Unseren neuen Kommentar für den 07.12.16 finden Sie hier.


Heizölpreise: Der Trend muss schwächer werden

Internationaler Markt

Die Ölpreise steigen. Das ist mittlerweile ein genauso ungewöhnlicher wie unerwarteter Satz. Hinsichtlich der Erwartung gilt es allerdings realistisch zu bleiben und den Gedanken, dass nach einem ultimativen Tief der Preise ein Anstieg fällig ist, nicht vollends zu verdrängen. Sahen wir in den letzten Tagen also dieses ultimative Tief?

Nach fundamentaler Marktlage lautet die Antwort: Nein. Die Produktion steigt allen Unkenrufen zum Trotz weiter an. Gleiches gilt für die Nachfrage, aber in deutlich schwächerer Form. Die globale Konjunktur kann die Erwartungen nicht erfüllen. Einzig in den USA läuft sie etwas besser als zuletzt prognostiziert. Ein Zugpferd für die Weltwirtschaft ist das Land aber auch nicht. So kämpfen die Ölproduzenten weiter um jeden Kunden. Und es kommt für sie noch schlimmer. Die USA geben nun Stück für Stück den Export des bei ihnen üppig vorhandenen Rohöls frei. Noch sind es kleine Mengen. Sie werden wachsen, bis das aus den 1970er Jahren stammende Exportverbot in einer vermutlich nicht allzu fernen Zukunft vollständig gekippt ist. Das ist nicht das Umfeld, in dem eine solide Preiserholung stattfinden kann.

Aktuell kommt hinzu, dass die US-Bestandsdaten durch und durch bärisch sind. Nach einem gewaltigen Anstieg der Vorräte in der letzten Woche sehen wir heute erneut einen großen Zuwachs in den Daten aller Kategorien. DOE (Department of Energy) und API (American Petroleum Institute), die beiden für die Erhebungen zuständigen Institutionen, geben dazu folgende Zahlen zu Protokoll:

Rohöl: +5,4 Mio. Barrel (DOE) bzw. +3,9 Mio. Barrel (API)
Heizöl und Diesel: +2,9 Mio. Barrel (DOE) bzw. +0,4 Mio. Barrel (API)
Benzin: +3,2 Mio. Barrel (DOE) bzw. +1,6 Mio. Barrel (API)

In Summe ergibt sich ein Aufbau von 11,5 (DOE) bzw. 5,9 (API) Mio. Barrel gegenüber der Vorwoche. Die Raffinerieauslastung sank auf immer noch gute 91 Prozent. Ein Rückgang der Produktion nach sehr starken Wochen ist zu diesem Zeitpunkt ein gewöhnlicher Sachverhalt.

Was ist nun die Geschichte des gestrigen Preisanstiegs? Sie wird wie immer, wenn diese nicht mit dem Realmarkt erzählt werden kann, der Finanzszene und ihren Computerprogrammen zugeschrieben. Die seien wohl mit Werten zu den Umkehrpunkten einer Preisentwicklung gefüttert, die nicht mehr zeitgemäß sind. Einmal falsch ausgelöst entwickelt sich schnell eine unkontrollierte Kettenreaktion unverstehbarer Preise. Heute Morgen ist man bereits mit der Bereinigung der abwegigen Entwicklung beschäftigt. Zur Stunde ist die Teuerung gegenüber gestern nicht mehr ungewöhnlich hoch. Die Tonne Gasöl kostet 469,50 Dollar . Das Barrel Rohöl wird in New York zu 47,79 Dollar und in London zu 47,71 Dollar gehandelt. Der US-Dollar kostet 0,8487 Euro . Damit kostet der Euro 1,1783 Dollar .

Nationaler Markt

Unsere Heizölpreise legen ein wenig zu. Sie bleiben dabei ihrem Abwärtstrend vollständig treu. Die Nähe des aktuellen Preises zum oberen Rand legt einen baldigen Durchbruch nahe. Das würde dann nicht das Ende des Trends, sondern nur eine Korrektur seiner Stärke bedeuten. Wir erwarten, dass die Abwärtsbewegung schwächer wird.

Im Binnenmarkt ist das Kaufinteresse hoch. Der Handel ist hart gefordert. Er kommt mit der Lage dennoch recht gut zurecht. Ganz ohne längere Lieferzeiten geht es nun aber nicht. Das liegt auch daran, dass im Winter mehr Eilbestellungen auflaufen als üblich. Die haben notgedrungen Vorfahrt. Logistisch sind sie Taxi- statt Busfahrten. Das heißt, sie erlauben weniger Transportmenge.

Unser Schwarm-O-Meter für Heizöl, das das Kaufverhalten der Kunden ins Verhältnis zu ihren Preisanfragen setzt, steht nur auf einem mittleren Wert. Es gibt zwar viele Käufer aber noch mehr Beobachter, die auf tiefere Preise spekulieren. Der Glaube an günstigeres Heizöl ist wieder sehr hoch, wie die Lesereinschätzung zeigt.

Das mathematische Tiefpreis-System gibt in allen deutschen Regionen Kaufsignale. Damit liegt eine Entscheidungshilfe vor. In der kalten Jahreszeit kommen Kunden hinzu, die keine ausgewiesenen Preisbeobachter und Schnäppchenjäger sind. Sie treffen auf einen bemerkenswert günstigen Moment mit wunderbaren Preisen.

Die Preistrends weisen in allen Bereichen abwärts. Die Konstellation ist natürlich eine Einladung zur Spekulation auf noch mehr Abgang. Nach Lage der Dinge sollte das im weiteren Verlauf des Winters auch möglich sein. Es ist aber Respekt vor dem Wahnsinn der Börsen geboten. Der tiefe Fall der Ölpreise führt, wie heute Nacht geschehen, von Zeit zu Zeit zu starken Gegenreaktionen.

Wir bitten, den eineinhalbstündigen Serverausfall heute Morgen zu entschuldigen.

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