Unseren neuen Kommentar für den 06.12.16 finden Sie hier.


Heizölpreise: Dollar kann auch fallen

Internationaler Markt

Man hat es an den Börsen tatsächlich geschafft, eine kleine Gegenbewegung zum jüngsten Lauf der Öl- und Dollarkurse zu initiieren. Ob daraus mehr als die reine Initiation wird, steht genauso in den Sternen wie die Ölpreisentwicklung insgesamt. Sie lässt viel Raum zur Spekulation. Aktuell wird sie von globaler Überversorgung mit Rohöl und lokaler Benzinknappheit im Nordosten der USA geprägt. Das Knappheitsproblem verschärft sich aufgrund des teilweisen Ausfalls einer kanadischen Raffinerie, von der die Hälfte der Produktion zu den Nachbarn geschickt wird bzw. nun nicht mehr zu den Nachbarn geschickt wird. Wenn die New Yorker Broker in den kommenden Tagen höhere Preise für ihr Benzin zahlen müssen, ist es zu höheren Preisen für Öltitel nicht weit.

Das Problem ist über kurz oder lang beseitigt, definitiv. Dafür kann am langen Ende ein ganz anderes Thema auf die Agenda rücken, das die Broker in New York im Augenblick gar nicht auf dem Schirm haben. Ihr Kopf ist voll mit Überversorgung. Dieser Umstand ist ebenfalls von den Ereignissen vor der Haustür bestimmt. Die USA schicken sich nämlich an, Saudi Arabien und Russland als weltgrößte Ölproduzenten zu überholen. Aber trotz der ungeahnten und zweifellos beeindruckenden Fortschritte bei der Ölförderung bleibt das Land auf Importe angewiesen. Aktuell werden „nur“ 53 Prozent der Nachfrage aus eigener Produktion gedeckt. Sollte Saudi Arabien plötzlich als Lieferant ausfallen, würde das sowohl eine unschließbare Versorgungslücke als auch einen unberechenbaren Preisanstieg hervorrufen. Die Wahrscheinlichkeit für einen solchen Ausfall wird allgemein unterschätzt. Das Land leidet seit Jahren unter hohen sozialen Spannungen. Die Empfänglichkeit seiner Bevölkerung für fundamentalistische Strömungen wird mit großem staatlichem Aufwand unterdrückt. Sie könnten angesichts der Erfolge, die ISIS in der Region hat, bald ausbrechen. Denn anders als wir es aus den Medien mehrheitlich hören, hat die Terrorbande im Großraum ihrer Kampfregion viele Sympathisanten, auch in Saudi Arabien.

Dem Ölzeitalter wurde schon mehrfach das Ende seiner Ressource vorhergesagt. Danach sieht es nur wenige Jahre nach der Peak Oil Debatte gar nicht mehr aus. Dieser Paradigmenwechsel ist eine wesentliche Grundlage für die fallenden Ölpreise. In laufenden Debatten wird nicht mehr natürlicher Mangel, sondern Klimazerstörung und Unfriede unter den Menschen mit dem Ende des fossilen Zeitalters in Verbindung gebracht.

Über die kleine Wende bei der Dollarbewegung lässt sich nicht so viel schreiben wie über Öl. Sie ist nur der charttechnisch initiierte Versuch einer Gegenbewegung. Im Kern geht die Euroentwertung, der wir seit Mai beiwohnen, in Ordnung. Sie wird sich fortsetzen. Bisher hat sie eine Verteuerung des Dollars von gut zehn Prozent bewirkt. Dem steht eine Verbilligung des Gasöls, dem börsennotierten Vorprodukt für Heizöl, von zwölf Prozent gegenüber. Daraus ergibt sich eine Preissenkung von kaum zwei Prozent für unser Heizöl seit Anfang Mai.

Heute Morgen zeigen die Börsenotierungen bereits eine erste Regung, die Gegenbewegungen zu suspendieren und die ursprünglichen Richtungen wieder aufzunehmen. Die Tonne Gasöl kostet aktuell 785,50 Dollar . Das Barrel Rohöl wird in New York zu 90,22 Dollar und in London zu 92,64 Dollar gehandelt. Der US-Dollar kostet 0,7921 Euro . Damit kostet der Euro 1,2625 Dollar .

Nationaler Markt

Unsere Heizölpreise geben weiter nach. Die Preise der letzten drei Jahre sind abermals unterboten, wie die 36-Monats-Darstellung der aktuellen Heizölpreis-Tendenz zeigt.

Der Binnenmarkt ist belebt, aber keinesfalls von einer Bestellflut überrollt. Die Lieferungen können weitgehend zeitnah und nach wie vor termingerecht ausgeführt werden. Unser Schwarm-O-Meter für Heizöl, das das Kaufverhalten der Kunden ins Verhältnis zu ihren Preisanfragen setzt, zeigt höchste Zufriedenheit mit den Preisen an.

Aber auch die Preisentwicklung wird von unseren Lesern wieder äußerst positiv eingeschätzt. Sie erwarten weiteren Rückgang. Daraus schließen wir, dass eine nennenswerte Zahl von potenziellen Kunden bereitsteht, bei der nächsten Preiswende zu ordern.

Das mathematische Tiefpreis-System zeigt erneut ein Kaufsignal. Das deckt sich mit dem Kaufverhalten der Kunden und es widerspricht nicht der Preiseinschätzung der Leser. Wer auf noch tiefere Preise spekuliert, sollte das Geschehen eng verfolgen, um nicht von der nächsten Aufwärtsbewegung überrascht zu werden.

Die Preistrends weisen in allen relevanten Bereichen abwärts. Das ist natürlich eine Einladung, weiter auf noch attraktivere Preise zu spekulieren. Man sollte diese Spekulation aber nicht überziehen, sonst kann sie in einem persönlichen Misserfolg enden. Bleibt zu erwähnen, dass die Heizölpreise nun Kurs auf die vier Jahre alten Tiefstände nehmen.

Im Übrigen sind wir der Meinung, dass wir alle verbrauchsreduzierende Maßnahmen und Verhaltensweisen entwickeln müssen, um zukunftsfähig zu sein. Die prinzipiell freundliche Marktausrichtung ist kein Dauerzustand.

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