Unseren neuen Kommentar für den 08.12.16 finden Sie hier.


Heizölpreise: Ein wenig Angst war doch da

Internationaler Markt

Die Ölbörsen blieben vom Medienrummel um die Krim bisher weitgehend unberührt. Das war angesichts des Widerspruchs zwischen politischer Äußerung und politischem Interesse des Westens plausibel. Gekläfft wird für das Publikum. Das angebellte Feindbild schafft Orientierung in einer an politischer Orientierung armen Zeit. Gebissen wird nicht, da es nichts zu gewinnen gibt. Am Freitag kam schließlich doch etwas Unruhe aufgrund der unvorhersehbaren Umstände des Krim-Anschlusses an Russland auf. Sie trieb die Ölnotierungen in die Höhe. Der bestehende Abwärtstrend bei Gasöl, dem börsennotierten Vorprodukt für Heizöl, wurde dabei nicht angegriffen. Heute Morgen beginnt man an den Ölbörsen den Anstieg wieder herauszunehmen. Es ist ja alles gut gegangen. Die Politik wird das Bellen noch nicht einstellen. So will es das Ritual um die politische Ehre. Es bringt nichts, sich davon verunsichern zu lassen. Entgegen allem Gerede um Sanktionen deutet derzeit nichts darauf hin, dass der Energiehandel Schaden nehmen wird. Schaden nehmen andere Teile der russischen Wirtschaft, die unter hohem Einfluss des Kapitalmarkts stehen. Auf diesem Gebiet hat die Politik westlicher Prägung schon lange nichts mehr zu melden.

Nationaler Markt

Unsere Heizölpreise sausten am Freitag aufwärts. Dieser Satz klingt nach mehr als an realer Verteuerung herauskam. Eine 3.000 Liter Bestellung wurde im Bundesdurchschnitt um 24,60 € oder ein Prozent teurer. Der Abwärtstrend ist durch diesen Umstand nicht berührt oder gefährdet. Der Anstieg geht zum Teil auf die Vorgaben durch die Ölnotierungen und zum Teil auf den Binnenmarkt zurück. Letzter kommt nun doch in Schwung. Die Bestellungen nehmen mit dem Eifer der Krisenberichterstattung um die Ukraine zu. Dadurch wird das Angebot enger. In Bayern wird es knapp. Die Aussichten für die kommenden zwei bis drei Monate sehen wir gleichwohl positiv. Wer darauf spekulieren möchte, braucht Risikobewusstsein, Geduld, eine ausreichende Restmenge Heizöl im Tank und unsere zeitnahen Informationen. Wem es wichtiger ist, seinen Heizöltank gut gefüllt zu wissen, sollte einfach ordern. Der Preis ist gut. Er befindet sich recht nahe an einem Dreijahrestief. Im Übrigen sind wir der Meinung, dass wir alle verbrauchsreduzierende Maßnahmen und Verhaltensweisen entwickeln müssen, um zukunftsfähig zu sein. Die freundliche Marktausrichtung ist kein Dauerzustand.

Der Markt in Stichworten

preistreibende (bullische) Einflüsse auf Heizöl: Libyen droht zu zerreißen
Unruhen in Venezuela
Ukraine-Krise

preisdrückende (bärische) Einflüsse auf Heizöl: Konjunkturzahlen mal wieder schwach
USA geben Teil der strategischen Reserven frei
Rohölnachfrage der Raffinerien sinkt zum Frühjahr
US-Öl über neue Pipeline besser verfügbar

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