Unseren neuen Kommentar für den 06.12.16 finden Sie hier.


Heizölpreise: Draghi schürt Hoffnung auf Liquidität

Internationaler Markt

Gestern gab der EZB-Chef Draghi bekannt, dass es zum jetzigen Zeitpunkt keine weitere Zinssenkung der EZB geben wird. Das war trotz der niedrigen Inflationsrate erwartet worden. Unerwartet fand er sehr deutliche Worte über die Möglichkeit, mehr Liquidität in die Finanzmärkte zu pumpen, sollte die Inflationsrate im April nicht steigen. Er betonte mehrfach, dass eine einstimmige Übereinkunft im EZB-Rat darüber herrsche, dass notfalls schnell gehandelt werden könne. In Betracht kommen sogenannte unkonventionelle Methoden, wie der Ankauf von Staatsanleihen. Eine höhere Inflationsrate sei ein Indikator und gleichzeitig eine Voraussetzung für eine stabile, positive Konjunkturentwicklung.

Mit dem Ausblick auf eine höhere Liquidität wurden Kaufimpulse an den Ölbörsen geschaffen, die technisch gestützt wurden. Weitere Kaufimpulse waren die Unsicherheit über die Lage in Libyen und Russland. Einige Spekulanten versuchen sich vor dem Wochenende gegen überraschende Entwicklungen zu schützen. Neue Informationen standen aber nicht dahinter.

Draghis Worte hatten zu guter Letzt auch noch Einfluss auf die Entwicklung des Wechselkurses zum Dollar. Die mögliche Aufweichung des Euro ließ diesen gegenüber dem Dollar fallen. Das ist sehr im Sinne Draghis, denn ein zu starker Euro führt zu günstigen Importpreisen und steigert somit die Gefahr einer Deflation. Diese gilt es um jeden Preis zu verhindern. Auch an diesem Ziel ließ die EZB keinen Zweifel.

Charttechnisch stehen die Indikatoren wieder neutral bis bullisch. Nach drei Tagen des Abgangs war eine Korrektur zu erwarten. Diese wird aber nicht stärker ausfallen, als die letzten Preisnachlässe ergaben. Letztlich kann sich die Chartanalyse nicht vollständig von den realen Marktgegebenheiten lösen. Heute werden deshalb die Daten über den US-Arbeitsmarkt neue Impulse setzen können.

Heute Morgen tut sich an den Ölbörsen wenig, zumindest wenig Neues. Die Tonne Gasöl kostet aktuell 889,50 Dollar. Das Barrel Rohöl wird in New York zu 100,52 Dollar und in London zu 106,25 Dollar gehandelt. Der US-Dollar kostet 72,98 Eurocent.

Nationaler Markt

Unsere Heizölpreise steigen wieder. Nach den letzten Preisnachlässen, die durch die Ölbörsen verursacht wurden, kann sich der Binnenmarkt nicht gegen steigende Ölpreise und einen fallenden Euro stemmen. Trotz der ruhigen Marktlage ist der Einfluss des hiesigen Heizölhandels auf die globale Heizölpreis-Entwicklung zu gering. Kurz-, mittel- und langfristig zeigen die Heizölpreise weiter nach unten. Von einer Trendumkehr sind sie weit entfernt. Die jetzige Teuerung verläuft innerhalb des Trendkanals. Im Vergleich zu den Vorjahren ist der Heizölpreis sehr günstig. Sollten die Wirtschaftsdaten aus den USA von heute positiv ausfallen, werden die letzten Preisnachlässe wieder eingefangen. Unsere Nutzer sind sich aber einig, dass die Heizölpreise weiter fallen werden. Entsprechend gering sind die Käufe. Unsere Empfehlung lautet: Wer nur noch wenig Heizöl im Tank hat, kann nicht nur ohne Sorge kaufen, sondern sollte die letzten Preisnachlässe nutzen. Eine teure Notbestellung wäre jetzt ärgerlich. Wer Zeit hat, kann immer noch getrost abwarten. Im Übrigen sind wir der Meinung, dass wir alle verbrauchsreduzierende Maßnahmen und Verhaltensweisen entwickeln müssen, um zukunftsfähig zu sein. Die freundliche Marktausrichtung ist kein Dauerzustand.

Der Markt in Stichworten

preistreibende (bullische) Einflüsse auf Heizöl: Libyen droht zu zerreißen
Ausfälle in Nigeria
Unruhen in Venezuela

preisdrückende (bärische) Einflüsse auf Heizöl: Zweifel an Chinas Konjunktur
Irak steigert Ölproduktion
USA geben Teil der strategischen Reserven frei
Rohölnachfrage der Raffinerien sinkt zum Frühjahr

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