Unseren neuen Kommentar für den 02.12.16 finden Sie hier.


Heizölpreise: Der Tanker ist weg

Internationaler Markt

Der Krim-Konflikt liefert Stoff für die internationalen Massenmedien. Ein Herr Hoeneß bedient die nationalen Skandalinteressen. Libyen ist ein Fall für uns. Denn Libyen ist oder besser war ein wichtiges Ölland. Um es gleich auf den Punkt zu bringen, der Tanker scheint weg zu sein. Sollen Sie mit diesem Satz nichts anfangen können, verweisen wir auf den gestrigen Kommentar, in dem wir von einem Wortgefecht um den Zugriff auf das Schiff berichteten. Der Verlust eben dieses Schiffes schlägt hohe Wellen. Der Ministerpräsident wurde abgesetzt. Nun sitzt der bisherige Verteidigungsminister auf seinem Stuhl. Er ist ohnehin der wichtigste Mann, da die libysche Zentralregierung ihr Heil nur noch in einer militärischen Auseinandersetzung mit den Separatisten des Ostens sieht. Die Abtrünnigen wiederum scheinen die momentanen Gewinner zu sein, denn für das Öl in dem mutmaßlich entkommenen Tanker schreiben sie die Rechnung. Ob diese mit Geld bezahlt wird, wissen wir nicht. Es ist durchaus möglich, dass Waffen die Währung der Stunde sind. Unter dem Aspekt „Aufbau eines neuen Staatswesens“ läuft hier alles schief. Man muss kein notorischer Pessimist sein, um Libyen als Teil der globalen Lieferkette abzuschreiben. Nach Lage der Dinge wird das tief im Süden soeben geförderte Öl niemals den Weltmarkt erreichen. Die Finanzszene bewertet die Geschichte neutral. Sie mag sich dabei auf den einen zusätzlichen Öltanker beziehen, den sie nun auf dem Weltmarkt wähnt. Die allgemeine Stimmungslage an den Ölbörsen ist von guten Versorgungsbedingungen und schwächlichen Konjunkturdaten geprägt. Summa summarum ergibt das ein leicht bärisches Kolorit.

Nationaler Markt

Unsere Heizölpreise bleiben ihrem Abwärtstrend treu. Jeden Tag etwas weniger heißt die aktuelle Preisdevise. Sie wird von den Vorgaben der Ölnotierungen gespeist. Der Binnenmarkt ist ruhig und ohne nennenswerten Einfluss auf die Preisbewegung. Die kurzfristigen Aussichten sind wegen der virulenten Konflikte, zu denen der Fall Hoeneß nicht gehört, durchwachsen. Mittelfristig erwarten wir aber genau das, was jetzt geschieht, einen Preisabgang. Wer darauf spekulieren möchte, braucht Risikobewusstsein, Geduld, eine ausreichende Restmenge Heizöl im Tank und unsere zeitnahen Informationen. Wer die Spekulation ablehnt, weil sie aus dem Ruder laufen könnte, sollte einfach Heizöl ordern. Die Preise sind bereits gut. Zuletzt waren sie im August 2011 tiefer als heute. Im Übrigen sind wir der Meinung, dass wir alle verbrauchsreduzierende Maßnahmen und Verhaltensweisen entwickeln müssen, um zukunftsfähig zu sein. Die freundliche Marktausrichtung ist kein Dauerzustand.

Der Markt in Stichworten

preistreibende (bullische) Einflüsse auf Heizöl: Libyen droht zu zerreißen
Unruhen in Venezuela
Produktionsausfälle im Südsudan

preisdrückende (bärische) Einflüsse auf Heizöl: Schwache Konjunkturdaten aus China
Rohölnachfrage der Raffinerien sinkt zum Frühjahr
US-Öl über neue Pipeline besser verfügbar
Winter in den USA läuft aus

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