Unseren neuen Kommentar für den 11.12.16 finden Sie hier.


Heizölpreise: Der Markt ist bärisch

Internationaler Markt

Unerwartet wendet sich vieles, was vor Kurzem noch beklemmend klang, zum Besseren. Schlag auf Schlag fallen die bullischen Einflüsse in sich zusammen. Die wichtigsten Komponenten der „neuen Leichtigkeit“ sind die Gesprächsbereitschaft des Irans über sein Atomprogramm und die rasante Wiederaufnahme der libyschen Ölförderung. Sie überstrahlen den Hype, den die Fortsetzung der lockeren US-Geldpolitik auslöste. Die tags zuvor erzielten Gewinne an den Ölbörsen wurden gestern weitgehend annulliert. Der große Dollarverlust blieb hingegen erhalten. Der neue iranische Präsident bemüht sich um ein Zusammentreffen mit dem US-Präsidenten auf der nächsten UN-Vollversammlung in der kommenden Woche. Es wäre das erste Gespräch unter Präsidenten seit 1977. Für den Ölmarkt geht es dabei um einen Zugewinn von 1,5 Mio. Barrel pro Tag, der bei einer Annäherung durch die Aufhebung der Sanktionen möglich wäre. Da der Markt derzeit nicht auf diese Menge angewiesen ist, kann sie preismindernd wirken. Der Iran braucht die entsprechenden Einnahmen hingegen dringend. Staatshaushalt und Wirtschaft liegen am Boden. Ähnlich verhält es sich mit dem libyschen Angebot. Aktuell ist von 0,7 bis 0,8 Mio. Barrel pro Tag die Rede. Irgendwie kommt der Markt ohne dieses Öl klar. Deshalb ist sein Zustrom gut, um die Preise zu drücken. Für Libyen ist der Ölstrom hingegen von existentieller Bedeutung. Ohne die Einnahmen ist die Stabilisierung des Staates nicht zu schaffen. Weitere bärische Notizen sind das 25-Jahres-Hoch der US-amerikanischen und das 30-Jahres-Hoch der Saudi arabischen Ölproduktion. Der US-Ölverbrauch ist tendenziell weiter rückläufig. Einzig die US-Konjunkturdaten sahen gestern relativ freundlich aus. Dieser Umstand wurde von der Übermacht bärischer Impulse erdrückt.

Nationaler Markt

Unsere Heizölpreise geben immer noch nach. Sie werden von den Ölnotierungen getrieben. Ein sehr schnelles Ende des Abgangs ist nicht zwingend in Sicht. Natürlich kann es durch einen unerwarteten Umstand dennoch auftreten. Im Binnenmarkt kommt Leben auf. Die Margen für Heizöl erhöhen sich ein wenig. Gemessen an den anderen Einflussfaktoren ist dieser Effekt gering. Trendgemäß sollte Heizöl noch günstiger werden. Für eine 3.000 Liter Menge halten wir minus drei bis vier Prozent für möglich. Oberhalb dieses Einsparpotenzials beginnt eine neue Situation, die wir für wenig wahrscheinlich, aber nicht für ausgeschlossen halten. Es ist hochinteressant und gegebenenfalls sehr vorteilhaft, die Angelegenheit eng zu verfolgen. Neben dieser Internetseite steht Ihnen dazu unsere Smartphone-App zur Verfügung. Heizöl ist heute übrigens fast zehn Prozent günstiger als vor zwölf Monaten. Es liegt auf Niveau von vor zwei Jahren heran. Im Übrigen sind wir der Meinung, dass es schlau ist, sich um die Reduzierung des eigenen Verbrauchs zu kümmern. Wer nicht in den zukünftigen Minderverbrauch investieren mag, könnte mit dem Kauf von Zertifikaten den CO2-Ausstoß des verfeuerten Heizöls kompensieren. Infos dazu gibt es hier.

Der Markt in Stichworten

preistreibende (bullische) Einflüsse auf Heizöl: Fortsetzung der lockeren Geldpolitik bestätigt
Politische Spannungen im Nahen Osten und Nordafrika
Einige kleinere Infrastrukturstörungen

preisdrückende (bärische) Einflüsse auf Heizöl: Iran will über sein Atomprogramm reden
Libyen wird Teile der üblichen Lieferungen wieder aufnehmen
Trans-Niger-Pipeline wieder in Betrieb
Diverse Länder melden steigende Ölproduktion
Militäreinsatz gegen Syrien vom Tisch
Globale Rohölnachfrage soll zum Herbst sinken

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