Unseren neuen Kommentar für den 10.12.16 finden Sie hier.


Heizölpreise: Die Richtung stimmt

Internationaler Markt

Ende November erfreuten sich Finanzjongleure an einem unerwarteten Nachfrageanstieg für Öl und seine Produkte in den USA. Den setzten sie selbstverständlich in einen Preisanstieg um. Verwegen träumten sie von einer Wende für den seit Jahren rückläufigen US-Verbrauch. Wir äußerten dazu „Die seit ein paar Wochen unerwartet hohe US-Nachfrage wird sich vermutlich als Kurzläufer entpuppen.“ Und tatsächlich bestätigt die aktuelle Datenlage die Vermutung. Für Heizöl und Diesel ist sie auf ein zeitpunktbezogenes 15-Jahrestief gefallen. Dieser Umstand wurde in den letzten Tagen eingepreist.

Gestern gab es weitere Informationen zum US-Ölmarkt, allen voran die Bestandszahlen. Die geben aufgrund sehr hoher Abbauten in den Rohöllagern Rätsel auf. Finanzleute nehmen sie deshalb verhalten zur Kenntnis. Die Annahme, dass es sich dabei um eine kurzzeitige Reduzierung der Rohölimporte handelt, liegt auf der Hand. Ihre Rückwirkung auf den globalen Markt ist allerdings ungewiss. Tendenziell liefern die beiden Berichterstatter, API (American Petroleum Institute) und DOE (Department of Energy), gleiche Aussagen zur Veränderung gegenüber der Vorwoche. Ihre Zahlen lauten wir folgt:

Rohöl: -10,6 Mio. Barrel (DOE) bzw. -7,5 Mio. Barrel (API)
Heizöl und Diesel: +4,5 Mio. Barrel (DOE) bzw. +1,2 Mio. Barrel (API)
Benzin: +6,7 Mio. Barrel (DOE) bzw. +6,3 Mio. Barrel (API)

In Summe ergibt sich ein Aufbau von 0,6 (DOE) bzw. 0,0 (API) Mio. Barrel. Die Raffinerieauslastung stieg auf 93 Prozent. Dieser Umstand führt bei gleichzeitigem Nachfragerückgang in den USA zu steigenden Mengen in den Heizöl-, Diesel- und Benzinlagern. Die USA vergrößern damit ihre Angebotspositionen für den Weltmarkt. Alles in allem deuten die Bestandszahlen trotz großer Rohölabbauten auf eine üppige Versorgungssituation hin.

Die IEA (Internationale Energie Agentur) und die EIA (Statistikabteilung des US-Energieministeriums) sehen die allgemeine Lage jetzt und im nächsten Jahr ähnlich. Das Angebot wird nach deren Prognosen die Nachfrage noch deutlicher übertreffen als momentan.

Die Ölnotierungen zappelten gestern heftig. Am Ende standen kleine Zugewinne bei den europäischen Ölpapieren. Heute Morgen ist noch nicht zu erkennen, wohin die Finanzszene den Handel lenken wird. Nach oben ist zwar temporär möglich, aber nur als lahme Ente. Die Tonne Gasöl kostet 932,75 Dollar. Das Barrel Rohöl wird in New York zu 97,40 Dollar und in London zu 109,75 Dollar gehandelt. Der US-Dollar kostet 72,51 Eurocent.

Nationaler Markt

Unsere Heizölpreise geben nach. An den Ölbörsen liegt das nicht. Treibende Kraft ist erneut der Dollar. Der Binnenmarkt hilft mit geringen Margen aufgrund der zurückhaltenden Kaufbereitschaft. Die Aussichten sind glitschig freundlich. Glitschig sind sie, weil Missinterpretationen und Geldmassen zu kurzzeitiger, nicht marktkonformer Preisrichtung führen können. Freundlich sind sie aufgrund der längerfristig zu erwartenden üppigen Angebotslage. Wer auf tiefere Preise spekulieren möchte, hat diese Marktlage und den mittelfristigen Preistrend beim Heizöl als bestärkendes Argument auf seiner Seite. Das Auge sollte trotzdem eng an der Entwicklung sein, mit dem PC oder mit unserer Smartphone-App. Wer Spekulieren ablehnt, hat keinen Grund, sich über die Preise zu ärgern. Heizöl ist billiger als vor 12 und vor 24 Monaten. Im Übrigen sind wir der Meinung, dass es schlau ist, sich um die Reduzierung des eigenen Verbrauchs zu kümmern. Dazu empfehlen wir in einem ersten Schritt unseren e-Peilstab. Mit ihm lässt sich der Heizölverbrauch messen. Auf esytrol entsteht aus den Messungen ein Bild zur Energieintensität des eigenen Hauses. Wenn das bekannt ist, können Handlungen folgen.

Der Markt in Stichworten

preistreibende (bullische) Einflüsse auf Heizöl: China bleibt auf wirtschaftlichem Expansionskurs
Konjunkturaufhellung in den USA
Bestandsabbau in den USA

preisdrückende (bärische) Einflüsse auf Heizöl: Rohölangebot übertrifft Rohölnachfrage
OPEC-Quote könnte Überversorgung bald erhöhen
Ölproduktenangebot der USA hoch
Geringe US-Ölimporte
US-Rohölförderung auf 24-Jahres-Hoch

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