Unseren neuen Kommentar für den 04.12.16 finden Sie hier.


Heizölpreise: Finanzszene träumt schlecht

Internationaler Markt

Monatelang sah es so aus, als würde das gebremste Wirtschaftswachstum Chinas den Ölbedarf drosseln. Die neusten Importzahlen revidieren diese Einschätzung. In den ersten sieben Monaten wurde 20 Prozent mehr Öl eingeführt als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Darauf sollte die Finanzszene mit einem Kursfeuerwerk reagieren. Tat sie aber nicht. Mag sein, dass sie betulich blieb, weil nicht mal Chinas Nachfrage das aktuelle Ölangebot stressen kann. Wahrscheinlicher ist allerdings, dass die Finanzszene gar nicht an originären Ölthemen interessiert ist. Sie beschäftigt sich lieber mit sich selbst, das heißt mit ihren gruppendynamischen Prozessen. Die werden in der Charttechnik zu Papier gebracht. Aktuell zeigt sie schlechte Stimmung. Die Kurse fallen. In solchen Momenten leidet die Szene regelmäßig an Albträumen über ein Ende der lockeren Geldpolitik im Dollarraum, so auch jetzt. Irgendein Notenbanker malte in dieser Woche mit Bezug auf gute US-Arbeitsmarktdaten den Finanzteufel sogar wieder an die Wand. Die Arbeitsmarktdaten sind aber gar nicht gut und die FED kann nach unserer Einschätzung ohnehin nicht mehr aus der exzessiven Geldpolitik aussteigen, jedenfalls nicht ohne einen Crash der Finanzmärkte zu akzeptieren. Nun gut, auch dieser Albtraum wird vorübergehen. Die gute Versorgung der Ölmärkte bleibt dagegen noch einige Zeit bestehen. Sie hält die Preise im Zaum.

Nationaler Markt

Unsere Heizölpreise geben erneut nach. Gestern kamen die Vorgaben den dritten Tag in Folge von den Öl- und Devisennotierungen. Der Binnenmarkt ist sommerlich ruhig, nun allerdings mit ein paar Kaufreaktionen auf die geläuterten Preise. Die Preisbildung selbst beeinflusst der Binnenmarkt derzeit nicht. Der jüngste Preisabgang hat den kurzfristigen Aufwärtstrend der Heizölpreise geknackt. Nun liegen wieder gleiche Trends in den kurz-, mittel- und längerfristigen Betrachtungen vor. Alle weisen abwärts. Sie deuten auf tiefere Preise im Jahresverlauf hin. Die Heizölpreise sind allerdings schon jetzt deutlich billiger als vor einem Jahr. Sie tendieren gegen das Vorvorjahresniveau. Im Übrigen sind wir der Meinung, dass es schlau ist, sich um die Reduzierung des eigenen Verbrauchs zu kümmern. Wer nicht in den zukünftigen Minderverbrauch investieren mag, könnte mit dem Kauf von Zertifikaten den CO2-Ausstoß des verfeuerten Heizöls kompensieren. Infos dazu gibt es hier.

Der Markt in Stichworten

preistreibende (bullische) Einflüsse auf Heizöl: Fortsetzung der lockeren Geldpolitik
Spannungsbedingte (sozial, politisch) Ausfälle in wichtigen Ölstaaten
Einige kleinere Infrastrukturstörungen
China braucht sehr viel Öl

preisdrückende (bärische) Einflüsse auf Heizöl: Sorge vor Ende der lockeren Geldpolitik der FED
EIA-Monatsbericht
Alte Industrienationen brauchen immer weniger Öl
Chinas Wirtschaft scheint in die Knie zu gehen
Hohes Ölangebot am Weltmarkt

Teilen Sie uns Ihre Meinung mit!

Uns ist Ihre Meinung wichtig. Schreiben Sie mir direkt unter
E-Mail: KlausBergmann@esyoil.com

Presse-Kontakt

Weitere Informationen