Unseren neuen Kommentar für den 10.12.16 finden Sie hier.


Heizölpreise: Draghi und Hollande als Advocati Diaboli

Internationaler Markt

Ein Zusammentreffen unschöner Ereignisse treibt die Ölpreise unerwartet heftig in die Höhe. An erster Stelle steht dabei die Sorge, dass die Atomverhandlungen mit dem Iran scheitern können. Die Sache schlägt mit großer Wirkung ein, weil alle Beteiligten bereits damit beschäftigt waren, die Rückkehr Teherans als Öllieferant vorzubereiten. Dem Vernehmen nach lässt François Hollande, Frankreichs ungeliebter Präsident, auch in dieser Angelegenheit jede Teamfähigkeit vermissen. Er sei der Brutus in den Verhandlungen. Israel wird es ihm danken. Wie sein Volk zu ihm steht, wissen wir nicht. In Atomfragen sind Franzosen sehr eigen. In den USA hat man den Ölkonsum wiederentdeckt. Die Nachfrage nach Benzin und Heizöl war in den letzten vier Wochen ungewöhnlich hoch. Zudem wurde viel Ware exportiert. Generell ist das kein Problem, da die Rohölversorgung noch stärker zulegt. Die US-Raffinerien sind mit einer ungeplant hohen Ausfallsrate allerdings ein Flaschenhals in der Versorgungskette. Zu allem Überfluss wird diese nun durch eine anrollende Kältewelle in den USA zusätzlich gestresst. Finanzjongleure nehmen die Vorlagen dankend an. Gestern brannten sie ein kleines Kursfeuerwerk ab. Dass weltweit sowohl Rohöl als auch Raffineriekapazität üppig vorhanden ist, blendeten sie komplett aus. Was bleibt ihnen auch anderes übrig angesichts der Ankündigung EZB-Draghis, negative Leitzinsen für die Finanzszene erheben zu wollen? Nun müssen sie endgültig in Anlagen wie Rohstoffe und Aktien flüchten. Wenn sie alles überschüssige Geld dort versammelt haben, gibt es die Chance, seine Vernichtung durch einen ordentlichen Börsencrash zu betreiben. Vielleicht ist das der Lösungsplan Draghis. Vorsicht Satire!

Nationaler Markt

Unsere Heizölpreise schossen wild in die Höhe. Der kurzfristige Abwärtstrend ist kaputt. Mittelfristig hält er immerhin noch. Ursächlich waren gestern die Ölbörsen. Der Dollarrückgang war dagegen ein Tropfen auf dem heißen Stein. Der Binnenmarkt funktioniert ordentlich und ohne nennenswerten Preiseinfluss. Die weiteren Aussichten sind durchwachsen. Wenn der Atomstreit mit dem Iran nicht beigelegt wird, büßt die Marktlage an Freundlichkeit ein. Die neue Konstellation setzt spekulativ eingestellte Käufer unter psychischen Druck. Eine Entscheidung muss getroffen werden. Wer einen langen Atem hat, kann auf bessere Verhältnisse hoffen und setzen. Wer bald kaufen muss, hat durch die letzten beiden Tage noch keinen großen „Verlust“ eingefahren. Heizöl ist nach wie vor billiger als in den beiden Vorjahren um diese Zeit. Im Übrigen sind wir der Meinung, dass es schlau ist, sich um die Reduzierung des eigenen Verbrauchs zu kümmern. Dazu empfehlen wir in einem ersten Schritt unseren e-Peilstab. Mit ihm lässt sich der Heizölverbrauch messen. Auf esytrol entsteht aus den Messungen ein Bild zur Energieintensität des eigenen Hauses. Wenn das bekannt ist, können Handlungen folgen.

Der Markt in Stichworten

preistreibende (bullische) Einflüsse auf Heizöl: Atomverhandlungen mit dem Iran könnten scheitern
USA erwarten Kältewelle
Raffinerieausfälle in den USA
Entwicklung in Libyen
Fortsetzung der lockeren Geldpolitik
China bleibt auf wirtschaftlichem Expansionskurs

preisdrückende (bärische) Einflüsse auf Heizöl: US-Rohölbestände sehr hoch
OPEC erhöht Angaben über Ölschiefervorkommen
Geringe US-Ölimporte
Ölangebot übertrifft Ölnachfrage

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