Unseren neuen Kommentar für den 08.12.16 finden Sie hier.


Heizölpreise: Die Finanzszene stört

Internationaler Markt

Vor dem Wochenende wurden die letzten US-Bestandsdaten des Jahres gemeldet. Sie passen zur bullischen Stimmung der Finanzszene. Traditionell sind die Daten in der Phase des Jahreswechsels kein verlässlicher Marktspiegel, da sie durch Steuervermeidungsstrategien zum Stichtag 31.12. verunstaltet sind. Das focht die Bullen nicht an. Sie packten den Stier bei den Hörnern und trieben die Preise aufwärts.

Trotz einer gestiegenen Raffinerieauslastung sanken nicht nur die Rohöl-, sondern auch die Produktenbestände. Erklärt wird das mit einem Nachfrageanstieg, der im Wesentlichen durch gestiegene Exporte verursacht wurde. Die Rohölimporte wurden reduziert. An den starken Exporten wird sich nach dem Jahreswechsel wenig ändern. Die Rohölimporte werden dagegen wieder anziehen. Versorgungstechnisch müsste das aufgrund des Förderbooms in den USA nicht sein. Langfristige Lieferverträge verpflichten aber zur Abnahme der Ware. Die weiter wachsende US-Förderung und die hohen US-Exporte entlasten die globalen Preise tendenziell. Wie weit die Tendenz die Preise tatsächlich trifft, hängt von der jeweiligen Stimmung der Finanzszene ab. Temporär malt sie sich die Welt, wie sie ihr gefällt, und momentan gefällt sie ihr sehr gut.

Der letzte Datensatz von DOE (Department of Energy) und API (American Petroleum Institute) zur wöchentlichen Veränderungen in den Lagern lautet wie folgt:

Rohöl: -4,7 Mio. Barrel (DOE) bzw. +0,7 Mio. Barrel (API)
Heizöl und Diesel: -1,9 Mio. Barrel (DOE) bzw. -0,7 Mio. Barrel (API)
Benzin: -0,6 Mio. Barrel (DOE) bzw. -2,5 Mio. Barrel (API)

In Summe ergibt sich ein Abbau von 7,2 (DOE) bzw. 2,5 (API) Mio. Barrel. Die Raffinerieauslastung liegt nun bei 93 Prozent.

Heute Morgen zappeln die Notierungen unruhig aufwärts. Ein Tagestrend ist das noch nicht. Wie er auch immer ausfällt, mittelfristig läuft die Entwicklung auf eine Seitwärtsbewegung hinaus. Die Tonne Gasöl kostet aktuell 955,25 Dollar. Das Barrel Rohöl wird in New York zu 100,25 Dollar und in London zu 112,58 Dollar gehandelt. Der US-Dollar kostet 72,72 Eurocent.

Nationaler Markt

Unsere Heizölpreise bewegen sich aktuell kaum. Bullische Vorgaben der Ölbörsen werden durch einen schwächeren Dollarkurs und knappe Margen im sehr ruhigen Binnenmarkt gedämpft. Die Aussichten bleiben durchwachsen. Sie werden derzeit vom ausgelassen bullischen Treiben der Finanzszene gestört. Im neuen Jahr sollte eine Gegenbewegung dazu auf dem Programm stehen. Der physische Markt gibt sie allemal her. Er ist gut versorgt. Wer darauf spekulieren will, muss die Entwicklung eng erfolgen, am PC oder mit dem Smartphone. Wer den spekulativen Zirkus ablehnt, kann umgehend beherzt kaufen. Heizöl ist günstiger als während der letzten beiden Jahreswechsel. Im Übrigen sind wir der Meinung, dass es schlau ist, sich um die Reduzierung des eigenen Verbrauchs zu kümmern. Dazu empfehlen wir in einem ersten Schritt unseren e-Peilstab. Mit ihm lässt sich der Heizölverbrauch messen. Auf esytrol entsteht aus den Messungen ein Bild zur Energieintensität des eigenen Hauses. Wenn das bekannt ist, können Handlungen folgen.

Der Markt in Stichworten

preistreibende (bullische) Einflüsse auf Heizöl: Stimmung im Finanzzirkus
Gut US-Konjunkturdaten
Libysches Öl kommt allenfalls tropfenweise zurück in den Markt
Diverse kleinere und mittlere Lieferstörungen
China bleibt auf wirtschaftlichem Expansionskurs

preisdrückende (bärische) Einflüsse auf Heizöl: Saudi Arabien befürchtet erhebliches Überangebot
FED probt den Ausstieg aus der lockeren Geldpolitik
Weitere Steigerung der US-Exporte erwartet
Weitere Steigerung des globalen Rohölangebots erwartet

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