Unseren neuen Kommentar für den 07.12.16 finden Sie hier.


Heizölpreise: Gegenreaktion aus heiterem Himmel

Internationaler Markt

Es kann nicht immer abwärts gehen mit den Ölpreisen. Gestern fand die Bewegung ein vorläufiges Ende, obwohl die US-Bestandsdaten derartig bärisch daherkamen, dass ein weiterer Abgang gleichsam Pflicht wäre. Diese Pflicht wurde verweigert. Wenn es einer Begründung dazu bedarf, kann es nur diese sein:

Unerwartete Mehreinstellungen am US-Arbeitsmarkt wecken Hoffnung auf einen Anstieg der Ölnachfrage. Gegenanzeige: Die Produktenbestände in den Lagern stiegen so stark wie nie seit Aufzeichnung der Daten, weil der Rohölüberschuss zu Produkten verarbeitet wurde und die Nachfrage nach diesen einbrach. DOE (Department of Energy) und API (American Petroleum Institute), die beiden für die Erhebungen der Lagerdaten zuständigen Institutionen, lieferten dazu folgende Zahlen (Veränderung gegenüber Vorwoche):

Rohöl: -3,1 Mio. Barrel (DOE) bzw. -4,0 Mio. Barrel (API)
Heizöl und Diesel: +11,2 Mio. Barrel (DOE) bzw. +9,1 Mio. Barrel (API)
Benzin: +8,1 Mio. Barrel (DOE) bzw. +6,9 Mio. Barrel (API)

In Summe ergibt sich ein Aufbau von 16,2 (DOE) bzw. 12,0 (API) Mio. Barrel gegenüber der Vorwoche. Die Raffinerieauslastung steht bei starken 94 Prozent.

Der nach diesen Daten ausbleibende Preisrutsch zeigt, dass an den Börsen etwas anderes gehandelt wurde als der aktuelle Ölmarkt. Eine spekulative Erklärung für die unnatürliche Reaktion sagt, dass Rohstofffonds nach dem kurzzeitigen Unterschreiten der 50 Dollar-Marke bei Rohöl Brent gestern Vormittag mit dem Aufbau von Longpositionen begonnen haben, dass sie also wieder auf steigende Preise setzen.

Heute Morgen scheint sie allerdings der Mut zu verlassen. Kurz unterhalb der Marke von 52 Dollar pro Barrel drehte die Preisentwicklung wieder abwärts. Verlässlich ist indes die Entwicklung beim Dollar. Die Währung platzt vor Stärke aus allen Nähten. Sie befindet sich nahe einem 12-Jahres-Hoch. Die Tonne Gasöl kostet zur Stunde 480,50 Dollar . Das Barrel Rohöl wird in New York zu 48,62 Dollar und in London zu 51,00 Dollar gehandelt. Der US-Dollar kostet 0,8466 Euro . Damit kostet der Euro 1,1811 Dollar .

Nationaler Markt

Unsere Heizölpreise stoppen ihren Abgang, ohne dabei den Abwärtstrend aufzugeben. Gegenreaktionen gehören zum Programm börsennotierter Waren, allemal nachdem sie einen gewaltigen Preissturz hinter sich haben. Wie heftig dieser bisher ausfiel, wird im 120-Monats-Chart der aktuellen Heizölpreise besonders deutlich.

Im Binnenmarkt ist das Kaufinteresse hoch. Der Handel ist teilweise hart gefordert, da feiertags- und wetterbedingt Bestellungen nicht abgearbeitet werden konnten. Es kommt in manchen Regionen zu längeren Lieferzeiten. Das liegt auch daran, dass im Winter mehr Eilbestellungen auflaufen als üblich. Die haben notgedrungen Vorfahrt. Logistisch sind sie Taxi- statt Busfahrten. Das heißt, sie erlauben weniger Transportmenge.

Unser Schwarm-O-Meter für Heizöl, das das Kaufverhalten der Kunden ins Verhältnis zu ihren Preisanfragen setzt, steht hoch aber nicht ganz oben. Es gibt zwar viele Käufer aber noch mehr Beobachter, die auf tiefere Preise spekulieren. Der Glaube an günstigeres Heizöl ist sehr stark, wie die Lesereinschätzung zeigt. Mit der heutigen Gegenreaktion der Heizölpreise werden einige Beobachter ihren Status wechseln und zu Käufern werden.

Das mathematische Tiefpreis-System gibt wieder Kaufsignale in allen deutschen Regionen. Damit liegt eine Entscheidungshilfe vor. In der kalten Jahreszeit kommen Kunden hinzu, die keine ausgewiesenen Preisbeobachter und Schnäppchenjäger sind. Sie treffen auf einen bemerkenswert günstigen Moment mit wunderbaren Preisen. Glückwunsch.

Die Preistrends weisen in allen Bereichen abwärts. Die Konstellation ist natürlich eine Einladung zur Spekulation auf noch mehr Abgang. Nach Lage der Dinge sollte das im weiteren Verlauf des Winters auch möglich sein. Es ist aber Respekt vor dem Wahnsinn der Börsen geboten. Der tiefe Fall der Ölpreise kann bisweilen zu starken Gegenreaktionen führen.

Im Übrigen sind wir der Meinung, dass wir alle verbrauchsreduzierende Maßnahmen und Verhaltensweisen entwickeln müssen, um zukunftsfähig zu sein. Die freundliche Marktausrichtung ist kein Dauerzustand.

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