent an den Gesamteinfuhren. Im ersten Halbjahr dieses Jahres fielen die Importe gegenüber dem Vorjahr um 82 Prozent.

Die Ölnotierungen bewegten sich gestern schleppend. Der starke Rückgang am Montag wurde verdaut. Heute Morgen ist noch keine Änderung der Börsendynamik zu erkennen. Der Abwärtstrend der Ölpapiere ist dabei intakt, der Aufwärtstrend des Dollars ebenfalls. Die Tonne Gasöl kostet 857,25 Dollar . Das Barrel Rohöl wird in New York zu 95,18 Dollar und in London zu 101,50 Dollar gehandelt. Der US-Dollar kostet 0,7516 Euro .

Nationaler Markt

Unsere Heizölpreise legen ein wenig zu. Schuld ist der Dollar. Das Geschehen spielt sich an der unteren Grenze des kurzfristigen Aufwärtstrends ab, wie dem 3-Monats-Chart der aktuellen Heizölpreis-Tendenz zu entnehmen ist. Da die anderen Zeiteinstellungen alle abwärts weisen, ist der bullische Ausdruck der kurzfristigen Ansicht gering.

Der Binnenmarkt ist sehr belebt. Gute Auftragseingänge treffen auf einen Handel, der teilweise im Urlaub und teilweise in der Belieferung von landwirtschaftlichen Betrieben mit Diesel steckt. Das nimmt Transportkapazitäten aus dem Heizölgeschäft und erhöht die Lieferzeiten. Gemäß unserem Schwarm-O-Meter für Heizöl signalisieren die Kunden mit ihrem Kaufverhalten, dass sie mit den Heizölpreisen sehr zufrieden sind.

In der Lesereinschätzung zeigt sich eine außergewöhnlich hohe Hoffnung auf noch bessere Preise. Hinter den agilen Käufern stehen offensichtlich weitere Interessenten, die bei tieferen Preisen zu Käufern werden. Manche Erwartungseinstellung wird auch mit einem Richtungswechsel der Preise geändert. Dieser wirkt dann als Kaufimpuls. Heute Morgen sehen wir viele Käufe, die darauf zurückzuführen sind. Wer der allgemeinen Stimmung folgt und auf Abgang setzt, sollte sich des Risikos der Wette bewusst sein und das Geschehen eng verfolgen.

Das mathematische Tiefpreis-System zeigt kein Kaufsignal. Das deckt sich mit der Preiserwartung der Leser aber nicht mit dem Kaufverhalten der Kunden. Viele von ihnen beurteilen die Preise sinnvollerweise im politischen Kontext und im Zusammenhang mit dem eigenen Heizölvorrat. Das kann unsere Mathematik nicht bieten. Sie leitet Signale einzig aus der Preisbewegung der Vergangenheit ab.

Der Preistrend ist nur im kurzfristigen Bereich schwach aufwärts gerichtet. Mehr und mehr entpuppt er sich als Seitwärtstrend. In allen anderen Zeitstufen sind die Abwärtstrends intakt. Insbesondere der längerfristige Trend macht weiterhin Hoffnung auf einen erneuten Preisabgang. Wie gesagt, darauf zu setzen, ist angesichts der Kriegsgefahren eine Risikowette. Bleibt zu erwähnen, dass die aktuellen Heizölpreise deutlich unter dem Niveau der letzten drei Jahre zum gleichen Zeitpunkt liegen.

Im Übrigen sind wir der Meinung, dass wir alle verbrauchsreduzierende Maßnahmen und Verhaltensweisen entwickeln müssen, um zukunftsfähig zu sein. Die prinzipiell freundliche Marktausrichtung ist kein Dauerzustand.

Teilen Sie uns Ihre Meinung mit!

Uns ist Ihre Meinung wichtig. Schreiben Sie mir direkt unter
E-Mail: KlausBergmann@esyoil.com

Presse-Kontakt

Weitere Informationen