Unseren neuen Kommentar für den 05.12.16 finden Sie hier.


Heizölpreise: Ende des Petro-Dollars

Internationaler Markt

Am Freitag enttäuschten die Arbeitsmarktzahlen aus den USA. Der Dollar verlor, die Ölpreise zogen an. Der Syrienkonflikt bleibt hinter dem Rauschen der Wirtschaftsdaten das bestimmende Thema. Die „Wirtschaftswoche“ sieht sogar Parallelen zum Ende der britischen Vormachtstellung und dem Ende des britischen Pfundes als Weltwährung. Ein weiteres Scheitern der USA im Nahen Osten und eine Ausbreitung des Konflikts zwischen Sunniten und Schiiten von Syrien, über den Irak bis hin nach Saudi Arabien könnten in der Tat den sogenannten Petro-Dollar gefährden. Der G20-Gipfel hat die Machtlosigkeit der USA demonstriert und selbst die Franzosen sind in ihrer Unterstützung zurück gerudert. In den USA ist eine deutliche Mehrheit der Bevölkerung gegen einen Militärschlag. Umso länger er auf sich warten lässt, desto unwahrscheinlicher wird er. Zeitgleich werden Pläne bekannt, die einen größeren und längeren Waffengang der USA gegen Syrien beinhalten. Drei Tage lang sollen mehr Ziele angegriffen werden, als man bisher angenommen hatte. In der kommenden Woche könnte zumindest der US-Senat befragt werden. Wie sich Obama verhält, sollte er eine Niederlage erleiden, ist nicht bekannt. Der Syrienkonflikt bleibt preistreibend. Die Ölbörsen reagieren zurzeit nervös auf jede Meldung, die die Region betrifft.

Nationaler Markt

Unsere Heizölpreise geben leicht nach. Dank der positiven Entwicklung des Euro fallen die Heizölpreise innerhalb des kurzfristigen Aufwärtstrends. Mittelfristig bleibt der Heizölpreis am oberen Rand des Preisbandes. Heizöl ist nach wie vor deutlich günstiger als im Vorjahr. Dieser Umstand ist aber in Gefahr, sobald aus den Kriegsdrohungen ein realer Angriff wird. Wir gehen davon aus, dass sich die Ölnotierungen weiter beruhigen, solange kein Angriff der USA auf Syrien erfolgt. Im Moment des Angriffs ist mit stark steigenden Ölpreisen zu rechnen. Im Übrigen sind wir der Meinung, dass es schlau ist, sich um die Reduzierung des eigenen Verbrauchs zu kümmern. Wer nicht in den zukünftigen Minderverbrauch investieren mag, könnte mit dem Kauf von Zertifikaten den CO2-Ausstoß des verfeuerten Heizöls kompensieren. Infos dazu gibt es hier.

Der Markt in Stichworten

preistreibende (bullische) Einflüsse auf Heizöl: Sorge vor Totalausfall Libyens als Öllieferant
Kritische Stimmen zur globalen Angebotssituation
Politische Spannungen im Nahen Osten und Nordafrika
Fortsetzung der lockeren Geldpolitik
Einige kleinere Infrastrukturstörungen

preisdrückende (bärische) Einflüsse auf Heizöl: Britisches Parlament lehnt Militäreinsatz gegen Syrien ab
Globale Rohölnachfrage soll zum Herbst sinken
Diverse Länder melden steigende Ölproduktion
Eventuell werden strategische Reserven freigegeben

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