Unseren neuen Kommentar für den 07.12.16 finden Sie hier.


Heizölpreise: Geldschöpfung verleiht Flügel

Internationaler Markt

Der Chef der US-Notenbank, Ben Bernanke, beschreibt den Zustand der Konjunktur zwar als „mäßig“. Finanzjongleure feiern trotzdem freundlich klingende Tagesdaten über die US-Wirtschaft. Etwas Gutes können sie auch den letzten Daten aus China und der Eurozone abgewinnen. Darüber hinaus gibt es spannungsbedingte Ausfälle der Ölproduktion zu beklagen, die beachtliche Ausmaße annehmen. Man findet sie im Iran, im Irak, in Libyen, in Nigeria und weiteren afrikanischen Staaten. Wäre die Versorgung durch andere Regionen nicht so prosperierend, hätten die geopolitischen Problemfelder das Potenzial, die Preise auf ein deutlich höheres Niveau zu hieven. Dieses Niveau erhofft sich die Finanzszene als Folge eines ordentlichen Nachfragewachstums. Das ist zumindest die verbreitete Formel zur Erklärung der jüngsten Kursrakete. Der wesentliche Grund dürfte aber die Gewissheit über die Endlosigkeit der US-amerikanischen Geldschöpfung sein. Sie ist aktuell der stärkste Kurstreiber. Es ist nicht zu erwarten, dass die Serie freundlicher Wirtschaftsindikatoren andauert. Über kurz oder lang wird der Optimismus der Finanzjongleure trotz der unglaublichen Geldproduktion von Zweifeln weggebissen werden.

Nationaler Markt

Unsere Heizölpreise steigen erheblich an. Sie werden von Öl- und Devisenbörsen in gemeinsamer Aktion getrieben. Im Binnenmarkt tut sich nicht viel. Dennoch treiben die Vorlieferanten den Preis zusätzlich in die Höhe. Sie nutzen die Gunst der aufgewühlten Stunde. Der gerade vor dem Aus gestandene, kurzfristige Aufwärtstrend ist wieder voll da. Die mittel- und längerfristigen Abwärtstrends sind allerdings auch noch gültig. Sie geben weiterhin Grund zur Annahme, dass Heizöl im Jahresverlauf nicht teurer, ja sogar etwas günstiger wird. Hierfür gibt es auch starke fundamentale Gründe. Wer sich über den rasanten Preisanstieg ärgert, sei daran erinnert, dass Heizöl immer noch deutlich billiger ist als vor einem Jahr. Im Übrigen sind wir der Meinung, dass es schlau ist, sich um die Reduzierung des eigenen Verbrauchs zu kümmern. Wer nicht in den zukünftigen Minderverbrauch investieren mag, könnte mit dem Kauf von Zertifikaten den CO2-Ausstoß des verfeuerten Heizöls kompensieren. Infos dazu gibt es hier.

Der Markt in Stichworten

preistreibende (bullische) Einflüsse auf Heizöl: Fortsetzung der lockeren Geldpolitik
Serie freundlicher Konjunkturdaten
Spannungsbedingte (sozial, politisch) Ausfälle in wichtigen Ölstaaten
Einige kleinere Infrastrukturstörungen
Rohölbedarf soll deutlich steigen

preisdrückende (bärische) Einflüsse auf Heizöl: Chinas Wirtschaft scheint in die Knie zu gehen
US-Ölnachfrage schwach
Alte Industrienationen brauchen immer weniger Öl
Produktenangebot soll deutlich steigen
Hohes Ölangebot am Weltmarkt

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