Unseren neuen Kommentar für den 25.06.17 finden Sie hier.


Heizölpreise: Erwarten Sie nichts, kaufen Sie kleine Mengen!

Internationaler Markt

Die Hoffnung, dass die von der OPEC beschlossene Förderkürzung über den Ankündigungsstatus nicht hinauskommen würde, ist geplatzt. Das Kartell kürzt. Die Sorge, dass diese Kürzung stetig steigende Ölpreise verursachen könnte, erweist sich bisher aber als unbegründet. In den letzten Wochen hat sich ein glasklarer Seitwärtstrend der Ölpreise herausgebildet. Das Preisniveau ist trefflich geeignet, bei der US-Ölindustrie einen Erschließungsboom neuer Quellen zu erreichen.

Aktuelle Schätzungen über die Leistungsfähigkeit dieser Industrie scheinen zu kurz zu greifen. Zusätzlichen Auftrieb könnte sie durch die Ölpolitik des unberechenbaren US-Präsidenten erhalten. Der plant Zölle auf Öleinfuhren einzuführen. Teureres Importöl würde die Attraktivität der eigenen Förderung weiter steigern. Ein ungebremster Produktionsboom liegt in der Luft. Damit wäre die gesamte OPEC-Kürzung obsolet.

Das Staunen des Fachpublikums und das Lob aus den eigenen Reihen über die Konsequenz, mit der diese Kürzung derzeit umgesetzt wird, wirken bei genauer Betrachtung überzogen. Zwar scheint die beeindruckende Kürzungsquote die Realität zu treffen. Erreicht wurde sie allerdings nicht in einer konzertierten Aktion der Kürzungswilligen, sondern weil Saudi-Arabien mal wieder den Großteil der Last auf sich genommen hat. So war es in der Geschichte üblich. Das Drängen auf eine solidarische Verteilung dieser Last verhallte ungehört und wurde früher schon mal mit einer abrupten Öffnung der Ölhähne gleichsam als Strafmaßnahme Saudi-Arabiens beantwortet. Selbstverständlich sanken die Ölpreise dabei heftig.

Heute hören wird von einer möglichen Steigerung der irakischen Ölproduktion im Februar, statt diese weiter zu senken, und wir vernehmen die Bemühungen Irans, die alte Position im Kartell als Nummer Zwei hinter Saudi-Arabien deutlich zurück zu erobern. Diese hat Bagdad derzeit inne. Die mal wieder nicht eingehaltene Kürzungszusage Russlands, das kein OPEC-Mitglied ist, war ohnehin zu erwarten. Damit die Finanzszene ob dieser Umstände gar nicht erst auf die Idee kommen könnte, sich nun auf fallende Ölpreise einzurichten, schwadroniert die OPEC bereits über die Verlängerung der auf sechs Monate limitierten „erfolgreichen“ Kürzung.

Wirklich stabil scheint in dieser Lage nur der Seitwärtstrend der Ölpreise zu sein. Immerhin das dürfen die Produzenten als Erfolg verbuchen, egal ob die Kürzungen selbst oder ihre geschickte Kommunikation in der Sache dafür verantwortlich sind.

Heute Morgen zeigt sich die Preisbildung an den Ölbörsen so wie in den Tagen zuvor. Sie gleitet seitwärts. Kaum vorstellbar, dass der Chart heute Abend etwas anderes aussagen könnte. Das Barrel WTI (West Texas Intermediate) wird aktuell zu 53,50 Dollar und das Barrel Brent zu 55,83 Dollar gehandelt. Die Tonne Gasöl kostet 493,25 Dollar . Der US-Dollar kostet 0,9376 Euro . Damit kostet der Euro 1,0663 Dollar . Die Pfeile hinter den Zahlen geben die Veränderung zum Handelsauftakt des Vortags an.

Nationaler Markt

Die Heizölpreise tasten sich an der oberen Grenze des kurzfristigen Abwärtstrends entlang, wie der 3-Monats-Ansicht der aktuellen Heizölpreis-Tendenz zu entnehmen ist. Das heißt, sie geben entgegen der Börsenvorgabe etwas nach. Das deutet auf inländischen Preisdruck hin, der aus schwachen Geschäften resultiert.

Der Binnenmarkt ist in der Tat für die Jahreszeit recht ruhig. Käufer werden weniger von den Heizölpreisen gelockt als von ihren Tankbeständen. Beobachter haben sich in ihrer Einschätzung zur weiteren Entwicklung auf den Preistrend eingestellt. Unser Schwarm-O-Meter für Heizöl, das das Kaufverhalten der Kunden ins Verhältnis zu ihren Preisanfragen setzt, und die Lesereinschätzung zur Preisentwicklung zeigen die Lage entsprechend an. Das eine steht auf hohem Niveau für die Kaufbereitschaft bei eher geringem Gesamtinteresse, das andere auf einem moderaten Mehrheitswert für die Erwartung an tiefere Heizölpreise.

Die Preistrends sind mehrdeutig. Im kurzfristigen Zeitintervall geht es abwärts. Mittel- und längerfristig liegen Aufwärtstrends vor. Langfristig weisen die Trends ebenfalls abwärts. Insgesamt ist die Basis, die die Hoffnung auf einen Preisabgang trägt, schwach.

Unser simpler Rat an alle Unentschlossenen lautet: Wenn Ihr Tank eine Füllung verlangt oder Sie zum Ärger über verpasste Chancen neigen, verschaffen Sie sich durch einen Kauf einfach Ruhe! Aufgrund der uneinschätzbaren zukünftigen Preisentwicklung raten wir in diesem Fall zur Eindeckung mit einer Teilmenge (1.000 bis 1.500 Liter). So bleibt die Chance erhalten, gegebenenfalls an einem Preisabgang teilzuhaben.

Um die Heizölpreisentwicklung optimal ausnutzen zu können, sollten Sie genau wissen, wie viel Platz in Ihrem Tank ist. Unser e-Peilstab hilft Ihnen dabei. Mit ihm können Sie Ihren nächsten Heizölkauf noch besser planen.

Im Übrigen sind wir der Meinung, dass wir alle verbrauchsreduzierende Maßnahmen und Verhaltensweisen entwickeln müssen, um zukunftsfähig zu sein.

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Heizölpreise-Chart vom

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