Unseren neuen Kommentar für den 09.12.16 finden Sie hier.


Heizölpreise: Euro mit zu langer Aufgabenliste

Die Ölpreise gaben gestern nach. Das könnte als verspätete Reaktion auf die guten Bestandsdaten aus den USA vom Vortag gewertet werden. Marktteilnehmer testeten den Durchbruch gegen preisliche Widerstände. Allerdings konnten sie keinen Erfolg verzeichnen und so wendete sich das Blatt und die Notierungen fielen. Neben den Konjunkturdaten aus den USA und Europa, die beiderseits eher positiv ausfielen und somit preistreibend wirkten, wurden die Aussichten in Japan gehandelt, das erneut in die Deflation rutscht.

Die erbärmlichen Wasserstandsberichte zur Lage der Wirtschaft in den USA und in Europa hatten ebenso wenig Einfluss auf das Verhältnis Dollar zu Euro, wie auf die Ölpreis-Entwicklung. Die Musik spielt zurzeit in Griechenland. Der Einigung der Eurogruppe mit der neuen griechischen Regierung wird scheinbar nicht mehr viel zugetraut. Die Vereinbarung, die unter deutscher Federführung zustande kam, ist möglicherweise auch einfach zu absurd. Griechenland soll sparen, Wirtschaftswachstum erzeugen, den Staat verschlanken, soziale Ungerechtigkeit bekämpfen und Steuerschlupflöcher schließen. Dies soll mit einer neuen Regierung in Rekordzeit erreicht werden. Da könnte man es der griechischen Regierung nicht verübeln, wenn sie nach dem Motto verführe: „Nimm‘ das Geld und lauf‘!“ Das ist zwar unethisch, aber dies ist das Verhalten des deutschen Finanzministers nicht minder, wenn er in Deutschland die gemachte Übereinkunft verteidigt. So naiv kann selbst ein vermeintlicher Schwarzgeldkofferträger nicht sein. Am Ende hat er wieder von nichts gewusst. Hieraus spricht die Verärgerung über das mangelhafte Projektmanagement. Scheinbar werden wieder nur die dringenden Dinge geregelt, statt die wichtigen Dinge zu regeln. Zu diesen wichtigen Dingen gehört die Klärung der Frage, wie mit der Insolvenz eines Euro-Staates umgegangen werden soll und wie ein Euro-Austritt organisiert werden kann. Wobei beides nicht zwingend zusammen gehören muss. Der Euro fiel gestern weiter und führt hierzulande zur heiß ersehnten Inflation oder einfacher gesagt zu höheren Heizölpreisen.

Heute Morgen verharrt der Euro auf niedrigerem Niveau, während die Ölnotierungen leicht anziehen. Die Grundbewegungen bleiben erhalten. Der Dollar steigt und der Ölpreis auch, also steigt auch der Heizölpreis. Die Tonne Gasöl kostet aktuell 584,00 Dollar . Das Barrel Rohöl wird in New York zu 49,15 Dollar und in London zu 61,04 Dollar gehandelt. Der US-Dollar kostet 0,8922 Euro . Damit kostet der Euro 1,1208 Dollar .

Nationaler Markt

Die Heizölpreise legen trotz der Euroschwäche eine Verschnaufpause ein, wie die 3-Monats-Ansicht der aktuellen Heizölpreis-Tendenz zeigt. Damit ist noch lange keine Trendumkehr in Sicht. Heizöl bleibt aber unglaublich viel billiger als im Vorjahr.

Die Binnennachfrage ist ruhig. Es gibt wenige Bestellungen und viel Hoffnung. Unser Schwarm-O-Meter für Heizöl, das das Kaufverhalten der Kunden ins Verhältnis zu ihren Preisanfragen setzt, zeigt, dass es günstigere Heizölpreise geben kann. Die Lesereinschätzung zur Preisentwicklung sagt auch, dass der Heizölpreis fällt. Allerdings auf einem sehr niedrigen Niveau. Nur 65 Prozent erwarten niedrigere Heizölpreise. Das ist ein niedriger Wert, weil die Einschätzung in der Regel zu einer günstigeren Preisentwicklung tendiert. Ein starker Wert liegt jenseits der 80 Prozent.

Auch unser mathematisches Tiefpreis-System bestätigt die Haltung zu warten. Das gibt derzeit keine Kaufsignale. Diese werden definitiv wieder kommen. Allerdings betrachten wir mit Hilfe der Mathematik naturgemäß nur die Vergangenheit. Dies ist keine Hilfe für die Prognose, sondern eine Hilfe zur Verortung, wo der Heizölpreis im jetzt und hier steht.

Die Preistrends weisen nur in den längerfristigen Bereichen abwärts. Diese Konstellation legt eine Spekulation auf fallende Ölpreise nicht unbedingt nahe, die Überversorgung des realen Markts hingegen schon. Die Heizölpreis-Entwicklung steckt weiterhin in einer 50/50 Situation.

Unsere Empfehlung lautet: Wenn Ihr Tank demnächst eine Füllung verlangt, sollten Sie kaufen. Seien Sie einfach mit dem gewaltigen Preissturz, von dem immer noch ein ordentlicher Anteil verblieben ist, zufrieden. Wenn Sie genügend Heizöl für diesen Winter im Tank haben, über ein gutes Nervenkostüm verfügen, um unliebsame Preisentwicklungen zu ertragen, und den spekulativen Kick lieben, sollten Sie es riskieren, auf bessere Preise zu setzen.

Im Übrigen sind wir der Meinung, dass wir alle verbrauchsreduzierende Maßnahmen und Verhaltensweisen entwickeln müssen, um zukunftsfähig zu sein. Die freundliche Marktausrichtung ist kein Dauerzustand.

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