Unseren neuen Kommentar für den 06.12.16 finden Sie hier.


Heizölpreise: Globale Ölflut beeindruckt alle

Internationaler Markt

Je mehr umso unbedeutender. So könnte die aktuelle Einstellung zum Thema Krieg lauten. Die Eskalationsgefahren der mörderischen Kämpfe sind aus den Ölpreisen, die üblicherweise hoch sensibel auf derartige Störungen reagieren, verschwunden. Was bleibt, ist ein Markt, der mit seiner wachsenden Ölflut beeindruckt. Er hat die Notierungen in einen Abwärtstrend geschickt, dem keine Steigerung von Gewalt etwas anzuhaben scheint.

Der Preischart für Rohöl der Sorte Brent offenbart einen strikten, kurzfristigen Trend, der im Tagestakt neue Jahrestiefs setzt. Und selbst die schlechter gestellte Darstellung in Euro ist kurz davor, ein derartiges Tief zu erreichen. Beim Gasöl, dem Vorprodukt für Heizöl, sieht es ähnlich aus. Das in Dollar notierte Original hat in den letzten Tagen mehrere Jahrestiefs in Folge erreicht. Der in Euro umgerechnete Chart steht kurz vor einem Jahrestief. Beide Bilder erwecken an ihrem rechten Rand den Eindruck eines freien Falls. In die physische Situation übersetzt hieße das, der Markt ist zu einem Käufermarkt mutiert, der am Öl zu ertrinken droht.

Verlängert man die Betrachtung auf drei Jahre, sieht die Angelegenheit allerdings weniger beeindruckend aus. Beim Rohöl erkennt man zwei stärkere Abwärtsbewegungen. Die kleinere in 2013 ist gleichsam der Vorbote des aktuellen Abwärtstrends. Damals nahm die Finanzszene ein drohendes Überangebot wahr. Der Trend wendete sich, als die geopolitischen Gefahren wuchsen. Die größere Abwärtsbewegung in 2012 wurde durch erneute Sorgen um das Geld- und Finanzsystem ausgelöst. Beendet wurde sie durch umfangreiche Finanzspritzen und die Auflösung der Stabilitätspolitik für den Euro. Die sogenannten Märkte haben sich davon beruhigen lassen. Die Gefahren eines erneuten Finanzcrashs sind de facto allerdings gewachsen. Wir sitzen seit Jahren auf einer Finanzbombe unerhörten Ausmaßes. Sie kann jederzeit explodieren, sie muss aber nicht explodieren.

Beim Gasöl erkennt man die beiden größeren Abwärtsbewegungen ebenfalls. Der aktuelle Abwärtstrend relativiert sich im Vergleich dazu. Es ist durchaus möglich, dass er demnächst auch im Vergleich gut wahrnehmbar wird. Man sollte die geopolitischen Gefahren, die ihn zunichte machen können, allerdings nicht unterschätzen.

Heute Morgen herrscht an den Ölbörsen eine ungewöhnliche Ruhe. Man scheint den gestrigen Abgang noch zu verdauen. Er war wohl etwas zu stark. Die Tonne Gasöl kostet 856,25 Dollar . Das Barrel Rohöl wird in New York zu 96,87 Dollar und in London zu 101,84 Dollar gehandelt. Der US-Dollar kostet 0,7491 Euro .

Nationaler Markt

Unsere Heizölpreise geben erneut nach. Sie drücken den kurzfristigen Aufwärtstrend immer tiefer, wie der 3-Monats-Chart der aktuellen Heizölpreis-Tendenz zeigt. In Kürze dürfte er nach unten kippen. Da die anderen Zeiteinstellungen alle abwärts weisen, ist der bullische Ausdruck der kurzfristigen Ansicht ohnehin gering.

Der Binnenmarkt ist sehr belebt. Gute Auftragseingänge treffen auf einen Handel, der teilweise im Urlaub und teilweise in der Belieferung von landwirtschaftlichen Betrieben mit Diesel steckt. Das nimmt Transportkapazitäten aus dem Heizölgeschäft und erhöht die Lieferzeiten. Gemäß unserem Schwarm-O-Meter für Heizöl signalisieren die Kunden mit ihrem Kaufverhalten, dass sie mit den Heizölpreisen sehr zufrieden sind.

Aus der Lesereinschätzung geht allerdings auch hervor, dass die Hoffnung auf noch bessere Preise hoch ist. Hinter den agilen Käufern stehen offensichtlich weitere Interessenten, die bei tieferen Preisen zu Käufern werden. Wer der allgemeinen Stimmung folgt und auf Abgang setzt, sollte sich des Risikos der Wette bewusst sein und das Geschehen eng verfolgen.

Das mathematische Tiefpreis-System zeigt kein Kaufsignal. Das deckt sich mit der Preiserwartung der Leser aber nicht mit dem Kaufverhalten der Kunden. Viele von ihnen beurteilen die Preise sinnvollerweise im politischen Kontext und im Zusammenhang mit dem eigenen Heizölvorrat. Das kann unsere Mathematik nicht bieten. Sie leitet Signale einzig aus der Preisbewegung der Vergangenheit ab.

Der Preistrend ist nur im kurzfristigen Bereich schwach aufwärts gerichtet. Mehr und mehr entpuppt er sich als Seitwärtstrend. In allen anderen Zeitstufen sind die Abwärtstrends intakt. Insbesondere der längerfristige Trend macht weiterhin Hoffnung auf einen erneuten Preisabgang. Wie gesagt, darauf zu setzen, ist angesichts der Kriegsgefahren eine Risikowette. Bleibt zu erwähnen, dass die aktuellen Heizölpreise deutlich unter dem Niveau der letzten drei Jahre zum gleichen Zeitpunkt liegen.

Im Übrigen sind wir der Meinung, dass wir alle verbrauchsreduzierende Maßnahmen und Verhaltensweisen entwickeln müssen, um zukunftsfähig zu sein. Die prinzipiell freundliche Marktausrichtung ist kein Dauerzustand.

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