Unseren neuen Kommentar für den 09.12.16 finden Sie hier.


Heizölpreise: Feuer! schallt es von der Krim

Internationaler Markt

Das, was sich in der letzten Woche an den Ölbörsen entwickelte, hätte eine schöne Abwärtsbewegung werden können. Wird es aber nicht, denn nun stürzt sich die Finanzszene auf den Ukraine-Russland-Konflikt. Sie wittert Krieg und handelt Rohstoffengpässe. Beides ist derzeit nicht real und selbst hypothetisch wenig plausibel. Aber je weiter die Finanzakteure von Europa weg sind, umso mehr lassen sie sich vom Pulverdampf beirren. Dass die Hauptschlagader der europäischen Gasversorgung durch die Ukraine führt, hat jeder Öl- und Gaspapierhändler schon mal gehört. Die meisten wissen vermutlich nur nicht, dass der Winter bei uns nicht stattfindet und dass die Lager selbst in der Ukraine gut gefüllt sind. Wenn Russland den Gashahn zudrehen sollte, wird am physischen Markt zunächst gar nichts geschehen. Am Finanzmarkt natürlich schon. Bleibt nur zu hoffen, dass nun mehr Diplomaten als spekulatives Geld um den Globus geschickt werden, damit sich die Lage wieder beruhigt. Sprechen ist besser als Zocken. Die jüngsten Konjunkturzahlen der großen Regionen USA, Europa und China sind etwas hübscher als zuvor. Nach Wochen der Enttäuschung stehen nun wieder tolle Tage an. Daran werden sich Finanzjongleure erfreuen, wenn die Kriegsphantasie abhandenkommt, was hoffentlich in Kürze der Fall sein wird. Heute Morgen machen die Ölnotierungen einen ordentlichen Satz nach oben.

Nationaler Markt

Unsere Heizölpreise drehen aufwärts. Die Vorgaben von den Ölbörsen lassen ihnen keine andere Wahl. Dollar und Binnenmarkt können trotz verbraucherfreundlicher Tendenz nicht dagegenhalten. Die durch die Umstände auf der Krim hervorgerufene Entwicklung stoppt die gerade begonnene Bewegung zu neuen Jahrestiefs. In der Hoffnung, dass das nur ein kurzer Spuk sein wird, sehen wir mittelfristig dennoch gute Chancen für tiefere Preise. Darauf zu spekulieren, scheint in diesem Moment verwegen, aber nicht abwegig. Wer es riskiert, braucht Risikobewusstsein, Geduld, eine ausreichende Restmenge Heizöl im Tank und unsere zeitnahen Informationen. Wer kein Risiko eingehen will, sollte Heizöl ordern. Es ist ohnehin günstiger als in den letzten drei Jahren am Winterausgang. Im Übrigen sind wir der Meinung, dass wir alle verbrauchsreduzierende Maßnahmen und Verhaltensweisen entwickeln müssen, um zukunftsfähig zu sein. Die freundliche Marktausrichtung ist kein Dauerzustand.

Der Markt in Stichworten

preistreibende (bullische) Einflüsse auf Heizöl: Ukraine-Russland-Konflikt
Libyen liefert weiterhin kaum Öl
Produktionsausfälle im Südsudan
Unruhen in Venezuela
US-Heizölvorräte knapp

preisdrückende (bärische) Einflüsse auf Heizöl: Rohölnachfrage der Raffinerien sinkt zum Frühjahr
US-Öl über neue Pipeline besser verfügbar
Atomverhandlungen mit dem Iran laufen wieder
OPEC wird kurzfristig mehr Öl liefern

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