Unseren neuen Kommentar für den 05.12.16 finden Sie hier.


Heizölpreise: Ein Trend für Verbraucher

Internationaler Markt

Es sieht so aus, als sei das Aufwärtspotenzial der Gegenbewegung zum jüngsten Preisrückgang aufgebraucht. Gestern gaben die Ölnotierungen moderat nach. Einzige Ausnahme war die Preisbildung für US-Rohöl der Sorte WTI. Die voranschreitende Öffnung seines Verwendungsraums über die ursprünglich wenigen US-Regionen hinaus steigert die Nachfragemöglichkeit und damit den Preis. Da die Welt insgesamt ausgezeichnet mit Rohöl versorgt ist, gibt es mit anderen Rohölsorten wie Brent aus der Nordsee eine Beziehung kommunizierender Nachfrage. Die gesteigerte Verwendung von WTI führt zu einer reduzierten Verwendung von Brent. Entsprechend entwickeln sich die Preise, WTI rauf, Brent runter.

Es vergeht kaum ein Tag ohne Erfolgsmeldung beim Ölangebot. Gestern prahlte der irakische Ölminister Abdul Kareem Luaiby mit weiteren Produktionssteigerungen für dieses Jahr und mit der Erhöhung der Ölreserven, die sein Land als Nummer Drei der ölreichen Staaten hinter Saudi Arabien und Kanada platziert. Bis zum Ende der Dekade soll so viel Öl gefördert werden wie Russland oder Saudi Arabien derzeit produzieren.

Den schönen neuen Ölaktivitäten stehen rückläufige Verbräuche gegenüber. So wird aktuell über zerplatzende Hoffnungen zur US-Benzin-Nachfrage geredet. Die Zeit für Träume in dieser Sache ist vorbei. Finanzjongleure müssen der Tatsache ins Auge sehen, dass auch dieser Sommer keinen Benzin-Konsum-Boom bringen wird. Ein Indiz hierfür liefern die aktuellen US-Bestandsdaten. Sie demonstrieren den Effekt einer unterdurchschnittlichen Osternachfrage in der Erhöhung der Vorräte. Wenn schon Ostern wenig ging, so die neue Deutung, dann wird der Sommer lausig. Im Einzelnen legten DOE (Department of Energy) und API (American Petroleum Institute), die über die Bestände berichtenden Institutionen, folgende Daten zur Veränderung gegenüber Vorwoche vor:

Rohöl: +0,3 Mio. Barrel (DOE) bzw. +5,1 Mio. Barrel (API)
Heizöl und Diesel: -0,2 Mio. Barrel (DOE) bzw. -1,3 Mio. Barrel (API)
Benzin: +1,7 Mio. Barrel (DOE) bzw. +2,0 Mio. Barrel (API)

In Summe ergibt sich ein Aufbau von 1,8 (DOE) bzw. 5,8 (API) Mio. Barrel. Die Raffinerieauslastung stieg auf 87 Prozent. Der Wert ist zwar schwach, aber ausreichend. Er wird in den kommenden Wochen steigen, weil Raffinerien aus dem Wartungszyklus zurückkehren.

Die puren Ölmarktdaten lassen mehr preislichen Abwärtsspielraum zu. Dass dieser nicht realisiert wird, liegt wesentlich an Gelddruckprogrammen der Notenbanken. Im letzten Sitzungsprotokoll des Offenmarktausschusses der FED wird die Politik des lockeren Geldes wieder bestätigt. Finanzjongleure müssen mit dem überschüssigen „Zeug“ irgendwo hin. Öl ist und bleibt trotz des üppigen Angebots eine erste Adresse, um einen Teil der Geldflut zu absorbieren. Dieser Umstand ist ein immerwährender bullischer Impuls.

Heute Morgen deutet sich an, dass die Bullen schlechte Karten an der Ölbörse haben. Eine Abwärtstendenz ist zu erahnen. Für die Tonne Gasöl werden 883,75 Dollar bezahlt. Das Barrel Rohöl wird in New York zu 94,29 Dollar und in London zu 105,39 Dollar gehandelt. Der US-Dollar kostet 76,52 Eurocent.

Nationaler Markt

Unsere Heizölpreise geben schwach nach. Das ist immerhin besser als man angesichts der Gegenbewegung zum Abwärtstrend der Ölnotierungen erwarten durfte. Dieser Trend scheint wieder aufgenommen zu werden. Die Chance auf weiter rückläufige Heizölpreise ist damit gegeben. Der relativ belebte Binnenmarkt steht dem nicht entgegen. Preistreibende Warenengpässe bleiben bisher aus. Großes sollte man nicht von den möglichen Preisnachlässen erwarten, aber doch eine gewisse Kontinuität der Verbraucherfreundlichkeit. Aktuell geht die soweit, dass Heizöl billiger als vor 12 und vor 24 Monaten ist. Im Übrigen sind wir der Meinung, dass es schlau ist, sich um die Reduzierung des eigenen Verbrauchs zu kümmern. Dazu empfehlen wir in einem ersten Schritt unseren e-Peilstab. Mit ihm lässt sich der Heizölverbrauch messen. Auf esytrol entsteht aus den Messungen ein Bild zur Energieintensität des eigenen Hauses. Wenn das bekannt ist, können Handlungen folgen.

Der Markt in Stichworten

preistreibende (bullische) Einflüsse auf Heizöl: FED sieht Gelddrucken nach wie vor positiv
China wächst weiterhin
Infrastrukturstörungen erwartet
Spannungen in Nordafrika, Nahost und Nordkorea

preisdrückende (bärische) Einflüsse auf Heizöl: US- und Nordseeförderungen steigen
Südsudan kehrt als Lieferant zum Markt zurück
Sehr viel Öl am Markt
US-Bestandsdaten
EIA- und OPEC-Monatsberichte nennen schwache Nachfrage
Alte Industrienationen brauchen immer weniger Öl

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