Unseren neuen Kommentar für den 06.12.16 finden Sie hier.


Heizölpreise: Finanzszene fängt sich wieder

Internationaler Markt

Zur Freude der Finanzszene läuft die US-Wirtschaft schlechter als erwartet. Ausdruck findet die Einschätzung dieses Mal im härtesten aller Werte, dem BIP. Statt 2,4 Prozent wuchs der Wert im ersten Quartal 2013 nur um 1,8 Prozent. Geldjongleure zocken deshalb auf den Widerruf der angedeuteten Beendigung der lockeren Geldpolitik. Monatlich wirft die Notenbank (FED) derzeit 85 Mrd. frisch erzeugte Dollar auf den Finanzmarkt. Aktien- und Ölnotierungen blieb gestern nichts anderes übrig, als zu steigen.

Vor diesem Hintergrund verblassen sämtliche Realmarktthemen. Über die kanadische Pipelineunterbrechung redet niemand mehr, obwohl sie sogar einen bullischen Effekt hat. Die US-Bestandszahlen sind hingegen schwer bärisch, da sie unerwartet hohe Aufbauten aufweisen. Diese kann man genauso verdreht interpretieren wie den schlechten BIP-Wert, nämlich so: Viel Öl zeugt von schwacher Nachfrage und die muss durch viel neues Geld überwunden werden.

Das klappte seit 2008 nicht. Warum sollte ab 2013 klappen? Bleibt zu hoffen, dass die Notenbanker diese Frage wenigstens in Betracht ziehen. Dann und nur dann können die folgenden Zahlen von DOE (Department of Energy) und API (American Petroleum Institute) zur wöchentlichen Veränderung in den US-Öllagern eine vernünftige, das heißt, den Preis drückende Wirkung zeigen:

Rohöl: +0,0 Mio. Barrel (DOE) bzw. -0,0 Mio. Barrel (API)
Heizöl und Diesel: +1,6 Mio. Barrel (DOE) bzw. +0,5 Mio. Barrel (API)
Benzin: +3,7 Mio. Barrel (DOE) bzw. +1,3 Mio. Barrel (API)

In Summe ergibt sich ein Aufbau von 5,3 (DOE) bzw. 1,8 (API) Mio. Barrel. Die Raffinerieauslastung stieg auf 90 Prozent. In den Zahlen zeigt sich die Veränderung durch das Wiederinbetriebnehmen gewarteter Anlagen. Der Rohölbedarf wächst, der Produktenbestand wächst ebenfalls und gleicht das Gesamtgefüge aus. Das ist die Theorie. Aktuell ist die Nachfrage noch schwächer als erwartet, so dass der Gesamtbestand wächst.

Heute Morgen sind Finanzjongleure prächtig gelaunt. In Asien schicken sie die Aktienbörsen aufwärts, weltweit unterstützen sie die Ölnotierungen. Sie haben es wieder geschafft, den eigentlich heilsamen Schock, den der FED-Chef Ben Bernanke letzte Woche platzierte, zu überwinden. Nun gut, die nächste Runde im Ränkespiel um das Geld wird bald folgen. Die Tonne Gasöl kostet aktuell 873,50 Dollar. Das Barrel Rohöl wird in New York zu 96,00 Dollar und in London zu 102,31 Dollar gehandelt. Der US-Dollar kostet 76,75 Eurocent.

Nationaler Markt

Unsere Heizölpreise steigen. Sie werden erneut von den Öl- und Dollarnotierungen getrieben. Es ist ein surreales Spiel, das gegen das Realmarktgeschehen stattfindet. Der Binnenmarkt ist weitgehend entspannt und frei von eigenen Preiseinflüssen. Die Preistrends in den verschiedenen Fristen sind stabil, kurzfristig seitwärts, mittelfristig abwärts. Fundamental spricht immer mehr für fallende Heizölpreise. Aber die Finanzwelt hat die Hoheit. Und die hat keine fundamentale (realmarktbezogene) Dimension. So kann man nur konstatieren, hier ist jede Preisrichtung möglich. Im Übrigen sind wir der Meinung, dass es schlau ist, sich um die Reduzierung des eigenen Verbrauchs zu kümmern. Dazu empfehlen wir in einem ersten Schritt unseren e-Peilstab. Mit ihm lässt sich der Heizölverbrauch messen. Auf esytrol entsteht aus den Messungen ein Bild zur Energieintensität des eigenen Hauses. Wenn das bekannt ist, können Handlungen folgen.

Der Markt in Stichworten

preistreibende (bullische) Einflüsse auf Heizöl: Schlechte US-Konjunkturdaten (reverser Effekt)
Einige kleine Infrastrukturstörungen
Nordseeöl kann wegen Wartungsarbeiten vorübergehend knapp werden
Rohölbedarf soll deutlich steigen
Spannungen um Syrienkonflikt

preisdrückende (bärische) Einflüsse auf Heizöl: Chinas Wirtschaft scheint in die Knie zu gehen
Bernanke deutet Ende der lockeren Geldpolitik an
Produktenangebot soll deutlich steigen
Alte Industrienationen brauchen immer weniger Öl
OPEC, EIA und IEA Monatsberichte

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