Unseren neuen Kommentar für den 07.12.16 finden Sie hier.


Heizölpreise: EZB wird diese Woche wichtig

Internationaler Markt

Am vergangenen Freitag holten sich die Ölnotierungen ein Stück der Abwärtsbewegung der Vortage zurück. Der Euro verlor kurzfristig gegenüber dem Dollar, nachdem die US-Arbeitsmarktdaten besser ausfielen als erwartet. Die Ukraine entwickelt sich uneinheitlich. Zum einen entspannt sich die Lage. Zum anderen verschärft sich die Situation.

Die Ölbörsen zogen am Freitag etwas an. Sie reagierten damit auf die letzten Kursverluste. Stabilere Arbeitsmarktdaten aus den USA stützten diese Bewegung, weil Menschen, die in Lohn und Brot stehen, mehr Öl verfahren und verbrauchen, so die Logik. Der wohl stärker wiegende Grund für die anziehenden Kurse ist mal wieder die Krise in der Ukraine. Wie in den letzten Wochen sicherten sich Börsenhändler und Spekulanten gegen die Risiken des Wochenendes ab. Weitere Eskalationen und Sanktionen führten in der näheren Vergangenheit zu Ölpreis-Anstiegen, sodass für das Wochenende ein Risiko-Aufschlag zu erwarten war. Genauso wie dieser aufgebaut wurde, wird er am heutigen Montag wieder abgebaut, soweit die Situation es zulässt.

Aus der Ukraine sind mittlerweile die OECD-Mitarbeiter freigelassen worden, was auf diplomatischer Ebene für Entspannung gesorgt hat. Allerdings hat sich auf tatsächlicher, militärischer Ebene die Situation zugespitzt. Die Regierung der Ukraine hat eine Offensive gestartet und belagert Slawjansk. Bei den Kämpfen gab es laut Medien-Berichten Verletzte und Tote auf beiden Seiten. Die Angst vor einem Bürgerkrieg wird kolportiert. Ob sie wirklich besteht, kann nicht geklärt werden, weil wir die Berichterstattung als beschämend einseitig empfinden. Wahrscheinlicher ist, dass sich militante Nationalisten auf beiden Seiten gegenüber stehen, die naturgemäß unversöhnlich erscheinen. Da eine Ordnungsmacht nicht existiert, besteht die Gefahr weiterer Konflikte. Bei einem solchen Hintergrund bleiben unliebsame Auswirkungen auf den Ölpreis nicht aus, bleiben aber aufgrund der wieder möglichen diplomatischen Arbeit zwischen Russland, EU und USA in nächster Zeit eher gering.

Der Euro verlor am vergangenen Freitag wegen der guten US-Arbeitsmarktdaten kurzzeitig gegenüber dem Dollar an Boden. Er konnte den gesamten Verlust innerhalb von knapp zwei Stunden wieder gutmachen, weil die Marktteilnehmer wegen wiederum schlechterer Industriedaten nicht an einer echten Besserstellung des Dollars glauben wollten. Auf dieser Seite des Atlantiks werden die Diskussionen in dieser Woche verstärkt über eine Ausweitung der Geldpolitik der EZB geführt. Die Inflationsrate gilt vielen Euro-Staaten als zu gering. Wichtiger noch ist der zurzeit stabile hohe Außenwert der Währung. Was den deutschen Heizölverbraucher freut, ist den notorisch exportorientierten Wirtschaftslobbyisten ein Dorn im Auge. Insbesondere die krisengeschüttelten EU-Staaten erhoffen sich durch einen schwächeren Euro eine leichtere Erholung der eigenen Wirtschaft. Besondere Bedeutung kommt diesem Umstand zu, weil die Euro-Finanzminister ein Leitlinienrecht in dieser Frage haben. Dieses wurde in der Vergangenheit noch nicht in Anspruch genommen. Dazu wäre auch eine Zweidrittelmehrheit erforderlich, aber der politische Druck auf die EZB wächst, die ihrerseits ihre Unabhängigkeit verteidigen muss. Es könnte also sein, dass es zu einem Ministerentscheid aufgrund der fehlenden Mehrheit nicht kommt, aber die EZB den politischen Verwerfungen zuvorkommt, indem sie bereits im Vorfeld aktiv wird. Am heutigen Montag findet ein Treffen dieser Ministerrunde statt, das sicher nicht ohne Einfluss auf die EZB-Sitzung am Donnerstag sein wird. Angesichts dieser Konstellation ist eine Schwächung des Euros in dieser Woche zu befürchten.

Heute Morgen steigen die Ölnotierungen niedriger ein als die Schlusskurse vom Freitag und der Euro bleibt stabil. Die Tonne Gasöl kostet 907,00 Dollar. Das Barrel Rohöl wird in New York zu 99,82 Dollar und in London zu 108,42 Dollar gehandelt. Der Euro steht leicht unter 1,39 Dollar.

Nationaler Markt

Unsere Heizölpreise bewegen sich kaum. Das entspricht der geringen Bewegung an den Öl- und Devisenmärkten. Der kurzfristige Trend zeigt wieder nach unten und wir peilen ein neues Jahrestief an. Mittelfristig bleibt der Abwärtstrend bestehen. Die Nachfrage ist wieder deutlich stärker. Unsere Kunden nutzen den guten Kaufzeitpunkt, der in einigen Regionen Deutschlands auch durch unser mathematisches Tiefpreissystem bestätigt wird. Die Heizölpreise sind demnach verhältnismäßig günstig. Ein ebenfalls bedeutender Teil unserer Nutzerschaft hofft auf weiter fallende Heizölpreise. Unsere Empfehlung: Der Heizölpreis ist gut und kann auch in Anbetracht der Einsparung gegenüber den Vorjahren uneingeschränkt zum Kauf genutzt werden. Wer spekulieren will und noch genug Heizöl im Tank hat, darf aufgrund der Marktsituation auf tiefere Preise hoffen. Im Übrigen sind wir der Meinung, dass wir alle verbrauchsreduzierende Maßnahmen und Verhaltensweisen entwickeln müssen, um zukunftsfähig zu sein. Die prinzipiell freundliche Marktausrichtung ist kein Dauerzustand.

Der Markt in Stichworten

preistreibende (bullische) Einflüsse auf Heizöl: Ukraine-Konflikt wird immer heißer
Wirtschaftssanktionen gegen Russland bedrohen Öl- und Gaslieferungen
Weniger Öl aus der Nordsee

preisdrückende (bärische) Einflüsse auf Heizöl: US-Bestandsdaten
Russland beordert Truppen an Ukraines Grenze in Kasernen zurück
Schwache Konjunkturdaten aus den USA und China
Rezessionsgefahr in Russland
Verhandlungen um iranisches Atomprogramm

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