Unseren neuen Kommentar für den 06.12.16 finden Sie hier.


Heizölpreise: Gegenbewegung zum Absturz überfällig

Internationaler Markt

Von Preiskrieg sprechen die Öl exportierenden Länder nicht. Ihr Verhalten legt diesen Begriff indes nahe. Der Iran verkündet nach Saudi Arabien, Irak und Kuwait als vierter großer Anbieter einen ordentlichen Rabatt für die Januarlieferungen. Sie alle wollen Öl verkaufen, ohne Marktanteile einzubüßen. De facto ist es ein Verkauf um jeden Preis. Das macht jeden Preis denkbar. Nach unten gibt es derzeit kein Limit.

Es sind aber nicht nur Golfstaaten mit niedrigen Förderkosten und hohen volkswirtschaftlichen Abhängigkeiten vom Öl, die in den Preiskrieg ziehen. Auch Russland hat mittlerweile kundgetan, keinen Verlust von Marktanteilen zu akzeptieren. Das Land befindet sich unter allen großen Ölstaaten in der prekärsten Lage. Zur hohen Abhängigkeit vom Energieträger kommen der Verfall der Landeswährung und Handelsbeschränkungen, die die Volkswirtschaft stark belasten. Finanzhyänen umkreisen bereits den angeschlagenen Bären, um von einer möglichen Staatspleite zu profitieren.

Derzeit wollen alle vom Öl besonders abhängigen Staaten die technologiegetriebene Förderung der USA mit den Preisen niederringen. Dafür nehmen sie notfalls den eigenen Untergang in Kauf. Die Haltung entspricht dem politischen und wirtschaftlichen Zeitgeist. Das Wohlergehen der Menschen wird zunehmend als Kampf alle gegen alle, denn als Partnerschaft alle mit allen begriffen. Ähnlich wie beim Öl erleben wir derzeit eine Beschleunigung des Trends. An dessen Ende wird kaum etwas Gutes stehen.

Wenn wir nicht so weit in die Zukunft blicken, können wir uns am Preisverfall erfreuen. Der wurde gestern ein wenig entschleunigt. Heute Morgen sehen wir an den Ölbörsen sogar einen Hauch von Richtungsumkehr. Es ist aber noch zu früh, um darüber halbwegs substanziell zu spekulieren. Zur Stunde kostet die Tonne Gasöl 542,00 Dollar . Das Barrel Rohöl wird in New York zu 55,38 Dollar und in London zu 59,68 Dollar gehandelt. Der US-Dollar kostet 0,8008 Euro . Damit kostet der Euro 1,2487 Dollar .

Nationaler Markt

Unsere Heizölpreise bewegen sich kaum. Die Vorgaben vom internationalen Finanzmarkt bremsen die Geschwindigkeit des Preisabsturzes ein wenig ab. Nach dem tiefen Fall wäre es höchste Zeit für eine ordentliche Gegenbewegung, in deren Verlauf das Preisgeschehen wieder versachlicht wird. Was wir derzeit sehen, sind die Auswirkungen psychischer Störungen einer zu dominanten Finanzszene. Der Trend lässt die Rückkehr der Vernunft allerdings noch nicht erahnen.

Am Binnenmarkt herrscht reges Kaufinteresse. Der Handel benötigt für die eine oder andere Lieferung wieder etwas mehr Zeit als üblich. Das liegt auch daran, dass im Winter mehr Eilbestellungen auflaufen. Die haben notgedrungen Vorfahrt. Logistisch sind sie Taxi- statt Busfahrten. Das heißt, sie erlauben weniger Transportmenge.

Unser Schwarm-O-Meter für Heizöl, das das Kaufverhalten der Kunden ins Verhältnis zu ihren Preisanfragen setzt, fällt auf mittleres Niveau. Der Glaube an günstigeres Heizöl ist so stark, dass die attraktive Preissituation nicht ausreicht, um die Kaufdynamik hochzuhalten. Spekulativ eingestellte Leser sehen die Preise purzeln und wollen mehr davon. Hinter den Bestellern warten noch mehr potenzielle Käufer. Wenn die Preisbewegung dreht, droht ein Kauftsunami.

Das mathematische Tiefpreis-System zeigt in allen Regionen Kaufsignale. Damit liegt eine Entscheidungshilfe vor. Sie wird durchaus angenommen. In der kalten Jahreszeit kommen Kunden hinzu, die keine ausgewiesenen Preisbeobachter und Schnäppchenjäger sind. Sie treffen auf einen bemerkenswert günstigen Moment mit wunderbaren Preisen. Glückwunsch.

Die Preistrends weisen in allen Bereichen abwärts. Die Konstellation ist natürlich eine Einladung zur Spekulation auf noch mehr Abgang. Nach Lage der Dinge sollte das im weiteren Verlauf des Winters auch möglich sein. Es ist allerdings Respekt vor dem Wahnsinn der Ölbörsen geboten. Da wird alles andere als Logik gehandelt. Derzeit ist die Preisbildung wieder sehr stark von der wirren Psychologie der Finanzszene geprägt.

Im Übrigen sind wir der Meinung, dass wir alle verbrauchsreduzierende Maßnahmen und Verhaltensweisen entwickeln müssen, um zukunftsfähig zu sein. Die freundliche Marktausrichtung ist kein Dauerzustand.

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