Unseren neuen Kommentar für den 11.12.16 finden Sie hier.


Heizölpreise: EU und USA sprechen sich Mut zu

Internationaler Markt

Die Weltkonjunktur läuft wieder. Das sagen die aktuellen Daten aus China, EU und USA. Im Fall Chinas ist die Aussage glaubwürdig. Das Land konzentriert sich als Folge der Schwierigkeiten in den alten Industrienationen auf seinen Binnen- und Regionalmarkt. China rückt langsam vom Status der billigen Weltwerkbank ab. Die Umstellung kommt dem Vernehmen nach voran. Der Erfolg drückt sich nun auch in verbesserten Konjunkturzahlen aus. In der EU gibt es mehr schwache als starke Wirtschaftsnationen. Der gesamte Süden steckt in einer schweren Rezession. Hier jubelt man inzwischen schon, wenn die negativen Zahlen weniger negativ sind. Fakt ist und bleibt bisher, dass viele Volkswirtschaften weiter schrumpfen. In den USA wechseln die Konjunkturdaten häufig die Richtung. Zudem hängt das Land an der Dopingnadel der Notenbank. Sie pumpt monatlich 85 Mrd. Dollar in den Markt. Ein Teil des Geldes könnte sogar realwirtschaftliche Effekte haben. Ein solcher mag die gestiegene Juli-Nachfrage nach Öl sein. Rohöl schlug gegenüber dem Vorjahr mit +1,7 Prozent zu Buche. Die Benzinnachfrage legte zur Überraschung der Statistiker sogar um 2,2 Prozent zu. Damit ist sie nur die zweitgeringste der letzten 13 Jahre. Ein starkes Zeichen für eine wirtschaftliche Genesung ist sie noch nicht. Und ein Signal für teureres Öl ist der Nachfrageanstieg allemal nicht, da das US-Angebot mit über 17 Prozent erheblich schneller wächst. Es hat ein 25-Jahres-Hoch für Juli erreicht. Garniert mit vorsichtig entspannenden Nachrichten aus Libyen, dort deutet sich eine Einigung der Volksstämme zu den Öllieferungen an, könnten die Ölbörsen mal wieder nachgeben. Gestern geschah das noch nicht.

Nationaler Markt

Unsere Heizölpreise legen zu. An den Vorgaben der Ölbörsen liegt das nicht in dem Maß, in dem der Preiseffekt eintritt. Offensichtlich drehen die Vorlieferanten (Ölgesellschaften und Importeure) ein wenig an der Preisschraube. Es ist unwahrscheinlich, dass sie eine Niveauanhebung angesichts der gemächlichen Nachfrage durchsetzen können. Die aktuellen Preisaussichten sind gleichwohl nicht gut, weil die mittel- und längerfristigen Abwärtstrends schon wieder angegriffen werden. Der physische Markt ist aufgrund des guten Angebots zwar weiterhin entspannt. Dass diese Entspannung auch in bessere Preise überführt werden kann, ist aber kein Gesetz. In anderen Worten, im Herbst könnte Heizöl billiger werden, muss es aber nicht. Wer die Spekulation ablehnt, sollte tanken. Heizöl kostet deutlich weniger als vor 12 Monaten. Der Abstand beträgt über zehn Prozent bei 3.000 Liter Liefermenge. Risikobereite Verbraucher mögen auf den weiteren Jahresverlauf setzen. Fünf Prozent Einsparung gegenüber den aktuellen Preisen könnten sie dabei möglicherweise einfahren. Im Übrigen sind wir der Meinung, dass es schlau ist, sich um die Reduzierung des eigenen Verbrauchs zu kümmern. Wer nicht in den zukünftigen Minderverbrauch investieren mag, könnte mit dem Kauf von Zertifikaten den CO2-Ausstoß des verfeuerten Heizöls kompensieren. Infos dazu gibt es hier.

Der Markt in Stichworten

preistreibende (bullische) Einflüsse auf Heizöl: Sorge vor Eskalation der Gewalt in Libyen und Ägypten
Ein paar gute Konjunkturdaten aus China, EU und USA
Fortsetzung der lockeren Geldpolitik
Einige kleinere Infrastrukturstörungen

preisdrückende (bärische) Einflüsse auf Heizöl: Globale Rohölnachfrage soll zum Herbst sinken
Gute Konjunkturzahlen schüren Sorge über Ende der lockeren US-Geldpolitik
US-Ölangebot wächst deutlich
Weitere Länder melden steigende Ölproduktion
Hohes Ölangebot am Weltmarkt

Teilen Sie uns Ihre Meinung mit!

Uns ist Ihre Meinung wichtig. Schreiben Sie mir direkt unter
E-Mail: KlausBergmann@esyoil.com

Presse-Kontakt

Weitere Informationen