Unseren neuen Kommentar für den 05.12.16 finden Sie hier.


Heizölpreise: Draghi hinterlässt Spuren

Internationaler Markt

Die Rede des EZB-Chefs Draghi vom vergangenen Freitag hinterlässt Spuren. Er forderte höhere staatliche Investitionen, die durchaus schuldenfinanziert sein dürften. Insbesondere eröffnete er die Möglichkeit einer quantitativen Lockerung der Geldpolitik für den Fall, dass die Inflationsrate weiter fallen sollte. Dass die Inflationsrate fallen wird, scheint ausgemachte Sache. Die EZB könnte den Leitzins auf das Niveau der US-Notenbank von 0,00 Prozent senken. Auch der Ankauf von Anleihen liegt nicht mehr im Bereich des Unmöglichen. Am kommenden Freitag werden in einer Vorabveröffentlichung die neuen Inflationsdaten bekannt gegeben. Bis dahin könnte es relativ ruhig an den Devisenmärkten bleiben. Insgesamt drückt die EZB mit diesem Ausblick auf den Wechselkurs von Dollar zu Euro. Für den Heizölpreis hat dies einen preistreibenden Einfluss.

Die Ölbörsen waren gestern von technischen Impulsen geprägt. Zunächst gab es aufgrund charttechnischer Indikatoren Auftriebskräfte, die aber durch Gewinnmitnahmen zunichte gemacht wurden. Zum Handelsschluss gingen die Ölpreise stärker aus dem Handel als sie in den Tag gestartet waren. Die Commerzbank sieht nicht mehr viel Abwärtsspielraum, da die internationalen Konflikte preistreibend wirken. Dem entgegen vermeldet Libyen eine verstärkte Förderung, weil ein weiteres Ölfeld wieder in Betrieb genommen werden konnte. Analysten warnen vor einer Drosselung der OPEC-Fördermengen, weil die zusätzlichen Mengen aus Libyen kaum mehr von dem überversorgten Ölmarkt aufgenommen werden können. Dies spricht für eine Stabilisierung der Ölpreise auf dem jetzigen Niveau. Dementsprechend besteht für den Heizölpreis aus Sicht der Ölmärkte nur eine schwache preisdrückende Tendenz.

Charttechnisch sind die Ölbörsen heute neutral eingestellt. Die Konstellationen und Signale von gestern konnten nicht bestätigt werden und verlieren an Überzeugungskraft. Insgesamt bleiben eindeutige Impulse aus, sodass diese Seite des Handels ohne Gefahren für den Heizölpreis bleiben.

Heute Morgen ziehen die Notierungen an den Ölbörsen leicht an, stehen aber im Vergleich zu Freitagmorgen etwas tiefer. Charttechnisch ist auch noch einiges zu gewinnen. Die Tonne Gasöl kostet 860,00 Dollar . Das Barrel Rohöl wird in New York zu 93,57 Dollar und in London zu 102,79 Dollar gehandelt. Der Dollar steht bei 1,3203 Euro .

Nationaler Markt

Unsere Heizölpreise steigen leicht. Sie werden von der Euro-Schwäche nach oben gezogen. Damit bewegen sie sich weiter im kurzfristigen leichten Aufwärtstrend. Stärkerer Aufwind ist aber nicht zu erwarten.

Der Binnenmarkt bleibt stark. Viele Kunden nutzen die günstige Gelegenheit zum Heizölkauf. Die Urlaubszeit im Heizölgeschäft nähert sich dem Ende zu. Schnell fallende Lieferzeiten sind aber noch nicht zu erwarten, da die Aufträge der vergangenen Woche erst noch abgearbeitet werden müssen. Gemäß unserem Schwarm-O-Meter für Heizöl signalisieren die Kunden mit ihrem Kaufverhalten, dass sie mit den Heizölpreisen sehr zufrieden sind.

Die Mehrheit in unserer Lesereinschätzung, die auf noch bessere Preise hofft, bleibt auf niedrigem Niveau stabil. Gleichwohl geht eine kleine Mehrheit davon aus, dass der Heizölpreis weiter fällt. Wer auf Abgang setzt, sollte sich des Risikos der Wette bewusst sein und das Geschehen eng verfolgen. Dabei sollte man die längeren Lieferzeiten berücksichtigen.

Das mathematische Tiefpreis-System zeigt sich negativ. Das ist dem Umstand geschuldet, dass sich die Preise in der nahen Vergangenheit nur noch wenig bewegt haben. Sollten die Preise noch etwas nachgeben, wird es sicher wieder ein positives Signal geben. Mit den letzten Preissteigerungen ist dies aber zunächst unwahrscheinlicher geworden.

Der Preistrend weist nur im kurzfristigen Bereich schwach aufwärts. In allen anderen Zeitstufen sind die Abwärtstrends intakt. Insbesondere der längerfristige Trend macht weiterhin Hoffnung auf einen erneuten Preisabgang. Der muss nun aber bald eintreffen, sonst bleibt auch hier ein Seitwärtstrend zu vermelden. Dieser Umstand rückt langsam näher. Dies wäre aber auf diesem Niveau nicht weiter tragisch, denn die aktuellen Heizölpreise sind wieder deutlich unter denen der letzten drei Jahre.

Im Übrigen sind wir der Meinung, dass wir alle verbrauchsreduzierende Maßnahmen und Verhaltensweisen entwickeln müssen, um zukunftsfähig zu sein. Die prinzipiell freundliche Marktausrichtung ist kein Dauerzustand.

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