Unseren neuen Kommentar für den 11.12.16 finden Sie hier.


Heizölpreise: Gut zum Kauf geeignet

Internationaler Markt

Die US-Bestandsdaten wurden in den letzten beiden Wochen feiertagsbedingt verspätet veröffentlicht. Am Freitag erschien der letzte Datensatz für das abgelaufene Jahr. Er weist einen großen Abbau in den Rohöllagern und einen annähernd gleich großen Aufbau in den Produktenlagern auf. Der Abbau wird mit Lieferverschiebungen erklärt, die die Vorräte über den Jahreswechsel aus Steuergründen niedrig halten sollten. Ab sofort wird mit dem Wiederaufbau gerechnet. Der Aufbau ist das Ergebnis stark rückläufiger Nachfragen. Die temporäre Nachfragezunahme in den letzten Wochen wird dadurch relativiert. Die Zahlen der beiden berichtenden Institutionen, DOE (Department of Energy) und API (American Petroleum Institute), lauten wie folgt:

Rohöl: -7,0 Mio. Barrel (DOE) bzw. -5,7 Mio. Barrel (API)
Heizöl und Diesel: +5,0 Mio. Barrel (DOE) bzw. +2,6 Mio. Barrel (API)
Benzin: +0,8 Mio. Barrel (DOE) bzw. +3,3 Mio. Barrel (API)

In Summe ergibt sich ein Abbau von 1,2 (DOE) bzw. ein Aufbau von 0,2 (API) Mio. Barrel. Die Raffinerieauslastung liegt bei 92 Prozent.

Finanzjongleure reagierten bärisch auf die Lagerdaten. Die Stimmung wurde durch das Hochfahren der Ölproduktion auf einigen Feldern Libyens verstärkt. Heute Morgen kommen darüber hinaus schwache Konjunkturdaten aus China hinzu.

Die Reaktion fällt aus unserer Sicht genauso unangemessen aus, wie der Anstieg der Ölnotierungen zuvor. Es gibt eine Reihe von Umständen, die dem bärischen Treiben entgegenstehen. Unter anderem sei die Lage im Südsudan erwähnt, die die Ölproduktion zum Erliegen bringt. Die gestiegene Förderung in Libyen ist von den Besetzern der Ölfelder zunächst nur für zwei Wochen freigegeben. Sollte ihre Forderung nach gleichberechtigter Teilhabe an der Gesellschaft nicht umgehend erfüllt werden, wird der Ölfluss erneut gestoppt. Derweil sind die Häfen weiterhin blockiert, so dass kein Tanker mit libyschem Öl das Land verlassen kann. Bullisch wäre schließlich die Wetterlage im Osten der USA zu werten. Dort, wo das meiste Heizöl weltweit verbraucht wird, ist es derzeit bitter kalt.

All das wird erstaunlicher- und erfreulicherweise nicht an den Ölbörsen gehandelt. Heute Morgen tendieren die Notierungen seitwärts. Ein Tagestrend ist darin noch nicht zu erkennen. Eine Gegenreaktion auf den heftigen Abgang liegt allerdings nahe. Die Tonne Gasöl kostet aktuell 910,50 Dollar. Das Barrel Rohöl wird in New York zu 94,14 Dollar und in London zu 107,20 Dollar gehandelt. Der US-Dollar kostet 73,60 Eurocent.

Nationaler Markt

Unsere Heizölpreise konnten den Abgang der letzten Tage noch einmal verstärken. Getrieben wurden sie dabei erneut von den Ölnotierungen. Aus dem Binnenmarkt kommen nach wie vor keine eigenen Preisimpulse. Die Nachfrage ist gut zu bewältigen. Einzig ein paar urlaubsbedingte Engpässe einiger Händler sorgen für Irritation. Die sollten ab morgen beendet sein. Die Aussichten bleiben durchwachsen. Tendenziell erwarten wir eine freundliche Preissituation für Verbraucher, wobei die aktuelle bereits freundlich ist. Es wird aber immer wieder zu finanzmarktgetriebenen Preisanstiegen kommen, die als Spaßbremse wirken werden. Wer auf noch günstigere Heizölpreise spekulieren will, sollte das Geschehen eng verfolgen, am PC oder mit dem Smartphone. Wer Spekulieren ablehnt, sollte kaufen. Heizöl ist deutlich billiger als am Beginn der letzten zwei Jahre. Im Übrigen sind wir der Meinung, dass es schlau ist, sich um die Reduzierung des eigenen Verbrauchs zu kümmern. Dazu empfehlen wir in einem ersten Schritt unseren e-Peilstab. Mit ihm lässt sich der Heizölverbrauch messen. Auf esytrol entsteht aus den Messungen ein Bild zur Energieintensität des eigenen Hauses. Wenn das bekannt ist, können Handlungen folgen.

Der Markt in Stichworten

preistreibende (bullische) Einflüsse auf Heizöl: Gute US-Konjunkturdaten
Libyen liefert weiterhin kein Öl
Diverse kleinere und mittlere Lieferstörungen

preisdrückende (bärische) Einflüsse auf Heizöl: Schwache Konjunkturdaten aus China
Saudi Arabien befürchtet erhebliches Überangebot
Weitere Steigerung der US-Exporte erwartet
Weitere Steigerung des globalen Rohölangebots erwartet

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