Unseren neuen Kommentar für den 06.12.16 finden Sie hier.


Heizölpreise: Die große Bewegung ist durch

Internationaler Markt

In den letzten Tagen prasselten ein paar bullische Impulse auf den Ölmarkt ein. Die Preise bewegten sich aufwärts. Gestern sahen Finanzjongleure den Markt mit anderen Augen. Sie machten sich Sorgen um ihre schäbigen Gewinne der letzten Tage und trennten sich von den Long-Positionen. Das ließ die Ölnotierungen spürbar abwärts rauschen.

Die alten Verhältnisse sind wiederhergestellt. Die üppige Produktion funktioniert annähernd störungsfrei. Der Markt wird als überversorgt betrachtet. Die größten OPEC-Lieferanten betreiben eine Angebots- und Preispolitik, die die wachsende US-Förderung mit billigem Öl zu unterminieren trachtet. Den weniger ölträchtigen Regionen in Europa und Asien bieten dieselben Lieferanten das gleiche Öl mit Preisaufschlägen an. Der Ölmarkt ist wie das wahre Leben. Wer hat, dem wird noch mehr gegeben. Wer nicht hat, muss teuer bezahlen. Mit Blick auf die Entwicklung der letzten Monate gibt es dennoch keinen Grund zur Klage. Die Preise sind als Gesamtwerk mit den Verbrauchern.

Das kann man aus europäischer Sicht über die Währung nicht sagen. Sie verliert gegenüber dem Dollar weiter an Boden. Der Zentralbank ist es recht und billig. Daran wird sich sobald nichts ändern.

Heute Morgen herrscht an den Ölbörsen eine Art Paralyse. Da geht nichts. Der Dollar zappelt hingegen ein wenig auf und ab. Tendenziell sollten sich beide Bewegungen neutralisieren. Die Tonne Gasöl kostet aktuell 732,75 Dollar . Das Barrel Rohöl wird in New York zu 77,12 Dollar und in London zu 81,98 Dollar gehandelt. Der US-Dollar kostet 0,8052 Euro . Damit kostet der Euro 1,2419 Dollar .

Nationaler Markt

Unsere Heizölpreise schwingen auf und ab. Sie folgen nun einem kurzfristigen Seitwärtstrend. Auf ihn lief unsere Prognose seit einiger Zeit hinaus. Heute Morgen durften wir den Trendkanal entsprechend anpassen, wie die 3-Monats-Ansicht der aktuellen Heizölpreis-Tendenz zeigt.

Der Binnenmarkt ist ruhiger als in den letzten Wochen. Der Handel überstand den Sturm und Drang ohne nennenswerte Engpässe. Die Lieferzeiten sind mittlerweile wieder entspannt. Selbst Notbelieferungen passen in die Abwicklung. Sie sind nur eine Frage des Preisaufschlags. Unser Schwarm-O-Meter für Heizöl, das das Kaufverhalten der Kunden ins Verhältnis zu ihren Preisanfragen setzt, steht nun einen Balken unter der höchsten Stufe.

Der Glaube an günstigeres Heizöl ist wankelmütig. Die Lesereinschätzung zur Preisentwicklung schwankt von Tag zu Tag. Sie folgt der Preisentwicklung selbst. Abwärts macht Hoffnung, aufwärts dämpft diese. Viele Leser wurden vom Preisanstieg der letzten Wochen überrascht. Er deckt sich nicht mit dem, was Medien in diesen Tagen glauben machen. Sie befördern eher die Erwartung auf weiter fallende Heizölpreise. Der Einfluss der Euroentwertung wird dabei systematisch unterschätzt.

Das mathematische Tiefpreis-System zeigt kein Kaufsignal mehr. Das deckt sich nur bedingt mit dem Verhalten der Käufer. In der kalten Jahreszeit kommen viele Kunden auf den Plan, die keine ausgewiesenen Preisbeobachter und Schnäppchenjäger sind. Wer als ein solcher weiterhin auf fallende Preise spekuliert, braucht starke Nerven und einen ausreichend gefüllten Tank. Das Auftreten eines neuen Preistiefs in diesem Winter ist alles andere als sicher.

Die Preistrends weisen in den längerfristigen Bereichen abwärts. Der kurzfristige Bereich zeigt etwas anderes, ohne damit Preisängste zu provozieren. Die Konstellation kann man noch als Einladung zur Spekulation auf einen erneuten Abgang interpretieren. Man sollte sie aber nicht übertreiben, sonst kann sie in einem persönlichen Misserfolg enden. Bedenken Sie, im Vergleich der letzten Jahre ist der Heizölpreis immer noch sensationell günstig.

Im Übrigen sind wir der Meinung, dass wir alle verbrauchsreduzierende Maßnahmen und Verhaltensweisen entwickeln müssen, um zukunftsfähig zu sein. Die prinzipiell freundliche Marktausrichtung ist kein Dauerzustand.

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