Unseren neuen Kommentar für den 05.12.16 finden Sie hier.


Heizölpreise: Die Säge kreist weiter

Internationaler Markt

Profis und Laien staunen gemeinsam über die Ölpreise. Runter, ja klar, da geht noch was. Aber die tatsächliche Verfallsgeschwindigkeit schlägt alle Vorstellungen. Wo soll das enden? Goldman Sachs gab dazu eine vage Prognose ab. Kaum ist sie veröffentlicht, jagen die Notierungen dem neuen Ziel entgegen. Wenn das so weiter geht, sehen wir bald negative Preise. Dann bekommen die Kunden Geld, damit sie Öl abnehmen. Den Notenbanken käme die Rolle der Regulierungsbehörden zu. Die Blaupause dazu wäre der deutsche Strommarkt. Dort werden Abnehmer auch bezahlt, wenn das regenerative Angebot zu groß ist. Vergütet werden die Produzenten trotzdem, durch die Endverbraucher. Hoffentlich bleibt die Phantasie Satire.

Venezuelas Präsident Maduro zog in der letzten Woche los, um OPEC- und Nicht-OPEC-Kollegen von einer Drosselung der Produktion zu überzeugen. Das Ansinnen schlug fehlt. Man pumpt allerorten wie besessen. Nach der ambitionierten Ankündigung Iraks, seine Produktion zu steigern, was trotz der instabilen Lage des Landes gelingen dürfte, folgen nun die Arabischen Emirate mit einer gleichlautenden Ansage. Solange keiner kürzt, ob freiwillig oder pleitebedingt, wird es keine Bodenbildung der Preise geben, sagt die neue Devise der Finanzszene. Nun gut, irren ist hier der Normalfall. Irgendwann wird die Preisbewegung drehen und dann geht alles ganz schnell in die andere Richtung. Nein, dieses Mal nicht, dieses Mal werden die Preise über Jahre auf dem aktuellen Niveau bleiben, tönt es aus gewöhnlich gut informierten Kreisen. Wenn das so sein sollte, müssten wir die Energiewende abschreiben. Sie wäre Verbrauchern nicht mehr vermittelbar.

Das einzig Greifbare in dem Chaos sind die aktuellen Ölpreise. Aber selbst die verändern ihren Status im Sekundentakt, heute Morgen wieder abwärts und nur abwärts. Die Tonne Gasöl kostet zur Stunde 457,00 Dollar . Das Barrel Rohöl wird in New York zu 44,55 Dollar und in London zu 45,45 Dollar gehandelt. Der US-Dollar kostet 0,8441 Euro . Damit kostet der Euro 1,1847 Dollar .

Nationaler Markt

Unsere Heizölpreise fallen wieder rasant. Es ist der nächste Preisrutsch im selben Trend. Er ist offensichtlich nicht totzukriegen. Aber Achtung, es kann nicht immer so weitergehen. Der Satz klingt angesichts der realen Situation abgegriffen. Er sollte trotzdem in Erinnerung bleiben.

Im Binnenmarkt ist das Kaufinteresse hoch. Der Handel ist hart gefordert. Er kommt mit der Lage dennoch recht gut zurecht. Ganz ohne längere Lieferzeiten geht es nun aber nicht. Das liegt auch daran, dass im Winter mehr Eilbestellungen auflaufen als üblich. Die haben notgedrungen Vorfahrt. Logistisch sind sie Taxi- statt Busfahrten. Das heißt, sie erlauben weniger Transportmenge.

Unser Schwarm-O-Meter für Heizöl, das das Kaufverhalten der Kunden ins Verhältnis zu ihren Preisanfragen setzt, steht nur auf einem mittleren Wert. Es gibt zwar viele Käufer aber noch mehr Beobachter, die auf tiefere Preise spekulieren. Der Glaube an günstigeres Heizöl ist immer noch sehr hoch, wie die Lesereinschätzung zeigt.

Das mathematische Tiefpreis-System gibt wieder Kaufsignale in allen deutschen Regionen. Damit liegt eine Entscheidungshilfe vor. In der kalten Jahreszeit kommen Kunden hinzu, die keine ausgewiesenen Preisbeobachter und Schnäppchenjäger sind. Sie treffen auf einen bemerkenswert günstigen Moment mit wunderbaren Preisen.

Die Preistrends weisen in allen Bereichen abwärts. Die Konstellation ist natürlich eine Einladung zur Spekulation auf noch mehr Abgang. Nach Lage der Dinge sollte das im weiteren Verlauf des Winters auch möglich sein. Es ist aber Respekt vor dem Wahnsinn der Börsen geboten. Der tiefe Fall der Ölpreise kann bisweilen zu starken Gegenreaktionen führen.

Im Übrigen sind wir der Meinung, dass wir alle verbrauchsreduzierende Maßnahmen und Verhaltensweisen entwickeln müssen, um zukunftsfähig zu sein. Die freundliche Marktausrichtung ist kein Dauerzustand.

Teilen Sie uns Ihre Meinung mit!

Uns ist Ihre Meinung wichtig. Schreiben Sie mir direkt unter
E-Mail: KlausBergmann@esyoil.com

Presse-Kontakt

Weitere Informationen