Unseren neuen Kommentar für den 08.12.16 finden Sie hier.


Heizölpreise: Der starke Abgang ist durch

Internationaler Markt

Die tiefen Ölpreise zeigen Bremsspuren in der US-Ölindustrie. Etwa ein Drittel der in diesem Jahr vorgesehenen Erschließungen neuer Quellen wird gestrichen. Kurzfristig hat das keine Auswirkung auf die Ölproduktion. Sie wird weiter zulegen. Die hoch fliegenden Pläne der USA, zum weltgrößten Produzenten zu werden und auf Importe von anderen Kontinenten verzichten zu können, werden aber durchkreuzt. Ein moderater Rückgang der laufenden Förderung könnte bereits in der zweiten Jahreshälfte sichtbar werden.

Noch werden die USA mit Luxusproblemen des hohen Ölaufkommens konfrontiert. So klemmt es beispielsweise bei der Verwendung des im Land geförderten Öls. Es ist zu gut für die Raffinerien. Die sind für saure Rohöle aus Venezuela, Mexiko und Saudi Arabien ausgelegt. Das edle Öl eigener Provenienz passt besser zu Raffinerien anderer Länder, beispielsweise in Europa. Derzeit ist sein Export per Gesetz verboten. Das soll und muss sich nach dem Willen der US-Ölindustrie ändern. Es ist gut möglich, dass die gegenwärtige Ölflut bis zu einer zu erwartenden Gesetzesaufhebung vorüber ist. Damit wäre ein freundlicher Preiseffekt verspielt. Zwischenzeitlich werden kleinere Exporte mit trickreichen Definitionen für Rohöl und Ölprodukte getätigt.

Die Möglichkeit eines nicht allzu fernen Endes der üppigen Ölversorgung wird von der Finanzszene bereits aufgegriffen. Ihre Aktionen stoppen den Preisrückgang. Die großen Anbieter im Nahen Osten lassen sich davon noch nicht irritieren. Sie fluten den Markt weiter, um anderen Anbietern das Geschäft zu verderben. Damit bleiben die Preise fundamental unter Druck. Von diesem Widerspruch wird die Ölpreisbildung in den kommenden Wochen und Monaten angetrieben.

Heute Morgen folgt die Entwicklung an den Ölbörsen exakt dieser Dramaturgie. Sie verläuft zappelnd seitwärts. Der Dollar zeigt Reaktionen auf ein paar schlechte Wirtschaftszahlen für die USA. China und Europa haben nichts Besseres zu bieten und so setzt sich am Ende doch wieder der starke Aufwärtstrend der US-Währung durch. Die Tonne Gasöl kostet zur Stunde 483,50 Dollar . Das Barrel Rohöl wird in New York zu 49,12 Dollar und in London zu 51,14 Dollar gehandelt. Der US-Dollar kostet 0,8483 Euro . Damit kostet der Euro 1,1788 Dollar .

Nationaler Markt

Unsere Heizölpreise zeigen wenig Bewegung. Sie bleiben ihrem Abwärtstrend treu. Im kurzfristigen Bereich treibt die Zeit den Preis an den oberen Rand des Trendkanals, wie dem 3-Monats-Chart der aktuellen Heizölpreise zu entnehmen ist. Vermutlich wird das in Kürze dazu führen, dass der Trend sein starkes Gefälle einbüßt. Das ist nach der rasanten Talfahrt allemal angemessen.

Im Binnenmarkt ist das Kaufinteresse hoch. Der Handel ist hart gefordert. Er kommt mit der Lage dennoch recht gut zurecht. Ganz ohne längere Lieferzeiten geht es nun aber nicht. Das liegt auch daran, dass im Winter mehr Eilbestellungen auflaufen als üblich. Die haben notgedrungen Vorfahrt. Logistisch sind sie Taxi- statt Busfahrten. Das heißt, sie erlauben weniger Transportmenge.

Unser Schwarm-O-Meter für Heizöl, das das Kaufverhalten der Kunden ins Verhältnis zu ihren Preisanfragen setzt, steht auf der höchsten Stufe. Mehr geht hier nicht. Um die Lage heute richtig darzustellen, müssten wir Balken hinzufügen.

Der Glaube an günstigeres Heizöl ist geringer als in den letzten Tagen, aber immer noch stark. Er folgt der Preisentwicklung selbst. Nun, da der Preisabgang gestoppt ist, wird ein Teil der Beobachter zu Käufern. Spekulativ eingestellte Leser, die es weiterhin in großer Zahl gibt, wollen indes noch mehr Preisabgang sehen. Sie versuchen die Abwärtswelle optimal auszureiten. Das ist eine hohe Kunst, die das Glück erheblich herausfordert.

Das mathematische Tiefpreis-System gibt wieder Kaufsignale in allen deutschen Regionen. Damit liegt eine Entscheidungshilfe vor. In der kalten Jahreszeit kommen Kunden hinzu, die keine ausgewiesenen Preisbeobachter und Schnäppchenjäger sind. Sie treffen auf einen bemerkenswert günstigen Moment mit wunderbaren Preisen. Glückwunsch.

Die Preistrends weisen in allen Bereichen abwärts. Die Konstellation ist natürlich eine Einladung zur Spekulation auf noch mehr Abgang. Nach Lage der Dinge kann das im weiteren Verlauf des Winters auch möglich sein. Es ist aber Respekt vor dem Wahnsinn der Börsen geboten. Der tiefe Fall der Ölpreise kann bisweilen zu starken Gegenreaktionen führen.

Im Übrigen sind wir der Meinung, dass wir alle verbrauchsreduzierende Maßnahmen und Verhaltensweisen entwickeln müssen, um zukunftsfähig zu sein. Die freundliche Marktausrichtung ist kein Dauerzustand.

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