Unseren neuen Kommentar für den 03.12.16 finden Sie hier.


Heizölpreise: Finanzszene spielt merkwürdig

Internationaler Markt

Vor Wochen angekündigt, gestern vollzogen, die Inbetriebnahme eines zusätzlichen Pipeline-Abschnitts im Süden der USA. Dadurch wird das reichlich vorhandene Öl Nordamerikas besser in den Weltmarkt eingebunden. Unbeschränkt ist der Marktzugang aber immer noch nicht, da ein Verkaufsverbot für Rohöl existiert. Derzeit dürfen nur Ölprodukte exportiert werden. Der Dienst der Pipeline besteht aktuell darin, das zentrale Rohöllager in Cushing, Oklahoma, mit den Raffinerien nahe der Küste zu verbinden. Die Nachfrage nach dem günstigen US-Rohöl der Sorte WTI (West Texas Intermediate) wird ab sofort steigen, die Preise für diese Rohölsorte auch. Ölnotierungen anderer Sorten und Produkte sollten billiger werden, da die USA nun mehr Öl in Form von Ölprodukten auf den Weltmarkt bringen. Das haben Finanzjongleure und Computerprogramme noch nicht verstanden. Sie ließen gestern alle Ölkurse im Gefolge der WTI-Teuerung steigen. Dieser Umstand sieht nicht nur nach einem Missverständnis aus, er lässt auch außer Acht, dass China gerade konjunkturelle Ladehemmungen offenbart. Üblicherweise ist so etwas ein bärischer Handelsgrund für die Szene. Im Zweifel müssen eine zweite Kältewelle in den USA und die Charttechnik als Gründe für die merkwürdige Preisbewegung herhalten.

Nationaler Markt

Unsere Heizölpreise ziehen weiter an. Gestern kam der Impuls abermals von den Ölnotierungen. Der Dollar bewegt sich kaum. Im Binnenmarkt gibt es keine Probleme und kaum eigenständige Preisbildungen. Die hohen Rabatte der letzten Tage sinken ein klein wenig. Die gebietsweise Kälte legt das nahe. Die kurzfristigen Preisaussichten sind bullisch. Winter und Weltmarkt sind die Gründe. Mittelfristig besteht darüber hinaus die Gefahr, dass der Dollar steigen wird. Allerdings besteht auch die Chance, dass die Ölnotierungen aufgrund des guten Angebots sinken werden. Wer darauf setzen will, braucht Risikobewusstsein, Geduld, eine ausreichende Restmenge Heizöl im Tank und unsere zeitnahen Informationen über die Preisentwicklung. Wem Spekulieren missfällt, sei gesagt, dass Heizöl trotz des leichten Anstiegs der letzten Tage immer noch günstig ist. Sie können beherzt kaufen, ohne sich ärgern zu müssen. Im Übrigen sind wir der Meinung, dass wir alle verbrauchsreduzierende Maßnahmen und Verhaltensweisen entwickeln müssen, um zukunftsfähig zu sein. Die freundliche Marktausrichtung ist kein Dauerzustand.

Der Markt in Stichworten

preistreibende (bullische) Einflüsse auf Heizöl: Kältewelle in den USA
Gute Wachstumsaussichten für die Weltkonjunktur
Diverse kleinere und mittlere Lieferstörungen
Libyen liefert weiterhin kaum Öl
US-Notenbank pumpt weiterhin viel Geld in den Markt

preisdrückende (bärische) Einflüsse auf Heizöl: Chinas Konjunktur enttäuscht Finanzjongleure
Angekündigte Liefermengen aus der Nordsee
Weitere Steigerung der US-Exporte erwartet
Weitere Steigerung des globalen Rohölangebots erwartet
Saudi Arabien befürchtet erhebliches Überangebot

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