Unseren neuen Kommentar für den 11.12.16 finden Sie hier.


Heizölpreise: Der Phantasie sind noch keine Grenzen gesetzt

Internationaler Markt

Die Contrarians aus dem gestrigen Kommentar müssen mit kleinen Gewinnen zufrieden sein. Die Kursbewegung an den Ölbörsen läuft schon wieder gegen sie. Das bedeutet in diesem Fall, sie läuft abwärts. Die Finanzszene ist in ihrer überwältigenden Mehrheit bärisch eingestellt. Daran ändern einzelne, bullisch klingende Nachrichten wenig.

In der Anfangsphase des Preisabgangs zwischen Juni und Anfang Oktober tasteten sich die Börsenakteure noch vorsichtig voran. Es herrschte Unsicherheit über das Ausmaß der Überversorgung im Markt. Dann brach der mentale Damm. Seither ist die Szene davon überzeugt, dass ein exorbitanter Ölüberfluss vorliegt. Die uns bekannten Versorgungsdaten spiegeln das nicht zweifelsfrei wider. Die Vermutung liegt nahe, dass hier Umstände außerhalb des reinen Ölmarkts mitschwingen. So ist die viel zitierte Zunahme des mit der teuren Fracking-Methode gewonnenen Öls vom Zufluss billigen Geldes abhängig, das nach Anlage sucht. Das Geld ist tatsächlich im Überfluss vorhanden. Dafür haben Notenbanken gesorgt. Insofern ist die Annahme naheliegend, dass daraus viel und sogar zuviel Öl wird. Wenn der Markt dieses Öl aber gar nicht braucht, weil seine Konjunktur nicht läuft, ist die produzierte Ware in den Augen der Finanzszene wenig bis gar nichts wert. Die Geldanlage wird zum Verlustgeschäft. Dieser Umstand entwickelt eine bärische Eigendynamik, der erst der Ölpreis und dann die teure Ölproduktion zum Opfer fallen. So kann es passieren, dass wir nie einen exorbitanten Ölüberfluss messen, die Preise aber dennoch in den Keller fallen. Der Szene kommt einfach der Glaube für den Wert des produzierten Öls abhanden. Das ist der Tatsache geschuldet, dass das investierte Geld selbst wertlos ist, weil es ohne Respekt für die Realwirtschaft geschöpft wurde.

Wäre der Ölbedarf hoch, würde durch das unsägliche Geldproduzieren eine Inflation ausgelöst. Die findet aber nur außerhalb der Realwirtschaft, zum Beispiel am Aktienmarkt, statt. Dort sind die Geldbesitzer unter sich. Über kurz oder lang werden sie das Gleiche erleben, was derzeit im Ölmarkt geschieht. Ihre Anlagen verlieren an Wert, weil dieser nur ein Geschöpf der Notenbanken, nicht aber der Realwirtschaft ist. Man kann es drehen und wenden, wie man will. Solange das überschüssige Geld nicht aus dem System verschwindet, wird sich die Realwirtschaft nicht gesund entwickeln. Daran ändert auch Herrn Draghi mit seinen Hilfeversuchen für die Eurozone nichts. Er kann durch Geldschöpfung lediglich den Euro weiter entwerten, das aber auch nur, wenn die US-Notenbank den gegenteiligen Weg geht. Danach sieht es derzeit aus.

Heute Morgen übt man an den Ölbörsen noch, was Richtung bedeutet. Es gibt momentan keine für diesen Tag. Die Tonne Gasöl kostet aktuell 636,50 Dollar . Das Barrel Rohöl wird in New York zu 67,53 Dollar und in London zu 71,08 Dollar gehandelt. Der US-Dollar kostet 0,8083 Euro . Damit kostet der Euro 1,2371 Dollar .

Nationaler Markt

Unsere Heizölpreise suchen nun auch ihre Richtung. Es geht aktuell weder auf noch ab. Konsolidieren nennt man das. Nach einem heftigen Fall ist es so üblich. In der 3-Monats-Ansicht der aktuellen Heizölpreis-Tendenz ist zu erkennen, dass die Suche mitten im kurzfristigen Abwärtstrend stattfindet. Der Trend behält somit seine Gültigkeit bei.

Der Binnenmarkt ist sehr gut in Schwung. Nun kommt der Handel mit den Öllieferungen doch in die eine oder andere Not. Nicht alle Bestellungen können in der üblichen Zeit abgewickelt werden. Das ist nicht zuletzt der Fall, weil durch die plötzliche Kälte mehr Notbestellungen auflaufen. Die haben notgedrungen Vorfahrt. Logistisch sind sie Taxi- statt Busfahrten, das heißt, sie erlauben weniger Transportmenge. Unser Schwarm-O-Meter für Heizöl, das das Kaufverhalten der Kunden ins Verhältnis zu ihren Preisanfragen setzt, steht auf der höchsten Stufe. Höher geht es selbst bei noch mehr Bestellungen nicht.

Der Glaube an günstigeres Heizöl ist kaum zu bremsen. Der Preisanstieg vom Vortag hat ihn aber immerhin etwas gedämpft. Spekulativ eingestellte Leser sehen die Preise purzeln und wollen mehr davon. Und sie bekommen es. Hinter den vielen Bestellern warten immer noch potenzielle Käufer.

Das mathematische Tiefpreis-System zeigt in allen Regionen Kaufsignale. Damit liegt eine Entscheidungshilfe vor. Sie wird von vielen Interessenten angenommen. In der kalten Jahreszeit kommen Kunden hinzu, die keine ausgewiesenen Preisbeobachter und Schnäppchenjäger sind. Sie treffen auf einen bemerkenswert günstigen Moment mit wunderbaren Preisen. Glückwunsch.

Die Preistrends weisen in allen Bereichen abwärts. Die Konstellation ist natürlich eine Einladung zur Spekulation auf weiteren Abgang. Nach Lage der Dinge sollte noch mehr möglich sein. Es zeigt sich allerdings auch, dass einem besonders scharfen Fall ein Zwischenanstieg folgt. Möglicherweise sehen wir einen solchen in den kommenden Tagen.

Im Übrigen sind wir der Meinung, dass wir alle verbrauchsreduzierende Maßnahmen und Verhaltensweisen entwickeln müssen, um zukunftsfähig zu sein. Die freundliche Marktausrichtung ist kein Dauerzustand.

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